»Gott sei Dank!« begrüßen sie ihn. Dankwart, Kunz, Gisbert sind da. In
Kunz ist das harte Feuer: »Wir werden ihnen die Reißzähne zeigen!«
Jeder bewaffnet sich für alle Fälle mit Pistole und Gewehr. Horst
befiehlt: »Warnungsschüsse natürlich. Nur Warnungsschüsse. Bis zum
letzten.« Und noch einmal schärft er ihnen ein: »Bis zum letzten.«
»Heißt, bis die andern uns mit 'ner Kugel holen!« knurrt Dankwart.
»Schad nix. Sterben wir in Schönheit!« knurrt Kunz zurück. »An unserer
Sisasentimentalität.«
Die Feinde zögern. »Blockhaus -- Rothäute. Ganz nickkartermäßig wird
einem zu Mut.«
Zu lange zögern die Feinde. Die diesige Luft klärt sich auf. Der Himmel
gibt Sternenschein. Jetzt sind nur noch zwei Seiten gefährlich. Das
weite Schußfeld der Heide vor ihnen bietet keine Überrumpelungs-, keine
Angriffsmöglichkeiten mehr. Wenn die Feinde stürmen, kommen sie den Hang
herunter und brechen aus den Knickbüschen zur Rechten.
Und nun -- sie brechen aus den Knickbüschen. Horst durchzuckt es: nur
von der einen Seite -- nicht auch zugleich von den Hügeln -- soll das
eine Kriegslist sein?
Es war eine List. Diese kleine Schar sollte ablenken. Der Hauptstoß
sollte von oben erfolgen --
Tak -- tak -- tak -- tak -- tak -- das Maschinengewehr gegen die
Stürmenden. Dieses tödlich unheimliche Tacken -- der scharfe
Pendelschlag des Verderbens -- die Herzen stocken -- die Reihen wanken
-- Rufe -- Schreie -- gereckte Arme -- wirbelnde Glieder -- fliehend
stieben sie auseinander.
Jetzt das Gros von der Höhe -- mit wildem Hurra -- das Brüllen soll das
Tak-Tak übertönen. Aber scharf reißen diese Todestaktschläge hindurch --
zwei Maschinen auf dieser Seite -- sie arbeiten gegeneinander auf --
überbieten sich -- wetteifern im Verderben --
Wer kann dagegen an! Auch hier stocken die Reihen -- wogen durcheinander
-- fluten zurück -- zerflattern in rasender Flucht -- über ihnen pfeifen
die Kugeln --
Nur ein kleiner Stoßtrupp, fünf, sechs Mann sind mutig vorgestürmt --
zwei Handgranaten fliegen -- Knall, Rauch, sprühender Sand, Fetzen von
Erde -- Handgemenge -- mit einem Kolbenschlag wirft Horst den nieder,
der gegen ihn anspringt.
Die andern werden überwältigt und entwaffnet. Vier Siedler sind
getroffen, nicht schwer. Der Gegner von Horst liegt besinnungslos. Die
Entwaffneten stehen dumpf, geduckt, verbissen. »Geht nach Haus und grüßt
Eure Großmutter!« sagt ihnen Kunz.
»Wir wollen -- unsern Genossen mitnehmen!« fordert der eine.
Horst hat Umschau gehalten. Von den Feinden ist nichts mehr zu sehen.
Sie fluten nach der Stadt zurück. Von denen ist nichts mehr zu besorgen.
Jetzt trat er ruhig zu dem Besinnungslosen. »Ich glaube nicht, daß er
transportfähig ist«, sagte er bestimmt. »Sie müssen ihn schon
hierlassen.«
»Er soll mit. Wir tragen ihn --« erklärten die Genossen.
»Was jetzt soll, sage ich hier. Nicht Sie. Er bleibt. Ich hoffe, er ist
zu retten. Aber nur so. Einer von Ihnen kann ja seine Pflege mit
übernehmen.«