Die +Toten+ der Naga werden zunächst nicht beerdigt, sondern fünf
bis sechs Tage im Hause behalten, hierauf mittels eines Feuers
tüchtig angeräuchert. Um den Verwesungsgeruch etwas erträglicher zu
machen, zünden die Angehörigen auch vor dem Hause ein Feuer an; hier
bauen sie auch alle Habseligkeiten des Verstorbenen, seine Waffen,
Schmucksachen, Jagdbeute, in früheren Zeiten auch die erbeuteten Köpfe
der Feinde auf. Ist der Räucherung Genüge geschehen, dann wird der
meistens schon in Verwesung übergegangene Leichnam ohne besondere
Feierlichkeit auf den Begräbnisplatz vor dem Dorfe getragen und hier,
mit Flechtwerk und gespaltenen Bambusstangen wie ein Wickelkind fest
eingewickelt, auf einer aus Bambuspfählen aufgebauten Plattform,
dem sogenannten Majan, ausgesetzt, wo er auf seine Auferstehung
warten muß. Über dem Toten wird dann noch ein kleines Strohdach
errichtet und an der Begräbnisstelle sämtliche äußeren Abzeichen des
Verstorbenen aufgehängt. War er ein großer Krieger, dann bilden diese
ausgestellten Gegenstände wegen ihrer großen Anzahl gleichsam ein
kleines Museum; sie werden aber nicht in Natura aufgehängt, sondern in
Miniaturnachahmungen. -- Stirbt ein Krieger eines natürlichen Todes,
dann muß sein nächster männlicher Verwandter mit einem Speere die
Leiche verwunden, damit sie bei ihrem Erscheinen im Jenseits mit dem
gleichen Kriegergruß empfangen werde wie jemand, der im Kampfe fiel.
[Illustration:
Phot. Captain F. M. Bailey.