geschmacklos oder mit schwachem Talggeruch, weiß bis gelblich. Es
kommt in großen runden Broten in den Handel. Das Wachs wird in
China zur Kerzenfabrikation und zum Haarsteifen, aber auch zum
Einhüllen von Pillen und Boli (ich traf 1889 damit überzogene Boli
in chinesischen Apotheken), sowie für Pflaster und zum Wachsen
von Papier und Baumwolle benutzt. In England wird es bisweilen
dem Walrat beigemischt. Es löst sich in siedendem Chloroform und
Tetrachlorkohlenstoff leicht und kristallisiert beim Erkalten
wieder aus. In Alkohol ist es auch beim Kochen sehr wenig löslich;
desgleichen in Äther und Petroläther. Es ist sehr schwer verseifbar.
Spez. Gew. bei 15°: 0,970, Schmelzpunkt: 81-83°, Erstarrungspunkt:
80,5-81, V. Z.: 63-93. «Chines. Wachs» zeigte (~G. Buchner~):
S. Z. 6,28-9,74, Ätherzahl 83,82-111,45, V. Z. 90,2-120,17,
Verhältniszahl 11,06-17,9. Es besteht nach ~Brodie~ aus fast reinem
Cerotinsäurecerylester (C₅₂H₁₀₄O₂), d. h. dem Ester der Cerotinsäure
(C₂₆H₅₂O₂ ~Henriques~) und dem Cerylalkohol (C₂₆H₅₃OH ~Henriques~).
Nach ~Herbig~ ist das Vorhandensein einer zweiten hochmolekularen
Säure, einer niedrigen Säure und eines zweiten Alkohols
wahrscheinlich.
Ein Teil des chinesischen Wachses stammt von einer Minicicade,
_Flata limbata_, die lange, dünne, weiße Wachsfäden in so großer
Masse ausschwitzt, daß der ganze Hinterleib davon bedeckt ist. In
Japan sammelt man das von einer Schildlaus auf _Ligustrum Ibota_
ausgeschiedene Wachs.
=Lit.= ~Hanbury~, On the Insect-White Wax of China. Science pap.
60 u. Note of a spec. of insect wax from China. Ebenda 272 (dort
die weitere Literatur). -- ~Beauregard~, Mat. med. zool. 1901. --
~Hosie~, Seifensiederzeit. 1910, 1253 (nach Three Years in Western
Chine). -- ~Semler~, Trop. Agrikultur. -- Chem. Rev. 1897, 290. --
~Brodie~, Lieb. Ann. 67 (1848), 199. -- ~Henriques~, Ber. d. chem.
Ges. 30, 1415. -- ~Benedikt-Ulzer~ a. a. O. (dort weit. Lit.).
Zusätze und Berichtigungen
zu Band II. Erste Abteilung.
S. 7. Zeile 1: CH₂OH nicht CH₂CH. -- Bei d-Fructose: α_{D} = -91°
statt α_{D} = c - 91°.
S. 12. Honig enthält neben Katalase und Diastase auch ein
eiweißlösendes Enzym (~Lenz~ 1910).
S. 19. _Verbascum_ wird auch in Schweighausen bei Hagenau cultiviert
(~Rosenthaler~).
S. 26. Die Fig. 7, von ~Tiedemann~ als «kleinasiatischer Feigenbaum»
bezeichnet, ist +nicht+ _Ficus Carica_. Dementsprechend ist
die Bemerkung auf S. 24, Zeile 8 v. u., daß bei _Ficus Carica_
+Cauliflorie+ vorkommt, zu streichen. Über die neue Abstammungslehre
der Feigen und besonders die Urfeige (_Ficus Carica_ [L] Erinosyce
~Tsch.~ et ~Rav.~) vgl. ~Tschirch~, die Feigenbäume Italiens, Ber.
d. d. Bot. Ges. 1911, sowie die gleichlautende Dissertation von
~Ravasini~, Bern, ~M. Drechsel~ 1912 (mit zahlr. Abbildungen).
S. 27. Parthenogenesis kommt bei der Feige nicht vor. Über die
Caprification vgl. bei ~Ravasini~ a. a. O.
S. 39. Die Fig. 13 ist in den Grandes cultures als «Rosinenmarkt»
bezeichnet. Es beruht dies auf einer Verwechslung von Rosin (=
Colophonium) und Rosine. Die Figur gehört also nicht hierher, sondern
zum Artikel Colophonium.
S. 56. Zeile 27 v. o. statt Amygdalin: Sambunigrin (~Rosenthaler~).
S. 89. Zeile 3 v. u. glycyrrhizinreicher.
S. 132. Dem Artikel Tabaschir habe ich, trotz der Gegenbemerkungen
von ~Hosseus~ nichts hinzuzufügen. Rohrzuckerfabrikation ist erst
seit dem III. bez. VII. Jahrh. n. Ch. beglaubigt (~Lippmann~).
S. 137, Zeile 5 v. o. Es ist möglich, daß κερωνία nichts mit κέρας
(= Horn) zu tun hat, sondern den «keronischen Feigenbaum» bezeichnen
sollte.
S. 154. Die Amylose scheint ein Übergangsprodukt von den
kristallisierenden Sacchariden zu den komplexen Polysacchariden zu
sein (~Botazzi~ und ~Victorow~ 1910).
S. 155. Auch Narcein wird durch Jod blau.
S. 165. ~Wittmack~ betrachtet (1909) _Solanum tuberosum_ L. als gute
Art und als Stammpflanze unserer Kartoffel.
S. 170. _Amylum Marantae_ wurde in Deutschland besonders durch ~Olaw
Swartz~ (Observat. botanicae Erlang. 1791) bekannt, doch bedient man
sich seiner in Deutschland erst seit 1819 (~Dierbach~).
S. 193. Als Verfälschung des Reis ist 1910 Talcum und Asbestpulver
(?) beobachtet (~Lowe~ und ~Taylor~. Lancet 1910, 1687).
S. 209. _Taraxacum_ wird in Jenalöbnitz auch angebaut. Die Ernte geht
nach Nordamerika (1910).
S. 219. Die jetzt in Nordamerika von Maine bis Maryland, Minnesota
und Missouri vorkommende Quecke ist wahrscheinlich von Europa
eingeführt (~Alice Henkel~).
S. 241. Der Literatur ist einzufügen: ~Cross~, ~Bevan~, ~King~ und
~Joynson~, Rep. on Indian Fibres and fibrous substances. London 1887
und
S. 242. ~Cross~ und ~Bevan~, Journ. chem. soc., Ber. d. d. chem. Ges.
und Cellulose an outline of the chemistry of the structural elements
of plants 1895-1906.
S. 243. Erste Erwähnung der Baumwolle im VIII. Jahrh. n. Chr. auf
einem Tonprisma Sanheribs (~Delitzsch~, 1910).
S. 250. Zeile 10 v. u. 20-30% Nicht-Cellulose statt 50-60%.
S. 270. Die schlechteste Sorte _Lichen islandicus_ besteht in Ungarn
aus dem ganzen, vom Boden abgehobenen Rasen und enthält nur 25-40%
der Flechte, sonst viel Moose, Coniferennadeln, Vaccinium u. and.
(~Augustin~).
S. 283. Literatur. Grundlegend ist die Arbeit von ~Schmidt~, Lieb.
Ann. 51, 29 (Jahresb. d. Pharm. 1844, 14).
S. 291. _Chondrus crispus_ enthält Arsen -- in 100 g: 0,07 mg
(~Tassily~ und ~Leroide~).
S. 300. Zeile 1 v. o. die Formel des Methylfurfurols ist:
CH---CH
|| ||
CH₃C C.COH
\ /
O
S. 302. Jod wies in Laminarien bereits ~Price~ 1851 (Journ. pr.
Chem. 55, 232) mikrochemisch nach -- mittelst HCl und KNO₂ und
Stärkekleister.
S. 313. Zeile 19 v. u. chirurgisch statt chirurchisch.
S. 322. Das Linamarin formuliert ~Jonck~: C₃₀H₅₀N₃O₇.
S. 325. Zeile 1 v. o. Cruciferen statt Coniferen.
S. 347. Zeile 3 v. u. Höfles statt Horles; Zeile 2 v. u. Gründlach
statt Grundlach.
S. 356. Auf den Marktplätzen in Budapest verkaufen die Marktweiber
der umliegenden deutschen Ortschaften als «Eibisch» das Kraut von
_Lavathera thuringiaca_, dessen sich auch die ungarischen Kurpfuscher
bedienen (~Augustin~).
S. 357. Zeile 18 v. o. Althaeablüten statt Althaeablätter.
S. 363. Bei den _Fol. Althaeae_ und _Malvae_ ist auch der Arbeit
von ~Netolitzky~, Bestimmungsschlüssel der Dikotyledonenblätter zu
gedenken.
S. 458. nhd. Kork wurde nach dem XV. Jahrh. durch niederländische
Handelsbeziehungen aus span. corcho entlehnt.
S. 479. Die bisweilen in russischem und galizischem _Lycopodium_
beobachtete Weizenstärke rührt wohl von den Getreidesäcken her, in
die die Droge gefüllt wurde (~Augustin~).
S. 487. Zeile 12 v. o. ~Wichers~ und ~Tollens~.
S. 489. Überall Ebstorf statt Ebsdorf.
S. 494. Hinzufügen: ~Rosenthaler~ und ~Türk~, Über die absorbierenden
Eigenschaften verschiedener Kohlensorten. Arch. Pharm. 1906, 517. --
Zeile 2 v. u. ist «und Histidin» zu streichen.
S. 495. Die Formeln lauten:
CH₃\
Leucin = CH.CH₂.CH(NH₂).COOH.
CH₃/
C.NH₂ CH
/ \\ / \\
ferner: HN NH HN N
| | |
CH₂.CH₂.CH₂.CH(NH₂).COOH. HC = C.CH₂.CH(NH₂).COOH
Arginin Histidin
S. 546. Zeile 26 v. o. Myristinsäure statt Myristicinsäure.
S. 553. Zeile 19 v. o.: 1 Phase > C = C < + O₂ statt > C = < + O₂.
S. 563. Zeile 32 v. o. lit. statt lat.
S. 569. Mohnsamen wurden 1911 verfälscht gefunden mit Samen von
_Hyoscyamus niger_ und Zucker (Journ. pharm. 1911, 72). Der russische
enthielt (1910) meist die Samen der einjährigen Varietät von
_Hyoscyamus agrestis_ (~Dégen~).
S. 576. bei der Baudouinschen Reaktion wirkt w-Oxymethylfurfurol
(~Rosenthaler~).
S. 589. Fettes Senföl wird in riesigen Mengen in Indien als Speiseöl
dargestellt (Tropenpfl. 1909, 413).
S. 606. Zeile 17 v. u. Die Analyse von ~Rosenthaler~ und ~Schaeffer~
bezieht sich auf süße Aprikosenkerne von +Südfrankreich+ (Pharm.
Centralh. 1911, Nr. 19).
S. 612. Der Ertrag an Oliven betrug in Spanien 1909: 13982939, 1910:
6246189 dz an Öl 1909: 2397720, 1910: 1085088 dz; die mit Ölbäumen
bepflanzte Fläche 1910: 1416122 ha.
S. 620. ~Holde~ fand im Olivenöl: C₃H₅(C₁₇H₃₃O₂)₂C₁₈H₃₅O₂.
S. 646 und 651 sowie Taf. XVII statt Browne überall Bowne.
S. 682. Bei Myristicin und Myristicinsäure sind die 2 doppelten
Bindungen einzutragen.
S. 684. Zeile 3 v. o. ist hinzuzufügen: ~Thoms~, Constitut. d.
Myristicins Arb. d. pharm. Inst. Berlin I, 18.
* *
*
Bei der Bearbeitung bin ich in liebenswürdigster und
verdankenswertester Weise von zahlreichen Kollegen und früheren
Schülern unterstützt worden, mein treuster Mitarbeiter war aber meine
Frau.
Die pflanzlichen Schädlinge hat Prof. ~Ed. Fischer~ (Bern), die
tierischen Apotheker ~Israël~ (Gera), die Taxen und 4 Karten (im I.
Bande) Dr. ~Tunmann~ (Bern) bearbeitet.
Alle Bogen hat Prof. ~von Lippmann~ (Halle), viele Prof. ~Tollens~
(Göttingen) in der Korrektur durchgelesen, einige Kapitel auch
Direktor ~Bull~ (Bergen), Prof. ~T. F. Hanausek~ (Krems), Prof.
~Hartwich~ (Zürich) und Prof. ~Winterstein~ (Zürich), denen allen ich
wertvolle Winke verdanke.
Auskünfte verdanke ich ferner Prof. ~von Wisselingh~ (Groningen),
Prof. ~Windaus~ (Freiburg i. B.), Dr. ~Ravasini~ (Rom), Dr.
~Emmanuel~ (Athen), Dr. ~Peckolt~ (Rio de Janeiro), Prof. ~Greenish~
(London), Prof. ~van der Wielen~ (Amsterdam), Dr. ~Greshoff~
(Haarlem), Dr. ~Senft~ (Prag), Medizinalrat ~Döll~ (Karlsruhe),
Dr. ~Tisza~ (New York), Prof. ~Schröter~ (Zürich), Dr. ~Rosenberg~
(Liestal), ~Woldemar Ferrein~ (Moskau), Prof. ~Rikli~ (Zürich),
Dr. ~Keller~ (Zürich), Prof. ~Otto Müller~ (Berlin), ~Schwarz~
(Nürnberg), ~Kraft~ (Würzburg), Prof. ~Morpurgo~ (Triest), ~J.
Novák~ (Prag), Dr. ~Netolitzky~ (Czernowitz), Prof. ~Mitlacher~
(Wien), Prof. ~Rosenthaler~ (Straßburg), Prof. ~A. Forel~ (Yvorne),
Dr. ~Augustin~ (Budapest), ~Wartmann~ (Biel), Prof. ~van Itallie~
(Leiden), Prof. ~Oesterle~ (Bern), ~F. Kundrát~ (Pilsen), ~E. Krarup~
(Odense, Dänemark), Prof. ~Rosendahl~ (Stockholm), ~Hausding~
(Cölleda), ~R. Schmid~ (Naumburg), ~A. Weber~ (Zehlendorf) und den
Drogenhäusern und Fabriken von ~Caesar-Loretz~ (Halle), ~Fritz~
(Wien), ~Gehe & Co.~ (Dresden), ~Grossmann~ (Hamburg), ~Siegfried~
(Zofingen), ~Schimmel & Co.~ (Miltitz), Norddeutsche Wollkämmerei
(Delmenhorst), sowie zahlreichen deutschen Konsulaten des Auslandes.
+Philologisch-historischen+ Rat empfing ich von Prof. ~Seybold~
(Tübingen), Prof. ~Marti~ (Bern), Dr. ~Oefele~ (Neuenahr), Prof.
~Müller-Hess~ (Bern), Dr. ~Dorveaux~ (Paris), Prof. ~Lotmar~ (Bern).
+Abbildungen+ verdanke ich in erster Linie dem +Koloniaal Museum+
Haarlem (Dr. ~Greshoff~ und Dr. ~Dekker~), ~Stafford Allen and
Sons~ (Long Melford), Dr. ~Tunmann~ (Bern), ~Wellcome~ brothrs.
(London-Khartum), ~Roure-Bertrand~ (Grasse), Prof. ~van der Wielen~
(Amsterdam) und Prof. ~Perrot~ von der Ecole supér. de pharmacie in
Paris; dann Prof. ~Hartwich~ (Zürich), Dr. ~Marloth~ (Kapstadt), Dr.
~Hooper~ (Kalkutta), Dr. ~Ravasini~ (Rom), Dr. ~Weigel~ (Hamburg),
~Bull~ (Bergen), Dr. ~Svendsen~ (Kristiania), Prof. ~Benedicenti~
(Genua), ~MacEwan~ Editor of the Chemist and Druggist (London), Prof.
~Moeller~ (Wien), Dr. ~Hällström~ (Helsingfors), Dr. ~Businger~
(Zürich), Dr. ~Kramer~ (Zürich), ~Scott~ und ~Bowne~ (Frankfurt
a/M.), sowie zahlreichen Zeitschriften, Hand- und Lehrbüchern. Das
+Kew-Museum+ hat mir die photographische Aufnahme zahlreicher Objekte
gestattet und Prof. ~Greenish~ hatte die Güte, viele derselben
aufzunehmen. Zahlreiche photographische Aufnahmen hat in meinem
Institute auch Prof. ~Oesterle~ gemacht.
Druck von Poeschel & Trepte in Leipzig