Hierher gehören alterthümliche Proboscidier (Fig. 921 u. 922), bei
denen sämmtliche (5) definitive Backzähne zu gleicher Zeit in Gebrauch
sind; dieselben sind stets lophodont (Tapir-ähnlich); die niedrige
cementlose Zahnkrone zeigt zwei Querjoche, nur M₁ und D₄ besitzen deren
drei. Stosszähne im Unterkiefer sehr mächtig. Die einzige Gattung ist
Dinotherium Kaup (Fig. 921 u. 922). Die Zahl der Querleisten an den
fünf Backzähnen des definitiven Gebisses beträgt P: 2·2, M: 3·2·2
(Fig. 921 A). Ausserdem sind drei Milchbackzähne vorhanden mit 1·2·3
Querleisten (Fig. 921 B). Der Unterkiefer besass herabgekrümmte grosse
Stosszähne; auch im Oberkiefer sind wenigstens bei einer Art neuerdings
Stosszähne nachgewiesen worden. Die Gattung findet sich im oberen
Miocän und älteren Pliocän von Europa, sowie in den älteren Siwaliks
von Indien.
D. giganteum Kaup (Fig. 921 u. 922) aus dem oberen Miocän und
unteren Pliocän von Europa (z. B. Simorre, Orléans, Eppelsheim
[Dinotherium-Sande], Wien, Pikermi) ist eine der riesenhaftesten
Formen unter den Proboscidiern, etwa 4½ m hoch.
[Illustration: Fig. 921. Dinotherium giganteum Kaup. A obere Backzähne
von der Kaufläche. Oberes Miocän von Samaran (Gers). B Untere
Milchbackzähne. Obermiocän. Grive sur Alban, Isère. ⅜]
[Illustration: Fig. 922. Dinotherium giganteum Kaup. Pliocän von
Eppelsheim. Schädel.]