X. Kreis: Vertebrata (Wirbelthiere).

Von Dr. L. Döderlein.

Wirbelthiere sind bilateral symmetrische, innerlich segmentirte Thiere

mit knorpeligem oder knöchernem Innenskelet und höchstens zwei Paar

Gliedmassen. Das gegliederte Achsenskelet (Wirbelsäule) entwickelt sich

um die Chorda dorsalis; dorsal von derselben liegt das Nervencentrum,

ventral die Eingeweidehöhle.

Die durch reichlichere Verkalkung fossil erhaltungsfähigen Theile

des Wirbelthierkörpers gehören entweder dem Innenskelet an, oder es

sind Hautverknöcherungen. Am Innenskelet sind zu unterscheiden die

Wirbelsäule mit ihren Anhängen, der Schädel mit dem Visceralskelet

und das Skelet der paarigen und unpaaren Gliedmassen. Meist ist das

Innenskelet knorpelig angelegt. Dieser Knorpel kann aber Kalksalze

aufnehmen (Kalkknorpel der Chondropterygii), oder er kann theilweise

oder ganz durch Knochen ersetzt werden, der die charakteristischen

sternförmigen Knochenkörperchen enthält (Knorpelknochen der Euichthyes

und Quadrupeda).

Hautverknöcherungen (in der äusseren Haut und in den Wandungen der

Mundhöhle) finden sich in ihrer ursprünglichsten Gestalt als kleine

Hautzähnchen ausgebildet (Placoidschuppen der Selachii), auf die

sich die mannigfaltigen übrigen Hautgebilde, wie Stacheln, Zähne,

Schuppen, Knochenschilder und -platten (Hautknochen) zurückführen

lassen; letztere können zu Theilen des Innenskelets (Schädel und

Schultergürtel) in so innige Beziehungen treten, dass sie zuletzt

wesentliche Bestandtheile desselben bilden (Deck- oder Belegknochen

oder secundäre Knochen); Hautgebilde anderer Art sind die

Flossenstrahlen sowie vielleicht die Knochenplatten, welche den Panzer

der Edentaten u. s. w. zusammensetzen.

Elemente der Paläontologie · 第 257 / 606 题