Die +Leiche+ wird für gewöhnlich gewaschen, in einen Lamba gekleidet
und in einen ausgehöhlten Baumstamm gelegt, den ein oft dachförmiger
Deckel schließt. Dieser ist häufig mit Schnitzereien verziert; bei den
Tanala trägt er, wenn es sich um einen regierenden Häuptling handelt,
zwei halbmondförmig gekrümmte Hörner. Die östlichen Stämme stellen den
Sarg entweder einfach auf die Erde oder auf ein Gerüst inmitten von
Palisaden, die mit Blättern überdacht werden. Die Antankarana setzen
ihn in natürlichen Grotten des Kalksteingebirges bei, die übrigen
Inselbewohner begraben ihn in der Erde. Vielfach wird der Sarg noch
mit einem Steinhaufen zugedeckt. Manche Sakalavenfamilien umgeben die
Gräber mit Pfosten, auf denen sich Schnitzereien in Form von Menschen,
Krokodilen, Vögeln und so weiter befinden. Die Merina graben gewöhnlich
eine Totenkammer, über der sie für Adlige ein kleines Haus erbauen. Bei
den Hova wird eine kleine rechtwinklige Mauer errichtet, in der man
Steine anhäuft; die Winkel werden mit besonders großen Steinen versehen.
[Illustration:
Phot. Underwood & Underwood.
Abb. 428. Zeremonialtracht der Watatura,
eines Bantustammes, der in Tracht und Bewaffnung die Masai nachahmt.
Ihre Kleidung besteht hauptsächlich aus Colobusfellen, ihr Schmuck aus
Straußenfedern.]
[Illustration: