Die +Frauenkleidung+ gleicht im großen und ganzen der der Männer. Auf
dem Lande gehen die Frauen im Sommer so gut wie nackt, nur mit einem
Schurz bekleidet, Knaben überhaupt vollständig nackt. Die Städterinnen
legen weite Hosen, eine lange Unterjacke (Yelek), einen Gürtel und eine
Jacke und beim Ausgang darüber noch ein langes, weites, schwarzseidenes
Oberkleid (Tôb) an. Das Haar tragen die Frauen in unzählige kleine
Zöpfchen geflochten, in die sie mit schwarzer Seide noch Münzen binden.
Auf dem Kopfe tragen sie eine Art Turban mit einer Verzierung aus Gold
oder vergoldetem Metall, Kûrs genannt, und darüber einen schwarzen
oder weißen Schleier, der das ganze Gesicht bedeckt und nur die Augen
freiläßt. Typisch ist ferner noch ein eigenartiges Schmuckstück
zwischen den Augen, eine kleine Walze aus Gold oder Messing, um die
zwei Rillen herumlaufen. Die Fellachinnen begnügen sich mit einem
Kopfschleier, mit dem sie auch ihr Gesicht bedecken können. +Schmuck+
um Hals, Arme, Finger und an den Ohren ist sehr beliebt. Die Männer
tragen keine Ohrringe, obwohl ihnen als Kindern die Ohrläppchen
durchstochen werden; nur die Stutzer in Oberägypten hängen sich oft
einen schweren einzelnen Ring in das eine Ohr.
Die +Nahrung+ der Ägypter ist eine recht bescheidene, man kann fast
sagen, erbärmliche, was größtenteils auf den vielen Fasten beruht,
die einen ziemlichen Teil des Jahres in Anspruch nehmen. Sie leben
meistens von Brot oder Fladen aus Weizen- und Hirsemehl, gerösteten
Getreidekörnern, Früchten, Erbsen, Bohnen, Linsen, Eiern, Milch, Käse
und Fischen; als Leckerbissen kommen gelegentlich Geflügel, Hammel-,
Ziegen- und Büffelfleisch auf den Tisch. Den Kopten ist der Genuß von
Schweine- wie auch von Kamelfleisch verboten. Zur Zeit der Fasten
besteht die tägliche Nahrung nur aus Erbsen, Bohnen und Fischen. Wein
rühren die Mohammedaner nicht an, obwohl davon sehr viel für die unter
ihnen lebenden Griechen und Italiener, die ohne ihn nicht leben können,
eingeführt wird.
Die Fellachen leben meistens auf dem Lande und treiben +Ackerbau+,
dabei wenden sie noch ganz dieselben ursprünglichen Bearbeitungsweisen
an wie ihre Vorfahren vor Tausenden von Jahren. So dreschen sie noch
heutigestags das Getreide mit Hilfe eines Dreschschlittens aus und
bewässern ihre Ländereien mit dem Schöpfrade. Sie +wohnen+ in elenden
Hütten, die aus Nilschlamm errichtet sind.
[Illustration:
Phot. Lehnert & Landrock, Tunis.