Lieber Engels!
Aus den einliegenden schwachmütigen Briefe des braven Weydemeyer wirst
Du ersehen, wie die Sachen stehen.
Von Herrn Streit habe ich noch keine Antwort, _ce qui est de très
mauvais augure_.[1] Ich habe nun einige, wenn auch wenige Aussicht, daß
ein Londoner Buchhändler die Sache [Der 18. Brumaire] englisch
herausgeben will. Als Probe soll ich ihm vorläufig das erste Kapitel
geben. Ich habe es daher durch Pieper übersetzen lassen. Die Übersetzung
wimmelt von Fehlern und Auslassungen. Indes wirst Du doch durch die
Korrektur nicht so in Anspruch genommen als durch die langweilige
Übersetzungsarbeit. Du müßtest mir dazu ein englisches Vorwort von
höchstens zehn Zeilen schreiben. Diese Schrift sei ursprünglich in der
Form von Zeitungsartikeln, von Ende Dezember bis Anfang Februar,
erschienen, am 1. Mai in New York als Broschüre herausgekommen, werde
jetzt in zweiter Auflage in Deutschland erscheinen, sei die älteste der
gegen Bonaparte erschienenen Schriften. Einige antiquierte Einzelheiten
darin seien aus dem Datum ihrer Ersterscheinung zu erklären.
E. Jones hat mich zwei Monate mit der Versprechung einer Übersetzung
(für sein Journal) an der Nase herumgezogen. Meinerseits hat er nur
Gefälligkeiten erhalten. Trotz meines eigenen Geldpechs bin ich tagelang
mit ihm in seinen Zeitungsgeldangelegenheiten bei Pontius und Pilatus
herumgezogen. Alle ausländischen Mitteilungen, die sein pauvres
Blättchen eigens hatte, sind von mir. – Endlich habe ich, da sein
Journal zu miserabel wurde, einige Wochen ihm _editorial support_[2]
gegeben, und wirklich wuchs das Blatt um einige hundert Abonnenten in
London. –
Ich habe ihm gesagt, es sei gut, daß er Egoist sei, aber er solle es in
zivilisierter Weise sein und nicht so albern.
Da das Blatt indes das einzige Chartistenorgan, so werde ich nicht
brechen, aber einige Wochen _let ship him for himself_.[3]
Dein K. M.
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[1] Was ein sehr schlechtes Anzeichen ist.
[2] Redaktionelle Unterstützung.
[3] Ihn allein sein Schiff fahren lassen.
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