2. Unterordnung Pythonomorpha.

Hierher gehören schlangenartige Reptilien von gewaltiger Grösse, welche

die Meere der Kreidezeit belebten und für diese Formation höchst

charakteristisch sind. Ihre Reste finden sich in Europa, Nord- und

Südamerika und Neu-Seeland; ganz besonders reich daran ist die Kreide

von Kansas (Niobrara-Epoche mit 26 Arten), wo eine grössere Anzahl

vollständiger Skelete gefunden wurde.

[Illustration: Fig. 793. Clidastes tortor Cope. Kreide von Kansas.

Schädel von der Seite. ang = Angulare; art = Articulare; cor =

Coronoid; d = Dentale; f = Frontale; fa = Praefrontale; fp =

Postfrontale; im = Intermaxillare; m = Maxillare; op = Opisthoticum;

o.s = Occipitale superius; p = Parietale; pt = Pterygoid; q =

Quadratum; sq = Squamosum.]

Körper schlangenartig gestreckt, Hals lang, Schwanz ausserordentlich

lang. Wirbel sehr zahlreich, procöl, die Schwanzwirbel mit unteren

Bögen; Gelenkfortsätze oft rudimentär. Schädel (Fig. 793) verlängert;

oberer Schläfenbogen, Foramen parietale, sowie Scleroticalring

vorhanden. Nasenbeine verwachsen. Hirnkapsel unvollständig verknöchert.

Die sehr dünnen und schlanken Unterkieferäste sind nicht mit einander

verbunden, sondern gegen einander leicht beweglich; ausserdem ist jeder

derselben auch etwa in der Mitte seiner Länge beweglich, indem das den

vorderen Theil bildende Dentale (d) und Spleniale in gelenkartiger

Verbindung steht mit dem dahinter gelegenen Coronoid (cor) und Angulare

(ang); infolge davon ist die Mundöffnung einer grossen Erweiterung

fähig. Zähne finden sich auf Maxillare (m), Pterygoid (pt) und Dentale

(d), je eine Reihe bildend; auf den verwachsenen Intermaxillaria

(im) meist jederseits zwei Zähne. Jeder der spitzen hakenförmigen

Kieferzähne auf einem besonderen knöchernen Sockel festgewachsen.

Die Gliedmassen (Fig. 794) sind verhältnissmässig sehr klein, zu

krallenlosen Flossen ausgebildet, die fünf Zehen weit gespreizt, die

Phalangenzahl vergrössert und die einzelnen Theile ohne Gelenkbildung

verbunden. Es existirt ein Sternum (st), und der Schultergürtel besteht

aus Scapula (sc) und Coracoid (co). Ein Sacrum ist fast nie vorhanden,

das Becken (Fig. 794 B) besteht aus dünnen, nicht mit einander

verwachsenen Knochen.

Mosasaurus Cuv. Wirbel ohne Zygosphen; untere Bögen z. Th. mit den

Schwanzwirbeln verwachsen. Kreide von Mastricht und Nordamerika. Manche

Arten werden bis 70 Fuss lang.

M. Camperi Meyer. Von 25 Fuss Länge. Kreide von Mastricht.

M. Dekayi Bronn. Obere Kreide von New-Jersey.

[Illustration: Fig. 794. Platecarpus simus Marsh. Kreide von Kansas. A

Vorder-, B Hinterextremität. co = Coracoid; f = Femur; fi = Fibula; h =

Humerus; il = Ileum; is = Ischium; p = Pubis; r = Radius; sc = Scapula;

st = Sternum; t = Tibia; u = Ulna.]

Clidastes Cope (Fig. 793) mit den gewaltigsten Arten der Familie;

Wirbel mit Zygosphen; untere Bögen verwachsen. Kreide von Nordamerika.

C. tortor (Fig. 793) Cope, etwa 30 Fuss lang, C. stenops Cope.

Kreide von Kansas.

Platecarpus Cope (Fig. 794). Wirbel ohne oder mit rudimentärem

Zygosphen und kräftigen Zygapophysen. Untere Bögen frei. Zähne

kegelförmig. Kreide von Nordamerika, Europa und Neuseeland.

P. simus Marsh (Fig. 794) und P. coryphaeus Cope. Kreide von Kansas.

Liodon Owen. Intermaxillare verlängert zu einem zahnlosen Rostrum.

Wirbel ohne Zygosphen, mit schwachen Zygapophysen. Untere Bögen frei.

Zähne zweischneidig. Kreide von Europa, Nordamerika und Neuseeland.

L. anceps Owen. Kreide von Europa.

L. proriger Cope. Kreide von Kansas.

Elemente der Paläontologie · 第 384 / 606 题