Dünne, oft sehr verlängerte Schnauze (Fig. 808). An der langen
Unterkiefersymphyse nimmt ausser dem Dentale (d) auch das Spleniale
(sp) Antheil. Augenhöhle (A) von einem vollständigen Knochenrande
umgeben. Zwischenkiefer (im) von den Nasenbeinen (n) getrennt. Obere
Schläfenhöhle (S) grösser als Augenhöhle (A). Palatina (Fig. 804
pa), nicht aber die Pterygoide (pt), bilden wie die Maxillaria (mx)
Gaumenplatten, die sich auf eine längere oder kürzere Strecke median
vereinigen und den Vorderrand der Choanen (Ch) bilden. Wirbel amphicöl.
Zwei Reihen abgerundeter ungekielter Dorsalplatten. Bis acht Reihen
wenigstens zum Theil durch Nähte vereinigter Ventralplatten, die einen
paarigen Bauchpanzer bilden. Marine Formen aus dem Jura.
Pelagosaurus Bronn. Augenhöhle rund, halb nach oben, halb seitlich
gerichtet. Choanenöffnung bildet einen einspringenden spitzen Winkel
zwischen den Gaumenplatten der Palatina, die nur in ihrem vorderen
Theile vereinigt sind. Zähne etwa senkrecht in den Kiefern stehend,
ziemlich schlank. Zwischenkiefer mit vier Zähnen, Oberer Lias.
P. typus Bronn (ca. 1½ m lang). Oberer Lias von Württemberg, Bayern,
England und Frankreich.
Metriorhynchus H. v. M. ist Pelagosaurus ähnlich, aber Augenhöhlen
von oben kaum sichtbar, durch einen Vorsprung des Praefrontale
verdeckt, fast ganz seitlich. Zwischenkiefer mit drei Zähnen. Dogger
und Malm.
M. Moreli Deslongch. Dogger von Frankreich und England.
Dacosaurus Quenst. (Fig. 806). Schädel verhältnissmässig kurz, nicht
skulptirt. Wenige (¹⁷⁄₁₃) sehr dicke, oft etwas gefurchte Zähne, die
zwei schwache gekerbte Kanten zeigen. Im übrigen Metriorhynchus
ähnlich. Malm.
D. maximus Plien. (Fig. 806). Malm von Württemberg, Normandie,
England.
[Illustration: Fig. 806. Zahn von Dacosaurus maximus Plien. Malm von
Württemberg.]
[Illustration: Fig. 807. Zahn von Steneosaurus sp. Dogger von
Württemberg.]
Steneosaurus Geoffr. Zähne zahlreich, verhältnissmässig dick,
gefurcht und mit zwei Kanten versehen (Fig. 807), etwas nach aussen
gerichtet; Augenhöhle rund, ganz nach oben gerichtet. Schnauze sehr
lang, allmählich nach vorn sehr verjüngt, Schnauzenspitze mit der
Nasenöffnung auffallend verbreitert. Gaumenplatten der Palatina in
ihrer ganzen Länge vereinigt, Choanen mit abgerundetem Vorderrande
(vgl. Fig. 804). Lias bis Malm.
S. Bollensis Jäger (etwa 12 Fuss lang). Oberer Lias von Deutschland
und England. In den Posidonomyenschiefern von Boll in Württemberg sind
wohlerhaltene ganze Skelete nicht selten.
S. Chapmani König (etwa 20 Fuss lang). Ebenda.
[Illustration: Fig. 808. Teleosaurus Cadomensis Geoffr. Fuller’s earth
(Dogger) von Caen. A Schädel von oben. B Unterkiefer von oben. A =
Augenhöhle; N = Nasenhöhle; S = obere, S’ = untere Schläfenhöhle; co =
Hinterhauptsgelenk; d = Dentale; f = Frontale; im = Intermaxillare; l =
Lacrymale; m = Maxillare; n = Nasale; op = Postorbitale; p = Parietale;
sp = Spleniale; sg = Squamosum.]
Teleosaurus Geoffr. (Fig. 804 u. 808). Zähne sehr zahlreich (45-50),
sehr lang und schlank, gefurcht, aber ohne Kanten, stark nach aussen
gebogen. Schädel dem von Steneosaurus ähnlich, aber die Schnauze vor
den Augen plötzlich verschmälert. Dogger.
T. Cadomensis Geoffr. (Fig. 804 u. 808), in zahlreichen Resten
bekannt, die zumeist aus dem Dogger (Fuller’s earth) von Caen
(Normandie) stammen.