Die noch mit einer grösseren Anzahl von Zähnen versehenen
primitiveren Formen der Mustelidae sind von Viverridae kaum zu
trennen. Die typischen Mustelidae haben nur noch 1/2 M. Backzähne
(3-4·1(2))/(3-4·2(3)); der obere M₁ ist stets wohl entwickelt, mitunter
viel grösser als der R, mit grossem, halbkreisförmigem inneren
Basalwulst; die Innenhälfte dieses Zahnes gewöhnlich wenigstens so lang
als die Aussenhälfte; die R bilden meist eine schneidende Klinge. Vom
Oligocän bis zur Gegenwart sind Marder sehr zahlreich in Europa, nach
Amerika kommen sie erst im Oberpliocän.
Plesiocyon typicus Schloss. ist die einzige Form mit 2/3 M; kann als
Stammform aller Mustelidae gelten. Phosphorite.
Palaeogale H. v. Meyer. Unterer R ohne Innenspitze und mit
schneidendem Anhange; der untere Höckerzahn zweiwurzelig. Dürfte die
Stammform von Putorius (Iltis) sein. Oligocän und Miocän.
P. fecunda H. v. M., P. Waterhousei Pom. Untermiocän. Ulm,
Weissenau, Allier.
Plesictis Pomel emend. Schlosser. Backzähne (4·1)/(4·2); unterer R
mit sehr kurzem, grubigem Anhange. Schädel mit zwei getrennten
Scheitelkämmen; ist als Stammform von Mustela (Marder), Gulo
(Vielfrass) etc. zu betrachten. Oligocän und Miocän.
P. palmidens Filh. Phosphorite von Mouillac.
P. palustris Pom. Untermiocän von Ulm, Weissenau und Allier.
Mustela L. Backzähne (4·1)/(4·2); Zähne kräftig und breit; der obere
M₁ kleiner als der R, breiter als lang; am unteren R ist die
Innenspitze vorhanden, der Anhang grubig. Schädel mit einfachem
Sagittalkamme. Obermiocän bis Gegenwart.
M. Filholi Dép. Obermiocän von Günzburg an der Donau.
Amphictis Pom. Backzähne (4·2)/(4·2); Zähne dick und kräftig;
unterer Höckerzahn lang, wohlausgebildet, zweiwurzelig. Kann als
Stammform von Meles (Dachs) und Lutra (Fischotter) angesehen werden.
Phosphorite und Untermiocän.
A. antiquus Pom. Untermiocän von Ulm und Allier.
Potamotherium Geoffr. (Fig. 880). Der obere M₁ etwa quadratisch, so
gross als der R; das Rudiment eines oberen M₂ vorhanden. Steht Lutra
sehr nahe. Untermiocän.
P. (Lutra) Valetoni Geoffr. (Fig. 880). Untermiocän von St. Gérand
le Puy (Allier), bei Ulm und im Mainzer Becken.
Lutra Storr. erscheint zuerst im Obermiocän.
L. Lorteti Filh. Obermiocän. Isère, Steinheim, Günzburg.
[Illustration: Fig. 880. Potamotherium Valetoni Geoffr. Untermiocän von
Allier. Gebiss A des Oberkiefers, B des Unterkiefers von der Kaufläche.]