Echte Affen treten vom Miocän an in Europa auf; gegenwärtig auf die
warmen Gegenden der alten und neuen Welt beschränkt.
Die Familien der Cebidae und Hapalidae finden sich fossil nur in
den jüngsten Ablagerungen von Südamerika, wo sie auch allein lebend
vorkommen. Von derartigen Formen mögen die Simiidae abstammen.
Fam. Cynopithecidae.
Vom oberen Miocän an in Europa und Indien bekannt; auch in der
Gegenwart noch ganz auf die alte Welt beschränkt. Stammen wohl von
Hyopsodidae ab.
Mesopithecus Pentelici Wagn. Pliocän von Pikermi. Verbindet
Semnopithecus mit Macacus.
Fam. Simiidae (= Anthropomorphae).
Vom oberen Miocän an fossil in Europa und Indien; lebend in Westafrika,
Sumatra, Borneo.
Pliopithecus antiquus Gerv., nahe verwandt mit dem lebenden
Hylobates. Obermiocän von Sansan und Göriach.
Troglodytes, (Schimpanse), lebend nur in Afrika, fossil in den
indischen Siwaliks.
Dryopithecus Fontani Lart. Obermiocän von Mitteleuropa (Eppelsheim, St.
Gaudens), steht in verschiedener Beziehung dem Menschen näher als einer
der übrigen Simiidae.
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Hier ist der Mensch (Homo sapiens L.) anzuschliessen, welcher in Folge
einer ganz ausserordentlichen Entwicklung des Grosshirns sich weit
über alle übrigen Säugethiere erhoben hat; wie der aller Primates,
weist auch sein Bau noch zahlreiche, für Säugethiere primitive Merkmale
auf. Sein Vorkommen ist, obwohl es an Angaben über den tertiären
Menschen nicht fehlt, bisher mit voller Sicherheit erst aus dem
Diluvium nachgewiesen, wo er in Europa mit dem Höhlenbären, Mammuth
etc. gleichzeitig lebte. Seine Anwesenheit ist nur sehr selten aus
Skeletresten zu constatiren, meist aus dem Vorhandensein seiner Waffen,
Geräthschaften (Fig. 906) und anderer Spuren.
[Illustration: Fig. 906. Feuersteinmesser. Höhle von Bize, Dép. Aude.]
Fußnoten:
[L] Die primitivsten Hufthiere, die Condylarthra (p. 749) stehen den
Primates so nahe, dass ihr genauester Kenner, Cope, sie (nebst den
Hyracoidea) nur als eine Unterabtheilung der Primates ansieht.