Es ist lange her, seit ich mein Tagebuch berührt habe. Aber das kommt
daher, daß ich gearbeitet habe. Ich habe ein Theaterstück geschrieben,
und es ist wunderlich zugegangen. Mitten in Korrekturen und Arbeit aller
Art, in der Kränklichkeit meiner Frau und einer Nervosität, die mir mein
ganzes Wesen wie eine Bogensaite gespannt erscheinen ließ, bin ich des
Morgens aufgestanden und habe mir die Zeit zum Schreiben gestohlen. Ich
habe Nacht für Nacht bis zwei Uhr geschrieben. Ich habe Whisky
getrunken, um mich wach zu erhalten. Ich bin mitten in der Arbeit
ausgegangen und habe soupiert, um Lärm zu hören und Gesichter von
Menschen zu sehen, mitten in einem fieberhaften Leben zu sein, es um
mich wogen und meine Schläfen brennen zu fühlen.
Aber das Stück wurde fertig, und ich fühle nur eine große Mattigkeit.
Was ich erreichen will, ist jetzt wahrlich weder Ruhm, noch
Schriftstellerfreude. Ich habe das Gefühl, als lebte mein Hirn allein
auf Kosten des ganzen übrigen Körpers. Ja, es ist schade, daß der Tag
nur vierundzwanzig Stunden hat, wenn es gilt, das Unmögliche zu
erreichen.