Auch in ihrer +Kleidung+ gleichen sich Christen und Mohammedaner
Ägyptens. Die oberen Klassen tragen meistens europäische Kleidung, mit
Ausnahme des mohammedanischen Fes und des christlichen Tarbusch. Der
junge Mann aus dem unteren und dem Mittelstande in den Städten trägt
über seiner Landestracht einen kurzen Rock nach europäischem Schnitt
an Stelle des feinen schwarzen Gewandes, das der reiche Fellache auf
dem Lande sich umhängt. -- Die +nationale Tracht+ besteht in weiten
Beinkleidern, einem weichen Hemd, einer kurzen Weste ohne Ärmel und
einer langen, bis zu den Knöcheln reichenden Jacke aus gestreiftem
baumwollenem oder seidenem Stoff, die vorn offen ist und lange Ärmel
aufweist. Sie wird meistens durch einen Gürtel über den Hüften
geschlossen gehalten. Zur Winterszeit gehört zur Kleidung noch ein
großer schwarzer Mantel aus Tuch oder Seide, der alles umhüllt. Nur in
ihrer +Kopfbedeckung+ unterscheiden sich die beiden Religionen: der
Mohammedaner trägt einen türkischen Fes mit kurzer, schwarzer Troddel,
der Kopte einen Tarbusch aus weicherem Stoff und von dunklerer Farbe
mit langer, blauer Troddel. Fes und Tarbusch werden beständig getragen
und gelten als Abzeichen männlicher Würde; es einem vom Kopfe zu
schlagen, kommt der schwersten Beleidigung gleich. Keine Kopfbedeckung
zu besitzen, ist das Zeichen schrecklicher Armut und in dieser
Beziehung etwa dem Barfußgehen unter Europäern gleichbedeutend.
[Illustration:
Phot. Em. Frechon, Biskra.