5. Fam. Mustelidae.

Die noch mit einer grösseren Anzahl von Zähnen versehenen

primitiveren Formen der Mustelidae sind von Viverridae kaum zu

trennen. Die typischen Mustelidae haben nur noch 1/2 M. Backzähne

(3-4·1(2))/(3-4·2(3)); der obere M₁ ist stets wohl entwickelt, mitunter

viel grösser als der R, mit grossem, halbkreisförmigem inneren

Basalwulst; die Innenhälfte dieses Zahnes gewöhnlich wenigstens so lang

als die Aussenhälfte; die R bilden meist eine schneidende Klinge. Vom

Oligocän bis zur Gegenwart sind Marder sehr zahlreich in Europa, nach

Amerika kommen sie erst im Oberpliocän.

Plesiocyon typicus Schloss. ist die einzige Form mit 2/3 M; kann als

Stammform aller Mustelidae gelten. Phosphorite.

Palaeogale H. v. Meyer. Unterer R ohne Innenspitze und mit

schneidendem Anhange; der untere Höckerzahn zweiwurzelig. Dürfte die

Stammform von Putorius (Iltis) sein. Oligocän und Miocän.

P. fecunda H. v. M., P. Waterhousei Pom. Untermiocän. Ulm,

Weissenau, Allier.

Plesictis Pomel emend. Schlosser. Backzähne (4·1)/(4·2); unterer R

mit sehr kurzem, grubigem Anhange. Schädel mit zwei getrennten

Scheitelkämmen; ist als Stammform von Mustela (Marder), Gulo

(Vielfrass) etc. zu betrachten. Oligocän und Miocän.

P. palmidens Filh. Phosphorite von Mouillac.

P. palustris Pom. Untermiocän von Ulm, Weissenau und Allier.

Mustela L. Backzähne (4·1)/(4·2); Zähne kräftig und breit; der obere

M₁ kleiner als der R, breiter als lang; am unteren R ist die

Innenspitze vorhanden, der Anhang grubig. Schädel mit einfachem

Sagittalkamme. Obermiocän bis Gegenwart.

M. Filholi Dép. Obermiocän von Günzburg an der Donau.

Amphictis Pom. Backzähne (4·2)/(4·2); Zähne dick und kräftig;

unterer Höckerzahn lang, wohlausgebildet, zweiwurzelig. Kann als

Stammform von Meles (Dachs) und Lutra (Fischotter) angesehen werden.

Phosphorite und Untermiocän.

A. antiquus Pom. Untermiocän von Ulm und Allier.

Potamotherium Geoffr. (Fig. 880). Der obere M₁ etwa quadratisch, so

gross als der R; das Rudiment eines oberen M₂ vorhanden. Steht Lutra

sehr nahe. Untermiocän.

P. (Lutra) Valetoni Geoffr. (Fig. 880). Untermiocän von St. Gérand

le Puy (Allier), bei Ulm und im Mainzer Becken.

Lutra Storr. erscheint zuerst im Obermiocän.

L. Lorteti Filh. Obermiocän. Isère, Steinheim, Günzburg.

[Illustration: Fig. 880. Potamotherium Valetoni Geoffr. Untermiocän von

Allier. Gebiss A des Oberkiefers, B des Unterkiefers von der Kaufläche.]

Elemente der Paläontologie · 第 476 / 606 题