8. Dezember.

Es ist lange her, seit ich mein Tagebuch berührt habe. Aber das kommt

daher, daß ich gearbeitet habe. Ich habe ein Theaterstück geschrieben,

und es ist wunderlich zugegangen. Mitten in Korrekturen und Arbeit aller

Art, in der Kränklichkeit meiner Frau und einer Nervosität, die mir mein

ganzes Wesen wie eine Bogensaite gespannt erscheinen ließ, bin ich des

Morgens aufgestanden und habe mir die Zeit zum Schreiben gestohlen. Ich

habe Nacht für Nacht bis zwei Uhr geschrieben. Ich habe Whisky

getrunken, um mich wach zu erhalten. Ich bin mitten in der Arbeit

ausgegangen und habe soupiert, um Lärm zu hören und Gesichter von

Menschen zu sehen, mitten in einem fieberhaften Leben zu sein, es um

mich wogen und meine Schläfen brennen zu fühlen.

Aber das Stück wurde fertig, und ich fühle nur eine große Mattigkeit.

Was ich erreichen will, ist jetzt wahrlich weder Ruhm, noch

Schriftstellerfreude. Ich habe das Gefühl, als lebte mein Hirn allein

auf Kosten des ganzen übrigen Körpers. Ja, es ist schade, daß der Tag

nur vierundzwanzig Stunden hat, wenn es gilt, das Unmögliche zu

erreichen.

Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe · 第 11 / 21 题