17. Dezember.

Es ist mir, als ob, ohne daß ich es klar weiß, alles, was ich erlebt

habe und lebe, war und bin, in irgend einer wunderbaren Weise einer

Erfüllung entgegenginge, die sich vollzieht, ohne daß ich einen Finger

rühren kann. Während all dem lebe ich mein gewöhnliches Leben, und ich

glaube nicht, daß Jemand mich eigentlich verändert findet. Ich bin froh,

wenn ich herauskomme und Menschen treffe, sogar ausgelassen. Denn das

lindert.

Aber daheim lebe ich mein wirkliches Leben. Und unablässig habe ich dort

das Gefühl, als glitte über sie und mich etwas von dem, wovon ich einmal

selbst in einem ganz anderen Zusammenhang geschrieben habe, daß es

»größer als Glück und Unglück« ist, etwas von dem, das keinen Namen hat.

In all dem ist natürlich meine Frau der Mittelpunkt. Ob sie der

Gesundheit oder dem Untergang entgegengeht, weiß ich nicht. Dies scheint

mir jetzt etwas zu sein, in das ich nicht eingreifen kann. Es kommt mir

zuweilen vor, als stünde ich außerhalb, als hätte ich keinen Teil daran

und könnte es niemals erreichen. Und in all dem ist keine

Ueberspanntheit, nur eine resignierte Sehnsucht, die farblos ist.

Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe · 第 12 / 21 题