Franz fragt sich vergebens: »Warum ist dies alles?«

Aber nicht einmal dem intimsten Freunde vertraut er sich an, dem

Schwind, der die gleichen Schmerzen trägt.

Äußerlich ist es nur eine stille Traurigkeit, die man ihm anmerkt,

aber das ist man bei Franz gewohnt, wenn er gerade nicht lichterloh in

Flammen steht.

»Es ist einmal so!« sagt eine Stimme inwendig.

Die Abreise kommt, das erlösende Wort ist nicht gesprochen. Es schnürt

ihm die Kehle zu, wenn er daran denkt; keinen Laut brächte er hervor.

Melusine ist gleichmäßig freundlich und liebreich, aber ihr Wesen ist

allzu geglättet, jeder Versuch, ihr näher zu kommen, gleitet ab; wenn

sie nicht will, ist es vergebens. Das erfährt auch der Hönig, diese

dreiste Hufeisennase.

»Auf der Heimfahrt, auf der Heimfahrt!« denkt Franz und reimt sich

schon manches liebe Wort zusammen.

Aber mit der gemeinsamen Heimfahrt wird es nichts. Schober hat es im

Rat der Götter anders beschlossen. Man weiß ja: er trägt sich mit einem

Opernstoff, den Schubert komponieren soll. Ach ja, das ist der Weg zum

neuen Ruhm, zu dem heißersehnten Ziel, wo er stehen möchte neben dem

großen Wolfgang Amadeus oder zumindest neben dem volksmäßigeren Karl

Maria.

»Du wirst höher greifen als Weber im ›Freischütz‹! Ja, das wirst du!«

Die Freunde wissen es.

Einer, der hinter jedem Vers den heroischen Schritt des Dramas

aufklingen läßt, der ist berufen, der Oper neues Leben zu geben.

»Es verpflichtet dich, vorsichtig zu sein in der Wahl des Stoffes!«

warnt der treue Schwind. »Du brauchst einen Text, darin die Worte

sparsam gewählt und mit Kraft gesättigt sind -- dann wirst du

einen neuen Opernstil schaffen. Verzettle deine Kraft nicht an dem

geschwätzigen Schund, der sich fast in allen Werken dieser Art breit

macht. Laß dir deine Erfahrungen mit den ›Zwillingsbrüdern‹ und der

›Zauberharfe‹ zur Warnung sein!«

Schober gibt seine halb vollendete Dichtung »Alfonso und Estrella«

zum besten, Franz ist entzückt, Schwind schüttelt denklich den Kopf.

Der Cherubim ist in einer unangenehmen Zwickmühle. Er möchte Franz

vor einer unnötigen Zeitvergeudung der kostbaren Kraft bewahren und

andererseits dem geliebten Schober nicht wehe tun. Was tun also? Den

Freund dem Freunde opfern? Ein Schuft, wer mit der Wahrheit allzu

ängstlich umgeht!

»Tu's nicht, Franz,« ratet Schwind, »es ist nichts daran an der

ganzen Großmutsgeschichte. Eine unklare Handlung, ein breites

Geschwätz, Liebe, Politik und Langweile durcheinander gemischt. Das

spanisch-maurische Kostüm kann es nicht retten. Geh' vorsichtig um mit

deiner Kraft, verwende sie aufs beste, sonst kommst du leicht auf den

Holzweg. Es wäre schade um dich und um deine gute Sache.«

Aber Franz ist blind und taub gegen diese Einwendungen. So begeistert

ist er von Schobers Dichtung.

»Am besten, wir lassen das lose Pack allein heimfahren und richten uns

hier häuslich ein!« schlägt Schober vor.

»Im Herbste kommen wir nach Wien zurück und haben die fertige Oper in

der Tasche. Dann, Freund, mit fester Hand den Lorbeerbaum geschüttelt,

daß es nur so die Dukaten herunterregnet!«

Der Plan ist verführerisch. Warum sollte er nicht gelingen? Schober

hat Beziehungen zur Bühne, Vogl wird das Seine tun, die Anna Milder in

Berlin hat sich selber angetragen, alle Hebel in Bewegung zu setzen,

wenn eine Rolle für sie darin ist, also bitte, warum denn nicht?

Nun stand Franz als Minneheld zwischen zwei Frauen, der irdischen

und der himmlischen Liebe. Und sollte sich für die eine oder andere

entscheiden. Es war wirklich schwer, Mensch zu sein.

Soll er nun schmachtend auf dem Kalbelwagen neben der Fee Melusine

sitzen und herumdrücken an dem, was er sich doch nicht recht zu sagen

getraut, oder soll er dem Wink seiner Muse folgen und den Weg des

Einsamen gehen?

Es müßte nicht Franz Schubert sein, wenn er sich nicht sofort

des Rechten bedacht hätte. Also tapfer den aufquellenden Schmerz

hinuntergewürgt und Adieu gesagt der berückenden Fee Melusine. Den

rätselhaft tiefen Blick aus ihren graublauen Augen wird er nicht

vergessen, der drückt ihm das Herz nun gar wehvoll zu Boden. Aber eine

Hoffnung blüht: mit der neuen Oper in der Hand ist er ein gemachter

Mann. Hat sie Erfolg, was gar nicht zu zweifeln ist, dann bedeutet's

Ehre und Gewinn. Und dann macht ihm kein Hönig, und wär' er der

protzigste Geldsack, sein Recht auf dem Wagen der Liebe streitig. Also

vorläufig, und immer vorläufig tapfer entsagen, um den hohen ewigen

Preis zu gewinnen.

Er muß sich rasch umwenden, als die Fräuleins mit ihren Rittern

tücherschwenkend davonfahren, Hönig neben Melusine.

»Dummer Junge, möchtst heulen wie ein Schloßhund, pfui Teufel, schäm'

dich!« meldet sich die Stimme inwendig.

Es reißt ihn auf dem Absatz herum und im Sturm hinauf ans Klavier. Den

Schmerz muß er in der Tonflut ersäufen.

»Was vermeid' ich denn die Wege, wo die andern Wanderer gehn, suche mir

versteckte Stege, durch verschneite Felsenhöhn? Habe ja doch nichts

begangen, daß ich Menschen sollte scheun, welch ein törichtes Verlangen

treibt mich in die Wüsteneien? Weiser stehen auf den Wegen, weisen auf

die Städte zu, und ich wandere sondermaßen ohne Ruh' und suche Ruh'.

Einen Weiser seh' ich stehen unverrückt vor meinem Blick, eine Straße

muß ich gehen, die noch keiner ging zurück ....«

Wenn er sein Leben überdachte, dann sah er einen Weg, den keiner ging;

unsichtbaren Wegweisern war er gefolgt, sie weisen weiter und weiter,

und er wußte schon, daß er folgen werde, wenn er auch allein gehen

mußte.

Einstweilen hatte er ja einen lieben Gefährten bei sich.

Schober schmiedete Verse aus Leibeskräften, und Franz ließ herrliche

Melodien daraus entstehen, leicht und blühend waren die Gedanken, die

aus seinem musikalischen Herzen hervorwuchsen.

»In sehr glücklicher Jugendschwärmerei, aber auch in sehr großer

Unschuld des Geistes und Herzens,« berichtet Schober nach Wien, »wird

das Werk gezeugt -- es gedeiht!«

O Unschuld! Die beiden Kumpane lebten recht vergnüglich hin, was

das äußere Leben betrifft. Der Oheim kehrte aus Gastein zurück, den

Dichtergenossen wurde es in Ochsenburg zu eintönig, sie verlegten

ihr Quartier in das nahe St. Pölten, wo sie sich in einem Zimmer mit

zwei Ehebetten, einem Sofa, einem Fortepiano häuslich und heimisch

eingerichtet haben. Als sie im Spätherbst nach Wien kamen, konnten sie

sich fühlen wie Hans im Glück, der einen Goldschatz im Ränzel trug.

Aber mit diesem Schatz geht das Leiden an. Die Oper wandert von Kanzlei

zu Kanzlei, sie hat nach Art der Brieftauben die verhängnisvolle

Neigung, immer wieder zum Ausgangspunkte zurückzukehren. Spaun in

Linz, der sich immer auf dem Laufenden erhält, brennt vor Neugier.

»Möcht' es doch endlich sein!« wünscht er aus tiefem Herzen. Trübselig

genug schreibt Franz dem Freunde: »Mit der Oper ist es in Wien nichts,

ich habe sie zurückbegehrt und erhalten. Auch ist Vogl wirklich vom

Theater weg. Ich werde sie in kurzem entweder nach Dresden, von wo ich

von Weber einen vielversprechenden Brief erhalten, oder nach Berlin

schicken. Mir ginge es sonst ziemlich gut, wenn mich die schändliche

Geschichte mit der Oper nicht so kränkte ....«

Die Hoffnung auf Berlin hing mit der angebeteten Milder zusammen. Sie

schreibt ihm, wie sehr sie seine Lieder entzückten und welchen Beifall

sie in der Gesellschaft finden. Sie möchte haben, daß er ein Gedicht

eigens für sie komponiert, aber es ist ein Pferdefuß dabei, denn sie

fügt hinzu, es müßte für ein großes Publikum berechnet sein. Was

heißt das? Sie hat außerdem vernommen, daß er Opern geschrieben hat,

und fragt ihn, ob sie sich nicht für ihn bei der Berliner Intendanz

verwenden soll.

»Aber natürlich!« Die Protektion ist gut zu brauchen, also flugs mit

der Oper nach Berlin.

Aber auch diese Hoffnung ist trügerisch. Die Milder schreibt, daß

»Alfonso und Estrella« durchaus kein Glück in Berlin machen würden. Und

damit ist die Sache erledigt.

Franz hat ihr den »Gesang der Zuleika« und einige andere Konzertsachen

gewidmet, aber es ist nicht das, was die Milder für das große Publikum

meint. Sie schreibt ihm darüber: »Zuleikas zweiter Gesang ist

himmlisch und bringt mich jedesmal zu Tränen. Es ist unbeschreiblich,

allen möglichen Zauber und Sehnsucht haben Sie da hineingebracht, so

wie im ersten Gesang der Zuleika und im >Geheimnis<. Zu bedauern ist

nur, daß man alle diese unendlichen Schönheiten nicht dem Publikum

vorsingen kann, weil die Menge leider nur Ohrenschmaus haben will ....«

Ach du lieber Himmel!

Aber schon der nächste Brief berichtet, daß die Zuleika dennoch

unendlich gefallen habe; die Milder war zu ängstlich wie alle

Theaterleute, wenn es ums liebe Publikum geht; daran scheitert soviel

Kunst.

Aber auch mit Karl Maria von Weber, der sich in Dresden für ihn

verwenden soll, ist es eine so eigene Sache.

Karl Maria kommt nach Wien zu den Proben seiner Oper »Euryanthe« und

wird als musikalische Berühmtheit, die von »draußen« kommt, in den

Salons serviert. Bei Sonnleithner lernt ihn Schubert kennen. Der

Meister des »Freischütz« weiß genau, daß der junge Wiener Genius die

Welt mit Licht zu überstrahlen berufen sei ... Als Konkurrent hilft man

nicht gern einem, der groß zu werden verspricht und das eigene Licht

verdunkeln könnte. Kurzum, Karl Maria ist bei aller Liebenswürdigkeit

auf der Hut.

Franz weiß nichts von Kollegenneid und ist naiv genug, zu glauben, daß

alles mit rechten Dingen zugeht. Er ist begeistert vom »Freischütz«

und zollt dem berühmten Genossen unverhohlene Bewunderung. Und gibt

zugleich mit seinem Vertrauen das Herz hin.

»Frau von Chezi, die Textdichterin Ihrer ›Euryanthe‹, hat auch mir ein

Buch geliefert -- ich bin schon mit Feuereifer an der Arbeit. Sie sehen

also, daß wir schon vom Parnaß her verwandt sind ...«

Das ist ein echter Franz. Die Mißerfolge können ihn nicht klein

kriegen. Neue Opernwerke wachsen aus Herz und Hirn hervor. »Rosamunde«

entsteht, trotzdem Schwind wettert: »Dieser verhängnisvolle

Blaustrumpf, den hat der Teufel nach Wien gebracht! Daß gerade du zum

Opfer fallen mußt!«

Karl Maria scheint nicht sehr erbaut über die Eröffnung.

Franz hat ihm Stücke daraus vorgespielt. Die Ouvertüre war zuerst für

»Alfonso und Estrella« geschrieben, Franz hatte sie als zu aufhauerisch

verworfen, in »Rosamunde« war sie gut zu verwenden. Das reizende,

schlanke, feingliederige Musikstück entzückte die Freunde.

Nur Weber blieb kühl.

»Hm ja, wirklich nicht übel, ganz hübsche Einfälle -- aber soviel kann

ich Ihnen voraussagen: der dramatische Versuch als Ganzes wird nicht

gelingen.«

Neidhammel!

Schwind war entrüstet über die absprechende Meinung.

Er selbst hatte schwere Bedenken wegen des Textes, aber »Versuch« --

das war eine glatte Gemeinheit. Und »hübsch« -- ei verflucht! »Hübsch,

das sagt man von einem Kravattel!« erboste sich Schwind. »Und Versuch

-- das müßte er doch wissen, daß die ›Rosamunde‹ kein Versuch ist, der

Herr Kollege, der anscheinend an der musikalischen Gelbsucht leidet!«

Weber dirigierte die Erstaufführung seiner »Euryanthe« selbst.

Natürlich ging Franz hinein, fünf Gulden der Platz -- er zahlte auch

für Schwind das Billett, macht zehn Gulden -- davon konnte man damals

einen Monat lang leben; aber Franz war kein Sparer und kein Knicker, am

allerwenigsten, wenn es um die Kunst ging oder um die Freundschaft. Wer

gerade Geld hatte, zahlte -- Franz tat es gern, denn Schwind war fast

noch schlechter daran, sein Genius konnte in Wien gar keine Anerkennung

finden, und Geld hatte er fast nie in der Tasche.

Mit Weber, der sich in den Tagen seines Wiener Aufenthaltes dem

Freundeskreis angeschlossen hatte, saßen sie fast täglich im

Bognerschen Café und abends im »grünen Anker« zusammen.

»Nun, wie hat Ihnen meine Oper gefallen?!« fragte Karl Maria am Tage

nach »Euryanthes« Premiere.

Franz war immer ein Michel Gradaus, er verübelte es auch anderen nicht,

wenn sie ihre Meinung rund heraus sagten, nur ehrlich mußte sie sein.

Er nahm sich auch jetzt kein Blatt vor den Mund: »Einiges hat mir recht

gut gefallen, aber für meinen Geschmack ist zu wenig Melodie daran --

wissen Sie was: Der ›Freischütz‹ ist mir lieber!«

»Bravo!« applaudierte Schwind. Der hätte jetzt hinzufügen können: Der

Text ist miserabel, aber daran ist die verflixte Chezi schuld ... Doch

Schwind verkniff sich diese Äußerung und legte einen vergifteten Pfeil

auf seinen Köcher.

»Hm, ja, nicht übel! Wirklich ganz hübsch! Aber der dramatische Versuch

ist doch nicht gelungen!«

Der Streich war heimgezahlt. Karl Maria erhob sich und verabschiedete

sich kalt und gemessen. Das Ende der Bekanntschaft war bedeutend

weniger freundlich als der Anfang, und von »Alfonso und Estrella« war

in Dresden keine Rede mehr.

Dafür gelangte in Wien die »Rosamunde« zur Annahme.

Bei allem, was Schwind gegen die Textdichterin einzuwenden hatte, die

Aufführung war ihr zu danken. Die Chezi hatte nämlich die Gewohnheit,

so lange lästig zu fallen, bis man Ja und Amen sagte, um nur Ruh' zu

haben vor ihr. So war es in der Oper.

Was Schwind befürchtet hatte, traf ein. Es war ein nicht zu

verhüllender Mißerfolg, den der unerträglich geschmacklose Text

verschuldet hatte.

Schwind, Joseph Hüttenbrenner, Mayrhofer, alle Freunde und Schubert

gingen mit Herzklopfen hinein.

»Diese heillose Frau von Chezi!« so beginnt Schwinds Bericht an

Schober, der wieder unterwegs ist und sich selber sucht. »Franz

hat wieder einen ganzen Reichtum von Perlen hingestreut, die auch

gebührend beachtet wurden, besonders die Ouvertüre. Wie ich immer sage:

ein Ziselieren im Kleinen, eine lyrische Ausbeutung des einzelnen

Wortes, was in dem geschwätzigen, inhaltslosen Text leider zu lauter

verpufften Wirkungen führt. Ein herrliches Feuer, an dem sich das Herz

der Menschheit erwärmen müßte, wird hier mißbraucht, um dichterische

Wassersuppen gar zu kochen. Sie mundete niemand. Der arme Schubert!

Er hätte einen Stoff gebraucht, der machtvoll ist durch die Größe und

Einfachheit des Wortes. Hat wieder einen Fehlgriff getan, der sich

bitter rächen muß. Daß es ein sanfter Durchfall war, läßt sich leider

nicht leugnen. Die Aufführung hat ihm mehr geschadet als genützt, er

hat buchstäblich umsonst gearbeitet ....«

Ungefähr so lautete das Urteil des Freundes, der den Schlag härter

empfand, als wenn er ihm geschehen wäre.

Auch damit hatte er recht, Franz hatte buchstäblich umsonst gearbeitet.

Nach dem Mißerfolg der »Rosamunde« trauten sich die Bühnen erst recht

nicht an seine Opern heran. In rascher Folge waren neue Bühnenwerke

entstanden, »Fierrabras«, »Die Verschworenen oder der häusliche Krieg«,

ein vielversprechendes Fragment »Sakontala«, sie lagen alle neben

»Estrella« und »Rosamunde« friedlich in der Tischlade oder kehrten nach

vergeblichen Rundreisen über die Theaterkanzleien dahin zurück. Wieviel

Lebenskraft und Schöpferwille ward hier fruchtlos vertan!

Auf die Epoche des glänzenden Aufstieges schien eine Zeit der

Mißgeschicke gekommen zu sein. Sind es die biblischen sieben Jahre,

in denen sich der Schicksalsstern entweder in aufsteigender oder wie

jetzt in absteigender Linie bewegt? Man weiß es nicht, man nimmt's

gleichmütig hin, man kann nichts Besseres tun als seine Pflicht und

warten, bis günstigere Zeiten kommen.

»Wenn nur der Verleger nicht so gewissenlos wäre!«

Damit ist der Diabelli gemeint, der ihm das Verlagsrecht für seine

erfolgreichsten Liederhefte für ein Butterbrot abzuluchsen verstand und

ihn bei den kommissionsweisen Sachen noch obendrein übers Ohr haute

nach Noten. Um der Unverschämtheit die Krone aufzusetzen, schließt er

jetzt eine Rechnung ab, bei der Franz, anstatt Geld zu bekommen, noch

fünfzig Gulden zu zahlen hätte.

»Ein sauberer Patron!« Franz wirft ihm die ganze Wahrheit an den

Kopf. Sie ist knüppeldick genug, um dem Faß den Boden auszuschlagen.

Es ist nicht nur die ewige Betrügerei -- die Skrupellosigkeit dieses

Geschäftsmannes vergreift sich auch an dem geistigen Gut, die

Lieder und Tänze kommen vielfach verstümmelt und mit entstellenden

Zusätzen heraus, die nach des Verlegers Meinung die Schöpfungen

»publikumsreifer« machen sollten. Der geduldige Franz ist darüber aus

dem Häuschen; in einer Aufwallung des gerechten Zorns richtet er eine

geharnischte Absage an seinen Ausbeuter, und damit war ein für allemal

reiner Tisch gemacht.

Das Suchen von Verleger zu Verleger geht nun erst recht an. Wie es

manche verstehen, die üble Lage des Künstlers auszunützen! Da sind

einige, die würden mit ein oder zwei Stücken den Anfang machen (werden

sich freuen!), nur zahlen wollen sie nichts -- als Entgelt einige

Freiexemplare! Später, ja, wenn sie den Profit gemacht hätten, würden

sie ihm für weitere Sachen eine bare Entschädigung geben; er wird mit

Phrasen abgespeist, als ob er noch ein blutjunger Anfänger wäre.

Wien schwelgt in Schubertscher Musik, sein Ruhm ist begründet auch

in anderen Städten -- dabei ist er arm wie eine Kirchenmaus. Ein

schwieriges Problem, ohne Amt und ohne festes Einkommen der Kunst zu

leben. Er will es fertigbringen!

Ein Es-Dur-Trio, unter Brüdern hundert Gulden wert, bietet er der Firma

Probst an.

Sie möchte gern, o ja! -- Nur ein Haken ist dabei.

»Gern sind wir erbötig, zur Verbreitung Ihres Künstlerrufes beizutragen

.... leider wird der eigene, sowohl oft geniale als wohl auch mitunter

etwas seltsame Gang Ihrer Geistesschöpfungen in unserem Publikum noch

nicht genug verstanden ....«

Immer die nämlichen, geschraubten Wendungen, die den Vertrieb der Werke

schwierig hinstellen, um den Preis zu drücken.

»Ja, wenn einmal das Eis gebrochen ist ...« Sie versprechen ihm goldene

Berge, aber für später, später .... Zukunftsmusik!

Kurz und gut, statt der verlangten hundert Gulden schickt ihm die Firma

zwanzig Gulden.

»Wenn es Ihnen zu wenig ist, dann schicken Sie das Geld gefälligst

wieder zurück ....«

Wenn die Not am höchsten, ist der Hungerlohn am nächsten! Die zwanzig

Gulden haben schon hundert Herren, also ist vom Zurückschicken kaum die

Rede! Grausame Heimtücke!

Da ist noch Artaria, aber der ist wirklich anständig, schier ein Mäzen,

der zahlt dreihundert Gulden für eine Sinfonie, freilich muß er noch

ein kleines Klavierstück darauf kriegen -- das Heft kostet sechs Gulden

Ladenpreis, hundert Hände greifen danach im Augenblick des Erscheinens

-- die Zahlen werfen ein Streiflicht auf die Verlegerbriefe.

Nun, Gott sei Dank, wenn es auch nicht Geld regnete, so tröpfelt's

doch hin und wieder, und wenn vollständige Dürre eintritt, dann

helfen die Dedikationen über das Gröbste hinweg. Der Gesellschaft

der Musikfreunde hat er eine Sinfonie gewidmet, sie weist ihm einen

Ehrensold von hundert Gulden an. Die Hand Sonnleithners ist dahinter zu

spüren. Klingende Münze kann man gut brauchen in so sündteuren Zeiten,

aber es glückt nicht immer. Schöne Worte fallen häufiger ab als Dukaten.

Der Herr Bischof von Dankesreither in St. Pölten bedankt sich

schönstens und ist freigebig mit schmeichelhaften Redensarten, aber

es fällt ihm gar nicht ein, etwas springen zu lassen. Die Linzer

Musikfreunde ernennen ihn zum Ehrenmitglied, die Grazer tun dasselbe

auf Betreiben Jengers. Anselm Hüttenbrenner tut sehr wichtig mit der

Überweisung der Urkunde -- es ist eine Ehre für Franz, er kann sich

das Blatt vor den Spiegel stecken, er kann aber auch den Mund an den

Nagel daneben hängen, er kann es ganz leicht, weil's nicht immer was zu

beißen und zu nagen gab.

Aber trotzdem -- Franz läßt sich nicht lumpen, er will dem Musikverein

ein Geschenk machen, das mit seinem Menschheitswert das Blatt vorm

Spiegel himmelhoch übertrumpft.

»Um auch in Tönen meinen lebhaften Dank auszudrücken, werde ich mir die

Freiheit nehmen, dem löblichen Verein ehestens eine meiner Sinfonien in

Partitur zu überreichen ....«

Er spürt in seiner Brust ein neues Wogen und Singen: einen

vertraulichen Klang aus früher Zeit.

G -- d -- g -- fis -- g -- a .....

Die Geigen in seiner Brust schreien es in die Höhe; und immer wieder

kehrt die Melodie, immer wieder reißt sie ab und sucht mit rührender

Sorgfalt das Gesangsthema in neuen Variationen zu ergreifen .... Das

sinfonische Tongemälde wird ein Abbild seiner Seele, ein erschütterndes

Bekenntnis.

Er ist kein armer Mann, er ist ein Krösus, der aus vollen Händen gibt.

Draußen in den Weindörfern, in Währing, Weinhaus, Heiligenstadt,

Grinzing, verbirgt einer sein Haupt in grüner Einsamkeit, ein ganz

Großer, zu dem Franz jetzt aufsieht wie zu dem einzigen Stern über

sich. Der geht auch einem unsichtbaren Wegweiser nach, unbegangene

Pfade, weitab von allem Gewöhnlichen und hoch durch unwegsame Gebirge

der Seele. Einer, der die Märtyrerkrone um seiner Kunst willen trägt,

und zu dem das Meisterlein mit Ehrfurcht emporstarrt. Das ist Ludwig

van Beethoven.

Er möchte sich ihm nähern, aber eine unüberwindliche Scheu vor diesem

Gewaltigen zwingt ihn, im weiten Bogen auszuweichen. Er getraut sich

nicht; heimlich geht er auf den Spuren des Gewaltigen, draußen zwischen

den Weinbergen und kleinen Winzerhäusern.

G -- d -- g -- fis -- g -- a ....

Dieses Lebenslied mit all den hoffnungsvollen Anfängen darin läßt ihn

nicht mehr los.

Franz schafft mit Zyklopenhänden. Jahr um Jahr, ohne Unterlaß -- das

Arbeitsfieber ist sein normaler Zustand, er denkt nicht daran, daß es

anders sein könnte. Erlösung, Vergessen, alle Rauschseligkeiten des

Glücks gibt ihm diese heiße, verzehrende Arbeit. Sein Genius leuchtet

auf wie eine mächtige Flamme, aber Franz merkt nicht, daß er der Kerze

gleicht, die an beiden Enden brennt.

»Was ist mit mir?« sagt er eines Tages zu Schober. »Das Essen schmeckt

mir nicht, ich kann nachts nicht schlafen, die Töne hämmern mir im

Hirn, die Noten fliegen nur so zu, aber wenn ich nachts aufstehe, um

sie festzuhalten, sind sie entflohen, ausgelöscht, nicht zu fassen

.... Am Morgen ist mir dann der Schädel dumpf und schwer, ich ziehe an

der Arbeitslast, als wäre sie ein Wagen voll Pflastersteine, und muß

ziehen, ziehen, weil ich muß und nicht anders kann ....«

»Du mußt dich schonen, Freund, du bist überarbeitet, lasse es sein auf

kurze Zeit, sammle deine Kräfte, und alles wird wieder flott gehen ...«

Aber der hatte schön reden. Man brauchte Geld und mußte verdienen. Wenn

man statt hundert Gulden nur zwanzig bekommt und die hundert braucht,

muß man fünfmal mehr machen oder fünfmal so schnell arbeiten.

Aber das ist es nicht allein.

»Weißt du denn nicht, daß Arbeiten das Paradies und Nichtarbeiten die

Hölle für mich ist!« und jeden Tag kämpft er sich durch, aus der Hölle

in das Paradies empor, um wieder hoffnungslos in die Hölle seiner

Ohnmacht zurückzusinken. Aber die Sinfonie muß werden, mag auch ein

Stück Gesundheit darauf gehen, das bringt man alles wieder ein, nur

das Werk soll nicht erkalten, rein und volltönig muß es erklingen wie

eine Glocke, es gibt vorher keine Schonung, und nun alles daran, was

an Kraft aufzubieten ist! Ein Lebenslied, diese H-Moll-Sinfonie, sein

Höchstes und Tiefstes soll es umfassen ..

Und wieder jubeln die Geigen in die Höhe: g -- d -- g -- fis -- g

-- a ..... um nach kräftigen, harten Akkorden wieder abzureißen. Er

schleppt sich hin, ist krank und weiß nicht, wie und wo. Die Schmerzen

sitzen bald da, bald dort, der Kopf ist müde, es ist, als ob die Kraft

plötzlich irgendwie einen Knick bekommen hätte.

E -- fis -- g -- h -- ais ...

Geigen, Violen und Fagotte brachen in ein herzzerreißendes Klagen aus,

die Bässe sinken hoffnungslos herab auf das tiefe C; wie einzelne

Lichtblicke brechen Teile des Gesangsthemas durch, um sogleich wieder

in dem düsteren Nachtgemälde zu ersterben, die Celli und Kontrabässe

wälzen dunkle Tonfluten herauf, c -- c -- c -- gleich gewitterhaften

Wolkenmassen, schmetternde Blechakkorde fallen ein wie strahlende

Blitze, dazu ein helles Geigenmotiv, das empor will wie zu Anfang, um

gleich wieder nach hartem, erbittertem Kampf zusammenzubrechen .... Die

Erschöpfung ist eingetreten, noch ehe das sinfonische Gemälde, ein Bild

seines Lebens, vollendet ist.

Franz ist zusammengebrochen. Die Nervenkraft ist erschöpft. Seltene

Träume suchen ihn heim. Er fühlt sich als Bruder vieler Brüder und

Schwestern, die Vergangenheit wogt daher in phantastischen Bildern, er

sieht die Leiche seiner Mutter, der Vater erscheint ihm, er hat Streit

mit ihm und entflieht; er wandert in ferne, unbekannte Gegenden, es ist

ihm, als ob Jahre in dem Traum vorübergingen, seine Lieder umtönen ihn,

die Liebe, die er gesungen, fühlt er als Schmerz, und der Schmerz, den

er singt, wandelt sich in Liebe. Ein Traumbild jagt das andere. Sie

haften in seinem Gedächtnis, er schreibt sie nachträglich auf wie eine

allegorische Erzählung und schließt mit den Worten ».... und ich fühle

die ewige Seligkeit wie in einen Augenblick zusammengedrängt. Auch

meinen Vater sah ich versöhnt und liebend. Er schloß mich in seine Arme

und weinte. Noch mehr aber ich.«

Franz liegt im Spital, er hat alle Haare verloren. Als er nach Wochen

das Krankenhaus verläßt, präsentiert er sich seinen Freunden in einer

gemütlichen Perücke. Er kommt überdies nicht mit leeren Händen. Die

Krankheit war im gewissen Sinne eine Wohltäterin. Es war die Zeit der

Ruhe und des Kräftesammelns. Aber die Katz' kann das Mausen nicht

lassen, im Spitalbett hat er wieder zu komponieren angefangen. Kleine,

leichte Sachen zwar, ein paar Dutzend Deutsche, einer schöner als der

andere, galante, liebliche, bacchantische und fugierte -- zum Entzücken

Schwinds, der alles getreulich an Schober berichtet, der noch immer in

der Welt herumirrt und es wieder mit der Schauspielerei hat. Er ist in

Breslau und möchte genau wissen, wie es Franz geht.

»Er hat wieder seine Perücke abgelegt und zeigt einen lieblichen

Schneckerlanflug,« berichtet Schwind nach Breslau.

Und später heißt es, Franz habe sich einer neuen Behandlung unterzogen,

und dann erst habe sich die Krankheit gebrochen. Aber er müsse mit sich

vorsichtig umgehen wie mit einem rohen Ei ... »-- er lebt noch immer

einen Tag von Banaderln, den anderen von einem Schnitzel und trinkt

schwelgerisch Tee, dazu geht er öfters baden und ist unmenschlich

fleißig ....«

Unmenschlich fleißig, das ist er wohl. Er fühlt sich verjüngt und

will wieder losstürmen. Aber halt, so wie früher geht's doch nicht

mehr. Rasch tritt die Erschöpfung ein, der alte Zustand ist wieder da.

Schlaflose Nächte und ein Hirn, das fort und fort rattert wie eine

leere Maschine. Ein tüchtiges Glas Wein abends, ja, das hilft noch --

den Tee hat er über, etwas Bettschwere abends hilft ihm eher, heitere

Geselligkeit, die Freunde; wie in allen seinen Lebenskrisen sind sie

Trost und Rettung. An die Liebe wagt er jetzt kaum zu denken. Er

hofft auf später. Alles läßt sich noch einholen, alles Versäumte und

Verfehlte. Nur Zeit!

Das Lebensbild in H-Moll liegt noch da, unvollendet.

Rasch entschlossen tut er die unfertige Sinfonie in ein Kuvert und

schickt sie nach Graz als Geschenk an den Steiermärkischen Musikverein.

Er löst sein Wort ein und gibt ein Werk von erschütternder Gewalt hin

für einen nichtigen Wisch Papier.

Anselm Hüttenbrenner als Musikdirektor empfängt es und verschließt es

in eine Schublade. Was für ein Dämon hat Freund Anselm behext? Das ist

ja gerade so, als wollte er den ergreifenden Aufschrei einer Seele

mit einem Bahrtuch ersticken?! Wenn Franz das wüßte ... Aber der ahnt

nichts und vertraut dem Freunde.

Langsam will er hinaufklimmen zur Höhe seiner alten Kraft. Langsam,

langsam. Manchmal hat es ja den Anschein, als wäre er wieder ganz

oben, manchmal. Er schreibt schon lange an einem Oktett, es sprüht von

Lebenskraft, gerät fast außer Rand und Band, wuchert über an Schönheit

und Wohllaut, etwas eigenwillig und barock in der Form, so recht

süddeutsch, so recht österreichisch, ein ganzer und echter Schubert.

Mit dem größten Eifer schreibt er daran; langsam, langsam geht es

vorwärts. Schwind kommt zu ihm, Franz schreibt und schreibt. Er sagt

nur, ohne aufzublicken: »Grüß dich Gott! Wie geht's?«

»Gut!« -- Jetzt kann aber Schwind lange warten, bis der andere wieder

einen Ton von sich gibt. Der schreibt und schreibt und läßt sich nicht

beirren. Der liebe Besuch, so lieb er ihm auch ist, er kann getrost

wieder gehen. Wenn Franz bei der Arbeit ist, gibt's keine Audienz.

Aber dann kommen Tage, wo er sich wieder von der stolzen Höhe seiner

Kraft herabgeschleudert fühlt und wie zerschmettert am Boden liegt.

Vielleicht wenn er aufs Land ginge, die Natur hat verborgene

Heilkräfte. Er fühlt etwas Sehnsucht nach Bergen, nach Waldluft. Er

möchte sich verkriechen wie ein verwundetes Tier in Einsamkeit. »In

Grün will ich mich kleiden ...«

Ein Glück, daß ihn Vogl mitnimmt nach Steyr.

Er fühlt das Leiden wie eine dunkle Nacht über sich, und er findet sich

bald ein Gleichnis dazu, dem er aus tiefster Herzensnot eine Stimme

geben kann. Ist es nicht, als ob ihm eine Krähe folgt, der sein Leib

bereits verfallen ist? Wenn er flieht, dann zieht sie ihm nach.

»Eine Krähe war mit mir aus der Stadt gezogen, ist bis heute für und

für um mein Haupt geflogen. Krähe, wunderliches Tier, willst mich nicht

verlassen, meinst wohl, bald als Beute hier meinen Leib zu fassen?

Nun, es wird nicht weit mehr gehn an dem Wanderstabe. Krähe, laß mich

endlich sehn Treue bis zum Grabe!«

Er lebt in Steyr bei Vogl in tiefster Einsamkeit, fast verborgen, und

kehrt nach einigen Wochen nach Wien zurück. Die Krähe, die ihm von der

Stadt aufs Land gefolgt war, begleitete ihn vom Land in die Stadt.

Franz redet nicht gern über seinen Zustand; er schweigt und brütet

vor sich hin, wenn er gefragt wird. Anders ist es, wenn er mit einem

abwesenden Freunde brieflich eine Zwiesprache hält. Beim Schreiben

drängen die zurückgestauten Gefühle mit Macht hervor, und so kommt der

herzergreifende Brief zustande, den er an den Freund Kupel schreibt,

der nach Rom gegangen ist, um die Sehnsucht seines Herzens an der

Antike zu stillen. Als ob die Entfernung geeignet wäre, die Seelen

einander näherzubringen, so schüttet Franz in dem Brief an Kupel sein

Herz aus:

».... mit einem Wort, ich fühle mich als den unglücklichsten,

elendesten Menschen auf der Welt. Denk' dir einen Menschen, dessen

Gesundheit nie mehr richtig werden will und der aus Verzweiflung

darüber die Sache immer schlechter statt besser macht, denk' dir

einen Menschen, sage ich, dessen glänzendste Hoffnungen zu nichts

geworden sind, dem das Glück der Liebe und Freundschaft nichts bieten

als höchstens Schmerz, dem Begeisterung für das Schöne zu schwinden

droht, und frage dich, ob das nicht ein elender, unglücklicher Mensch

ist? -- Meine Ruhe ist hin, mein Herz ist schwer, ich finde sie nimmer

und nimmermehr -- so kann ich wohl jetzt alle Tage singen, denn jede

Nacht, wenn ich schlafen gehe, hoffe ich nicht mehr zu erwachen,

und jeder Morgen kündet mir nur den gestrigen Gram. So freude- und

freundelos verbringe ich meine Tage, wenn nicht manchmal Schwind mich

besuchte und mir einen Strahl jener vergangenen süßen Tage zuwendete

....«

Sein Gemüt ist düster umwölkt -- er trinkt den Leidenskelch auf seinem

Ölberg.

Was wird aus diesem Leben -- geht es wieder aufwärts, oder kommt es

ganz auf den Hund?

Franz Schuberts Lebenslied · 第 18 / 42 题