3. Unterordnung Ophidia.

Bei den Schlangen ist der Körper sehr verlängert, und die Gliedmassen

fehlen vollständig mitsammt den Gliedmassengürteln und dem Sternum

(höchstens sind Rudimente der Hinterfüsse vorhanden). Die sehr

zahlreichen, stark procölen Wirbel (Fig. 795) besitzen neben den

gewöhnlichen Gelenkfortsätzen weitere Gelenkverbindung mittelst

Zygosphen (z, oben) und Zyganthrum. Kein Sacrum; Schwanzwirbel

ohne untere Bögen. Die ganze Hirnkapsel ist wohl verknöchert; der

obere Schläfenbogen, überhaupt der ganze postorbitale Theil des

ursprünglichen Kopfpanzers fehlt, ausser den Parietalia und dem

hinteren Augenrande; kein Foramen parietale. Die zahntragenden

Oberkiefer-, Gaumen- und Flügelbeine sind nur locker mit dem Schädel

verknüpft und an demselben beweglich; das bewegliche Quadratum wird

von dem ebenfalls beweglich gewordenen Opisthoticum (meist Squamosum

genannt) getragen; die schwachen Unterkieferäste sind meist nur durch

elastische Bänder mit einander verbunden, und die Mundhöhle ist infolge

dessen einer ausserordentlichen Erweiterung fähig.

Fossile Reste von Schlangen sind erst seit dem Eocän bekannt, doch

nirgends besonders wichtig für den Paläontologen. In der Gegenwart sind

Schlangen in grosser Mannigfaltigkeit über die ganze Erde verbreitet.

Palaeophis Owen (Fig. 795). Wahrscheinlich marin. Eocän.

P. typhaeus Owen (Fig. 795). Londonthon von England.

[Illustration: Fig. 795. Palaeophis typhaeus Owen. Londonthon

von England. Rumpfwirbel von der Seite. d = oberer Dornfortsatz;

h = hinterer Gelenkhöcker des Wirbelkörpers; r = Querfortsatz

(Rippenträger); z = vordere Zygapophyse (unten) und Zygosphen (oben);

z’ = hintere Zygapophyse.]

Elemente der Paläontologie · 第 385 / 606 题