Bei den Schlangen ist der Körper sehr verlängert, und die Gliedmassen
fehlen vollständig mitsammt den Gliedmassengürteln und dem Sternum
(höchstens sind Rudimente der Hinterfüsse vorhanden). Die sehr
zahlreichen, stark procölen Wirbel (Fig. 795) besitzen neben den
gewöhnlichen Gelenkfortsätzen weitere Gelenkverbindung mittelst
Zygosphen (z, oben) und Zyganthrum. Kein Sacrum; Schwanzwirbel
ohne untere Bögen. Die ganze Hirnkapsel ist wohl verknöchert; der
obere Schläfenbogen, überhaupt der ganze postorbitale Theil des
ursprünglichen Kopfpanzers fehlt, ausser den Parietalia und dem
hinteren Augenrande; kein Foramen parietale. Die zahntragenden
Oberkiefer-, Gaumen- und Flügelbeine sind nur locker mit dem Schädel
verknüpft und an demselben beweglich; das bewegliche Quadratum wird
von dem ebenfalls beweglich gewordenen Opisthoticum (meist Squamosum
genannt) getragen; die schwachen Unterkieferäste sind meist nur durch
elastische Bänder mit einander verbunden, und die Mundhöhle ist infolge
dessen einer ausserordentlichen Erweiterung fähig.
Fossile Reste von Schlangen sind erst seit dem Eocän bekannt, doch
nirgends besonders wichtig für den Paläontologen. In der Gegenwart sind
Schlangen in grosser Mannigfaltigkeit über die ganze Erde verbreitet.
Palaeophis Owen (Fig. 795). Wahrscheinlich marin. Eocän.
P. typhaeus Owen (Fig. 795). Londonthon von England.
[Illustration: Fig. 795. Palaeophis typhaeus Owen. Londonthon
von England. Rumpfwirbel von der Seite. d = oberer Dornfortsatz;
h = hinterer Gelenkhöcker des Wirbelkörpers; r = Querfortsatz
(Rippenträger); z = vordere Zygapophyse (unten) und Zygosphen (oben);
z’ = hintere Zygapophyse.]