Das +Leben der Negerkinder+ Ostafrikas spielt sich meistens recht
sorglos ab, denn auch hier kennt man eine Reihe +Spiele+, an denen die
Kleinen sich wie bei uns vergnügen. Die Jungen rotten sich zu kleinen
Trupps im Dorfe zusammen und treiben ihr Wesen: sie bauen Hütten,
formen Sandkuchen, nehmen Schießübungen mit kleinen Bogen und Pfeilen
vor, machen Lärm auf der Trommel, lassen Kreisel tanzen und anderes
mehr, während die Mädchen sich aus Lumpenbündeln oder Ton höchst
einfache Puppen zurechtmachen, die sie nach dem Vorbilde ihrer Mütter
besorgen. Bei vereinzelten Stämmen tritt allerdings frühzeitig der
Ernst des Lebens an die Kinder heran; sie müssen den Eltern beim Hüten
des Kleinviehs, mit Wasserholen und durch sonstige Hilfeleistung an die
Hand gehen.
[Illustration:
Phot. H. H. Johnston.
Abb. 453. Masaifrau.
Die Mädchen der Masai begnügen sich mit wenigen Armbändern. Wenn
sie aber in die Ehe treten, legen sie dicke, schwere Ärmel aus
Eisenspiralen an, auch rupfen sie sich die Augenbrauen aus und rasieren
sich das Kopfhaar.]
[Illustration:
Phot. A. C. Hollis.
Abb. 454. Tanz der Eingeborenen von Mombassa,
dem Haupthafenplatz von Britisch-Ostafrika.]
[Illustration:
Phot. The Hon. K. R. Dundas.
Abb. 455. Sukleute beim Tanz.
Man schließt einen Kreis um die Tänzer. Ein Teil der ihn bildenden
Leute klatscht in die Hände und singt, andere springen kerzengerade mit
steifem Oberkörper in die Höhe.]
[Illustration:
Phot. H. S. W. Edwardes.
Abb. 456. Steckenpferdreiter,
der sich wie ein richtiger Reiter aufführt. Das Pferd besteht aus einem
Bambusgestell, das mit Tüchern behängt ist.]
[Illustration:
Phot. H. S. W. Edwardes.
Abb. 457. Marionettenvorstellung.
Die unter einem Tuche verborgene Person führt zur Freude der Zuschauer
Puppen vor, ähnlich wie bei unserem Kasperltheater.]
[Illustration:
Aus: Weiß, Völkerstämme Ostafrikas.