Mit zornigem Fluch sprang er auf und verstellte ihr den Weg. »Wohin?«

Da hob sie flehend die Hände. »Zu ihm! Zu ihm! Ob er tot oder lebig ist.

Laß mich, laß mich! Ich muß zu ihm.«

»Zu ihm? Und warum zu ihm?«

»Weil ich sterb, wenn ich bleiben muß!« Wie von Sinnen faßte sie ihn am

Arm und suchte ihn von der Türe wegzuzerren. Er schleuderte sie zurück,

daß sie zu Boden sank; sie raffte sich auf und stürzte wieder auf ihn

zu.

»Dirn!« knirschte er. »Du tust mir keinen Schritt aus dem Haus, oder --«

Er riß ein Beil von der Wand.

»Jesus im Himmel! Polzer!« kreischte Sepha, aber sie hatte nicht die

Kraft, sich aufzurichten.

Mit ausgebreiteten Armen stand Gittli vor dem Bruder. »Schlag zu, schlag

zu! Hast ihn doch auch erschlagen. Tust mir nur eine Freud an, wenn du

zuschlagst, daß ich dalieg und meinen letzten Schnaufer mach. Schlag zu!

Oder traust du dich nit? Meinst du, es wär an einem schon genug? Dann

geh von der Tür und gib meinen Weg frei!«

Sie stand vor ihm mit blitzenden Augen, als wäre sie gewachsen und um

Jahre gealtert in dieser Stunde.

Der Klosterjaeger: Roman aus dem XIV. Jahrhundert · 第 8 / 52 题