Es ist mir, als ob, ohne daß ich es klar weiß, alles, was ich erlebt
habe und lebe, war und bin, in irgend einer wunderbaren Weise einer
Erfüllung entgegenginge, die sich vollzieht, ohne daß ich einen Finger
rühren kann. Während all dem lebe ich mein gewöhnliches Leben, und ich
glaube nicht, daß Jemand mich eigentlich verändert findet. Ich bin froh,
wenn ich herauskomme und Menschen treffe, sogar ausgelassen. Denn das
lindert.
Aber daheim lebe ich mein wirkliches Leben. Und unablässig habe ich dort
das Gefühl, als glitte über sie und mich etwas von dem, wovon ich einmal
selbst in einem ganz anderen Zusammenhang geschrieben habe, daß es
»größer als Glück und Unglück« ist, etwas von dem, das keinen Namen hat.
In all dem ist natürlich meine Frau der Mittelpunkt. Ob sie der
Gesundheit oder dem Untergang entgegengeht, weiß ich nicht. Dies scheint
mir jetzt etwas zu sein, in das ich nicht eingreifen kann. Es kommt mir
zuweilen vor, als stünde ich außerhalb, als hätte ich keinen Teil daran
und könnte es niemals erreichen. Und in all dem ist keine
Ueberspanntheit, nur eine resignierte Sehnsucht, die farblos ist.