Hierher gehören die grossen rhätischen, jurassischen und cretacischen
Formen mit langen Flossen (Fig. 769). Claviculae (? und Episternum)
fehlen; Scapula (s) mit mehr oder weniger umfangreichem ventralem
Fortsatze (? Präcoracoid). Coracoidsymphyse sehr lang. Humerus und
Femur distal sehr verbreitert, ohne Foramen; Radius und Ulna, Tibia und
Fibula verkürzt, plattenförmig; Hand und Fuss sehr lang, Phalangenzahl
stark vermehrt. Halsrippen oft einköpfig, zeigen Neigung unbeweglich zu
werden. Ansatzfläche für die Rippen liegt bei den vorderen Halswirbeln
am Centrum, wird bei den hinteren Halswirbeln von der neurocentralen
Naht durchschnitten und rückt bei den Rückenwirbeln ganz auf die oberen
Bögen, die einen kräftigen Querfortsatz (Fig. 773 q) tragen.
[Illustration: Fig. 773. Plesiosaurus dolichodeirus Conyb.
Rückenwirbel. q = Querfortsatz.]
Plesiosaurus Conyb. (Fig. 769 u. 773). Schädel ziemlich klein, mit
kurzer Unterkiefersymphyse, Hals schlangenförmig verlängert, aus 24-41
Wirbeln bestehend. Obere Bögen und Halsrippen fest durch Naht mit
dem Centrum verbunden. Halsrippen doppelköpfig; Halswirbel deutlich
biconcav. Ventrale Fortsätze der Scapula mässig, weit von einander
getrennt. Zähne lang und schlank, cylindrisch, gefurcht, aber ohne
stärkere Kanten. Rhät und Lias von Europa (? Kreide von Nordamerika);
namentlich der untere Lias von Lyme Regis hat eine Reihe von prachtvoll
erhaltenen, nahezu vollständigen Skeleten geliefert.
P. homalospondylus Owen. Oberer Lias von England und Frankreich.
P. dolichodeirus Conyb. (Fig. 769 u. 773) mit 41 Halswirbeln.
Unterer Lias von England.
P. macrocephalus Conyb. Unterer Lias von England.
Cimoliosaurus Leidy (= Elasmosaurus Cope) unterscheidet sich von
Plesiosaurus durch vollkommen verschmolzene obere Bögen und
Halsrippen, die alle einköpfig sind. Scapulae mit grossen ventralen
Fortsätzen, die eine mediane Symphyse bilden und sich dem Coracoid
anschliessen, so dass zwischen beiden nur eine paarige Lücke bleibt.
Jura und Kreide. Europa, Nord- und Südamerika, Neu-Seeland.
C. trochanterius Owen. Malm von England und Frankreich.
C. constrictus Owen. Von riesiger Grösse. Kreide von England,
Schweden, Russland.
C. platyurus Cope. 45 Fuss lang. Kreide von Kansas.
C. grandis Leidy. Kreide von Arkansas.
C. australis Owen. Kreide. Neu-Seeland.
Pliosaurus Owen. Schädel sehr gross, mit langer Unterkiefersymphyse.
Hals kurz, etwa 12 Wirbel. Obere Bögen und Halsrippen (vordere
zweiköpfig) locker mit dem Centrum verbunden. Halswirbel sehr kurz,
fast biplan. Ventraler Fortsatz der Scapula ziemlich stark entwickelt.
Zähne gross und dick, nur theilweise stark gefurcht, zweikantig,
vorderste Zähne verlängert. Hierher gehören riesige Formen mit Flossen
von 6 Fuss Länge. Dogger bis Kreide.
P. brachydirus Owen. Malm von England.
P. macromerus Phil. Die grösste Art. Oberer Malm und Kreide von
England und Frankreich.
Anhang: Fam. Placodontidae.
Von diesen merkwürdigen, früher zu den Fischen gerechneten Formen
ist ausser dem Schädel nichts mit Sicherheit bekannt. Schädel (Fig.
774) breit, kurz und sehr hoch gewölbt, mit sehr grosser oberer
Schläfenhöhle, während die untere noch überdacht ist. Die vorderen
(Schneide-)Zähne sind stumpf kegelförmig, die hinteren Maxillar- und
besonders die Palatinzähne, ebenso die Unterkieferzähne zu grossen
breiten Platten (Fig. 775) ausgebildet; der Schmelz erscheint meist
dunkelbraun bis schwärzlich. Diese Zähne sind nur in geringer Zahl
vorhanden.
Placodus Ag. (Fig. 774 u. 775) im deutschen Muschelkalk.
P. gigas Ag. Weit verbreitet im Muschelkalk.
P. hypsiceps H. v. Meyer (Fig. 774) und P. Andriani Mnstr. (Fig.
775) im Muschelkalk bei Bayreuth.
[Illustration: Fig. 774. Placodus hypsiceps H. v. M. Muschelkalk bei
Bayreuth. Schädel von der Seite. A = Augenhöhle; N = Nasenhöhle; S =
Schläfenhöhle. (Der Unterkiefer ist dem einer anderen Art entsprechend
reconstruirt.]
[Illustration: Fig. 775. Placodus Andriani Mnstr. Muschelkalk bei
Bayreuth. Bezahnung des Oberkiefers.]