Ist die Verlobung zustande gekommen, so beginnen acht Tage vor dem
zur +Hochzeit+ festgesetzten Termin die festlichen Vorbereitungen.
Abend für Abend versammeln sich Freunde und Verwandte entweder auf dem
Dreschboden des Dorfes oder auf dem Hofe des Hauses und unterhalten
einander mit Rätselaufgeben und besonders mit einem Tanz, der ein
Bärentanz zu sein pflegt. Ein Mann stellt sich in die Mitte eines
Halbkreises von Frauen und gebärdet sich wie ein Bär; er stößt allerlei
Töne aus, die sich wie lautes Grunzen anhören, und bewegt sich
taktmäßig auf die Frauen zu, die zu dem rhythmischen Trommelschlag
einer Musikbande in die Hände klatschen und das ziemlich laute Grunzen
mit schriller Stimme beantworten. Auf diese Weise wollen sie andeuten,
daß sie den Bären vom Dorfe zurückschrecken, damit er die junge Braut
nicht einfange. Die Männer führen einen Schwertertanz (Abb. 381 u.
386) auf, bei dem sie ähnliche Possen treiben, im besonderen sich in
verschiedenen lächerlichen Stellungen versuchen. Sie klirren mit den
Schwertern, um die bösen Geister zu vertreiben, die in dem Rufe stehen,
dem Brautpaar Leid zuzufügen.
[Illustration: Das jüdische Osterfest der Samaritaner.
Die Samaritaner versammeln sich, vorausgesetzt daß ihnen von türkischen
Soldaten genügend Schutz gewährleistet wird, im Freien innerhalb einer
von Steinen erbauten Umfriedigung bei Sonnenuntergang, um das Osterfest
abzuhalten. Die Männer lesen vor dem Hohenpriester den Exodus XII, 6.
Die Lämmer werden von dem Schochetim ergriffen, von dem Hohenpriester
geprüft und geschlachtet, worauf man sie rasch für das Rösten in einer
Grube zurichtet.]
[Illustration:
Phot. Amerikanische Kolonie, Jerusalem.