Die Zibethkatzen sind plantigrade, kurzbeinige Raubthiere von
verhältnissmässig geringer Körpergrösse, lebend und fossil nur aus der
alten Welt bekannt, wo sie seit dem Oligocän vorkommen. Abgesehen von
der etwas reducirten Zahl der M -- stets 2/2, zeigen sie sehr primitive
Charaktere sowohl im Gebiss wie im ganzen Körperbau; die Stammformen
der meisten übrigen Raubthierfamilien sind den Viverriden sehr
nahestehende oder zu ihnen gehörige Geschöpfe. Sie sind ausgezeichnet
durch ihre wohlentwickelten R (Fig. 878), an denen alle Elemente noch
sehr gut ausgebildet sind zu Höckern oder Spitzen; Höckerzähne sind
kleiner als R, der hintere kleiner als der vordere. Der Schädel ist
schmal, die Kiefer langgestreckt.
[Illustration: Fig. 878. A Herpestes, oberer Reisszahn von aussen
(¹⁄₁). B Viverra, unterer Reisszahn von innen (²⁄₁).]
[Illustration: Fig. 879. Ictitherium robustum Nordm. Pliocän von
Pikermi. Gebiss des Oberkiefers.]
Viverra L. (Fig. 878 B). Höcker der R kantig und spitz; obere M viel
breiter als lang. Oligocän bis jetzt.
V. angustidens Filh. Phosphorite von Quercy.
V. steinheimensis Fraas. Miocän von Steinheim.
Ictitherium Wagn. (Fig. 879). Stammformen der Hyaenidae, indem bei
ihnen die Lückzähne sowie der a’-Höcker der oberen R kräftiger werden,
während die Höckerzähne sowie die Innenspitzen der R weniger entwickelt
sind. Pliocän von Europa.
I. hipparionum Gerv. und I. robustum Nordm. (Fig. 879). Pliocän von
Südeuropa.