Durch den Burghof, am Fuße der Mauern hin, gelangten sie zur Fahrstraße;
dort, in der Nähe des schwarzen Wagens, saß auf einem Baumstumpf der
rotbeinige Maler; sein kleiner Schüler lehnte ihm am Knie und zeichnete
auf einem Block. Nun blickten Beide auf, der Junge sprang zur Seite und
errötete tief, vielleicht weil er seine linke Hand mit dem Taschentuch
verbunden hatte, und da Renate ihn sacht herbeiwinkte, kam er trotzig
hergeschlendert, die Hände mit seinem Zeichenblock auf dem Rücken und
mit der Miene eines jungen Hundes: es paßt mir gerade diesen Weg zu gehn
... Renate fragte leise, sich zu ihm bückend: »Was hast du mit deiner
Hand gemacht?«
»Mich gerissen,« log er finster und flammenrot im Gesicht.
»Laß mal sehn«, lockte sie, aber er schüttelte nur abweisend den Kopf.
Da ehrte sie seinen männlichen Ernst und stieg in den Wagen, Ulrika zu
sich nehmend. Die Zofe nahm mit ihrem Pappkarton den Platz neben dem
Fahrer, auch der Junge kletterte zu ihr. Bogner und Josef standen noch,
miteinander sprechend, zusammen, es schien, sie hatten sich schon
begrüßt, -- kletterten dann auf die hochgeklappten Vordersitze
nebeneinander, so daß Renate Bogners Rücken und Hinterkopf vor sich
hatte, Ulrika Josefs Gugelkappe. Sie rollten ab.
»Welch ein schöner, keuscher Junge, Bogner,« sagte Renate nach einer
Weile, »keusche Männer sind so selten.«