Abb. 333. Grab eines Scheiks zu Schiras.]

Endlich setzt sich der Hochzeitszug in Bewegung. Die Braut fährt in

einem Wagen; Brot, Salz und Käse führt sie in einem Taschentuch mit

sich. Regen bei dieser Fahrt bedeutet besonderes Glück. Der Bräutigam

erwartet die Ankommenden in der Nähe seines Hauses, seine weiblichen

Verwandten rufen der Braut zu: „Wir haben dich aufgenommen.“ Der

Bräutigam schließt sich dem Zuge bis zu seinem Heim an. Hier werden

noch Schafe geopfert, um den bösen Blick abzuwenden, und nun kann die

junge Frau endlich ihr neues Heim betreten. Hier wird sodann eine

große Freudenfeier abgehalten, zu der besondere Tänzer und Musikanten

(Abb. 317 u. 332) eingeladen worden sind; in dem Hochzeitszimmer wird

glückbringende Raute über einem Kohlenbecken verbrannt. Der junge

Ehemann entfernt seiner Frau die Oberkleidung und nimmt ihr, nachdem

sie sich gegenseitig die Füße gewaschen haben, den Schleier ab; beide

betrachten sich nun wieder gegenseitig im Spiegel. Bei der sich daran

anschließenden Mahlzeit steckt eines dem anderen einen Bissen in

den Mund. Nach dem Essen brechen die Verwandten auf, nachdem sie im

Brautgemach der jungen Frau beim Entkleiden behilflich waren. Der junge

Gatte trägt dabei zum Schluß einige artige Verse vor.

[Illustration:

Phot. E. Crawshay Williams.

Abb. 334. Weihgaben, die persische Mädchen am Grabe des Cyrus (vom Volk

als Grab der Mutter Salomons bezeichnet) darbringen, um Erfüllung ihrer

Wünsche zu erlangen.]

[Illustration:

Phot. Henri D’Allemagne.

Abb. 335. Szene von einem persischen Begräbnis.

Die Sitten der Völker, Zweiter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 173 / 254 题