mit großen hölzernen Zylindern in den Ohren.]
Auch an die +Schwangerschaft+ knüpft sich mancherlei Aberglaube. Der
Makonde fertigt seiner Frau, die zum ersten Male guter Hoffnung ist,
unter Gesangbegleitung einer Verwandten ein Amulett aus Rindenstoff
an, das mit Perlen bestickt und der angehenden Mutter um den Hals
gehängt wird. Bei den Wandorobbo muß die Schwangere den Genuß von
gefallenem oder durch Raubtiere geschlagenem Wild vermeiden, ebenso
Honig, in dem sich tote Bienenlarven befinden. Sie darf auch nicht
in die Nähe eines Chamäleons oder einer Schlange kommen, weil dieses
alles der Frucht schaden könnte. Bei den Masai trennen sich die
Ehegatten, sobald sich die junge Frau schwanger fühlt. Während dieser
ganzen Zeit und auch noch ungefähr ein Jahr nach ihrer Niederkunft
darf sie mit keinem Manne geschlechtlichen Verkehr haben; auch muß sie
währenddessen allen Schmuck ablegen, angeblich um dadurch keinem Manne
zu gefallen. Kurz vor der Geburt darf der Ehemann auf keine Reise mehr
gehen, noch in den Krieg ziehen, sondern muß in der Nähe des Krals
sich aufhalten; der Zutritt zur Hütte, wo die Schwangere sich aufhält,
ist ihm jedoch verboten. Will eine Wandorobbofrau einem anderen Kral
einen Besuch abstatten, so muß sie sich vorher ihre Stirn mit weißem
Ton anstreichen, um sich kenntlich zu machen, außerdem auf dem Wege
dorthin sich von einem kleinen Mädchen an der Hand führen lassen; bei
Nichtbefolgung dieser Vorschrift würde sie die Gefahr einer Fehlgeburt
laufen.
[Illustration:
Phot. A. C. Hollis.