VIII. Kreis: Arthropoda (Gliederthiere).

Die Arthropoden sind seitlich symmetrische, quergegliederte

(segmentirte) Thiere mit gegliederten, verschiedenen Functionen

angepassten Gliedmaassen, mit Gehirn und Bauchmark.

Der Körper zerfällt der Länge nach in eine geringere oder grössere

Zahl von Gliedern oder Segmenten, deren jedes ein Paar gegliederter

Anhänge auf der Bauchseite tragen kann. Meist gruppiren sich eine

Anzahl von Segmenten (sammt den dazugehörigen Anhängen) zu functionell

geschiedenen Leibesabschnitten zusammen, wobei innerhalb eines

solchen Abschnittes vielfach eine Verschmelzung der Segmente und eine

Reduction der Anhänge eintritt. Oft lassen sich 3 Leibesabschnitte

als Vorderleib oder Kopf, Mittelleib oder Thorax und Hinterleib oder

Abdomen unterscheiden; häufig verschmilzt der Mittelleib ganz oder z.

Th. mit dem Vorderleibe zu einem einzigen Abschnitte, der Kopfbrust

(oder Cephalothorax), in welchem Falle der gesammte Körper nur aus 2

Abschnitten zu bestehen scheint. Die Anhänge des Kopfes sind zumeist

zu Fühl- (Antennen) und Fresswerkzeugen (Maxillen und Mandibeln)

umgestaltet, diejenigen des Mittel- und Hinterleibes dienen zur

Fortbewegung (Gangbeine) oder zur Athmung oder auch wohl zur Copulation

bez. zur Brutpflege.

Das Nervensystem lässt fast durchgängig eine ähnliche Segmentirung

erkennen, wie der Körper. Die Augen sind entweder einfach, punktförmig

(Stemmata oder Punktaugen), oder sie setzen sich aus einer Anzahl

von Kegeln zusammen (zusammengesetzte Augen), welche der Oberfläche

des Organs ein facettirtes Aussehen verleihen. Die zellige Epidermis

sondert eine (selten) weiche oder feste, aber biegsame (chitinöse), bei

Wasserbewohnern durch Aufnahme von kohlensaurem und phosphorsaurem Kalk

starr werdende Lage als Hautskelet ab.

Die Gliederthiere waren ursprünglich wohl alle Wasserbewohner mit

Kiemenathmung. Die Mehrzahl der fossil bekannten und lebenden Formen

ist dem Aufenthalte in der Luft und damit der Athmung durch Luftröhren

(Tracheen) oder Luftsäcke angepasst.

Man unterscheidet folgende Klassen der Gliederthiere:

I. Klasse: Crustacea (Krebsthiere). Fast ausnahmslos durch Kiemen

athmende Wasserbewohner. 0-2 Fühlerpaare am Kopfe, zahlreiche Beinpaare

am Mittelleibe, meist auch am Hinterleibe. Sehr häufig ein fester

Panzer vorhanden. Cambrium-Gegenwart.

II. Klasse: Arachnoidea (Spinnenthiere). Luftathmende Thiere mit

verschmolzenem Vorder- und Mittelleibe. Fühler fehlen; 4 Beinpaare;

Hinterleib ohne Anhänge. Silur-Gegenwart.

III. Klasse: Myriapoda (Tausendfüssler). Luftathmende Thiere mit

gesondertem Kopfe und sehr zahlreichen, gleichartigen Leibessegmenten

und Anhängen. Devon-Gegenwart.

IV. Klasse: Hexapoda (= Insecta, Insecten). Luftathmende Thiere mit

2 Fühlern am Kopfe; mit 3 Beinpaaren am dreigliedrigen Mittelleibe.

Hinterleib 9- oder 10 gliedrig, ohne Anhänge. Silur-Gegenwart.

Elemente der Paläontologie · 第 231 / 606 题