Dein F. E.
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[1] Brüderliche Demokraten.
[2] Im Grunde.
[3] Unterstützung.
[4] Mein Gott.
[5] Die kleinen großen Leute [beziehungsweise Gernegroße].
[6] Weil wir nach dem, was wir in den letzten drei Jahren gesehen
haben, die Sache viel kühler hinnehmen werden als irgend jemand, der
bei der Geschichte persönlich interessiert ist.
[7] Inzwischen Gruß.
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London, 23. Februar 1851.
Lieber Engels!
Du hast seit einer Woche keine Nachricht von mir erhalten, einmal weil
ich die Dokumente von Köln erwartete und sie Dir mitteilen wollte, dann
weil ich nähere Details über unseren „Exfriend“ abwarten mußte. Die
ersteren sind noch nicht gekommen. Über letzteren bin ich jetzt näher
instruiert.
Harney hat Deinen Brief richtig erhalten.
* * * * *
Nun zu unserem Dear [Harney]!
Er hat sich keineswegs begnügt, am Meeting der Leute teilzunehmen. Nein.
Er hat ihr Bankett vom 24. Februar, was ohne ihn vollständig in den
Sumpf gefallen wäre, zu einem _Londoner Ereignis_ gemacht. Es sind schon
tausend Karten verkauft zu dem Bankett, das in der City stattfindet.
Harney hat den _größten Teil der Karten_ vertrieben, wie Jones mir
vorgestern sagte. O’Connor, Reynolds, Hunderte von Chartisten nehmen
teil. Harney hat sie zusammengetrieben. Er ist den ganzen Tag _en
route_,[1] um die Orders von Louis Blanc auszuführen, wie Jones mir
ebenfalls sagte.
Er hat sogar eine kleine Perfidie gegen Jones begangen, indem er ihn das
Manifest von Louis Blanc und Komp. übersetzen ließ und ihn dann fragte,
ob er etwas dagegen habe, daß er als Übersetzer genannt werde? Es war
dies am Mittwoch. Er hatte also schon Deinen Brief, von dem er kein Wort
gegen Jones fallen ließ. Jones sah in seiner Frage also bloß einen
Appell an seine eigene „sozialistische“ Gesinnung – und sagte natürlich,
er habe nichts dagegen.
Jones erklärte mir, auf meine Erörterungen hin werde er wahrscheinlich,
er könne es nicht gewiß sagen, sich von dem Bankett enthalten. Was seine
Entscheidung schwankend machte, ist sehr rationell. Kommt er nicht, so
verliert er an Popularität, da, dank dem Dear, dies Bankett zu einer
Chartistenangelegenheit geworden ist. Er fürchtet zugleich, Reynolds
möge hinter seinem Rücken intrigieren.
Jones mißbilligt das Betragen des Dear, den ich nicht „wiedergesehen“.
Er suchte es damit zu entschuldigen, daß die Chartisten, wenn sie an
keinem der beiden Banketts teilnehmen, der politischen Apathie oder
Antipathie gegen die ausländischen Revolutionäre beschuldigt würden. Ich
habe ihm geantwortet: so hätte[n] Harney usw. ein Chartistenmeeting zur
Feier des unvermeidlichen 24. Februar abhalten sollen, statt sich zum
Piedestal für einen Zwerg zu machen und für ein Halbdutzend Kamele,
einen Zwerg, der den Harney nie anders als „brave _garçon_“[2]
tituliert, und der, wenn morgen eine Bewegung in London ausbricht, nach
einem Jahre oder nach zwanzig Jahren aktenstücklich beweisen wird, daß
er diese _pauvres Anglais dans la route du progrès_[3] geworfen hat, und
dies [?] liegt zwischen 1688 und dem 24. Februar 1851, wo Louis Blanc
ganz London ebenso nach sich rufen hörte, wie damals die 50 000 Arbeiter
im Hofe der Réforme, der nicht 50 Mann faßt. Und wieviel falsche Tränen
wird er zu Papier bringen über dies noch nie dagewesene Ereignis!
Harney hat sich in diese Geschichte hereingeritten einmal aus dem
Bewunderungstrieb für offizielle große Männer, den wir schon früher oft
verlacht haben. Dann liebt er die theatralischen Effektstücke. Er ist
unbedingt gefallsüchtig, ich will nicht sagen _vaniteux_.[4] Er ist
selbst unstreitig tief von der Phrase beherrscht und entwickelt sehr
reichhaltige pathetische Gase. Steht tiefer im demokratischen Dreck, als
er Wort haben will. Er hat einen doppelten _spirit_[5], einen, den ihm
Friedrich Engels gemacht hat, und einen, der ihm leibeigen ist. Der
erstere ist eine Art Zwangsjacke für ihn. Der letztere ist er selbst _in
puris naturalibus_.[6]
Was diesem Meeting noch besonderes Gewicht gibt, ist die Aufregung, die
in London herrscht infolge Abtritts des _little_ Johnny[7] und des
_avènement_ von Stanley-d’Israeli.[8]
Die Frenchmen[9] fürchten nichts mehr als eine allgemeine Amnestie. Sie
würde sämtlichen hiesigen Bretterhelden den Nimbus rauben.
A. Ruge hat versucht, mit Struve, Kinkel, Schramm, Bucher usw. einen
„Volksfreund“ oder, wie unser Gustav [Struve] wollte, einen „Deutschen
Zuschauer“ zustande zu bringen. In den Sumpf gefallen. Teils wollten die
anderen das Protektorat Winkelrieds [Ruges] nicht, teils, wie der
„gemütliche“ Kinkel, verlangten sie bare Zahlung, _ce qui ne fait pas le
compte de Mr. Ruge_.[10]
K. Heinzen ist Chefredakteur der bankrotten New Yorker Schnellpost und
hat eine schaurige Polemik mit Weitling eröffnet.
Du wirst sehr wohltun, einmal und bald an den Nathan [Roten] Becker in
New York zu schreiben und ihn _sur l’état actuel des choses_[11] zu
unterrichten.
Einliegend ein Brief von Dronke. Schicke ihn mir umgehend zurück; wenn
Du selbst dazu schreiben willst, _tant mieux_.[12]
Durch Deine Sendung hast Du mir einen großen Dienst getan.
Einiges über die französische Literatur von 1830 bis 1848 in meinem
nächsten Briefe.
Schreibe mir auch, ob meine Rechnung richtig ist.
Dein K. M.
Übrigens muß man jetzt – denn der Dear wird wiederzukommen suchen,
sobald er die Haupt- und Staatsaktion hinter sich hat – ihn sehr vornehm
traktieren und ihn fühlen lassen, daß er „verloren“ hat.
Apropos. Harney hat sich in eine Chartistendeputation nach der
Churchstreet wählen lassen, wo er zuerst sein Entree machen wird, um
dann nach der City zu gehen, wo er sich häuslich niederlassen wird. Daß
er übrigens die Sache nicht aus Naivität getan, geht schon daraus
hervor, daß er alles _hinter meinem Rücken_ mit dem _„bel“ homme_
betrieb und _Dir_ ebenfalls _nichts_ mitgeteilt [hat].
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[1] Unterwegs.
[2] Braver Junge.
[3] In die Bahn des Fortschritts.
[4] Eingebildet.
[5] Geist.
[6] In reiner Nacktheit.
[7] Kleiner John [Russell].
[8] Aufrücken von Stanley-d’Israeli.
[9] Franzosen.
[10] Was nicht in die Rechnung des Herrn Ruge paßt.
[11] Gegenwärtiger Stand der Dinge.
[12] Um so besser.
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