3. Das Gliedmassenskelet.

Man unterscheidet paarige (seitliche) und unpaare (mediane)

Gliedmassen. Die (nur in einigen Fällen vollständig rückgebildeten)

paarigen Gliedmassen, ein vorderes und ein hinteres Paar, sind

knorpelig angelegt und können später theilweise oder ganz durch

Knochen ersetzt sein. Sie bestehen aus einem im Rumpfe gelegenen

Gliedmassengürtel (Fig. 629 co + sc), dem Schulter- und Beckengürtel,

und aus den frei aus dem Rumpfe hervorragenden äusseren Gliedmassen,

die durch ein Gelenk (Schulter- und Hüftgelenk) mit dem Gürtel

verbunden sind. Mit dem Schultergürtel, aber nicht mit dem Beckengürtel

können Deckknochen von beträchtlicher Ausdehnung in Beziehung treten.

Während der Beckengürtel bei den Quadrupeda fast immer mit gewissen

Wirbeln (Sacralwirbel -- Fig. 628) sich verbindet, geschieht das

niemals bei Fischen.

[Illustration: Fig. 628. Beckengürtel und Sacralwirbel eines Reptils;

schematisch. N = Rückenmarkscanal. Theile des Sacralwirbels: c =

Wirbelcentrum; ob = oberer Bogen; od = Dornfortsatz; q = Querfortsatz,

der das Becken trägt; z = Gelenkfortsatz. Theile des Beckens: il =

Ileum; is = Ischium; p = Pubis; sy = Symphyse des beiden Ischien.

Aeussere Gliedmassen: f = Femur; tf = Tibia und Fibula.]

[Illustration: Fig. 629. Schultergürtel und rechte Brustflosse von

Heptanchus. co + sc = Schultergürtel; fs = Flossenstrahlen; ms =

Mesopterygium; mt = Metapterygium; p = Propterygium; r = Radialia; I =

primäre, II = secundäre Flosse.]

[Illustration: Fig. 630. Linkes Vorderbein von Hatteria punctata

Gray. Neuseeland. A von oben, B von unten. H = Humerus; ect u. ent =

Foramina epicondyloidea. R = Radius; U = Ulna; c, c’ = Centralia; i

= Intermedium; r = Radiale; u = Ulnare; 1-5 = Carpalia des 1. bis 5.

Fingers; mt = Metacarpale; I-V = Endphalangen.]

Die äusseren Gliedmassen können wesentlich zweierlei Art sein, Flossen

oder Beine:

Flossen (Fig. 629) sind zur Bewegung im Wasser ausgebildete Gliedmassen

(häufig vielstrahlig), deren einzelne Skelettheile mit einander nicht

in Gelenkverbindung stehen; sie tragen äussere, der Haut angehörige,

hornige oder knöcherne Flossenstrahlen (Fig. 629 fs), mit diesen ein

breites Ruder bildend.

Beine (Fig. 630, incl. Flügel) sind wenigstens ursprünglich zur

Bewegung auf dem Lande eingerichtete fünfzehige Gliedmassen, die aus

einer Anzahl von gelenkig mit einander verbundenen Abschnitten bestehen

und niemals Flossenstrahlen tragen.

Unpaare Gliedmassen (Flossen) kommen bei Wasserbewohnern vor, sind bei

Fischen stets, bei den höheren Wirbelthieren nie mit Flossenstrahlen

und Flossenträgern versehen.

Elemente der Paläontologie · 第 260 / 606 题