Die Perisphinctinae wurzeln wie die Stephanoceratinae in denjenigen
Aegoceraten des mittleren Lias, welche durch Spaltrippen ausgezeichnet
sind. Aber schon die älteren Formen dieses Zweiges unterscheiden sich
von den gleichalterigen Stephanoceratinae durch Rippen, welche gegen
die Aussenseite zu gespalten (Fig. 534) und nur vereinzelt geknotet
(später ungeknotet) sind; sie besitzen ferner einen weiteren Nabel als
jene (Fig. 535). Man trennt sie als
Dactylioceras Hy. (Fig. 534) ab. Weitgenabelte Schalen mit wenig
umfassenden Windungen von kreisrundem oder ovalem Querschnitt. Die
geraden oder schwach vorgebogenen Rippen spalten sich gegen die
Aussenseite zu und laufen über dieselbe ununterbrochen fort. Knoten nur
vereinzelt, meist fehlend. Einschnürungen der Schale fehlen. Innenlobus
zweispitzig. Lobenlinie mässig stark zerschlitzt. Im mittleren, häufig
im oberen Lias, seltener im unteren Dogger (der Südalpen).
[Illustration: Fig. 534. Dactylioceras commune Sow. Oberer Lias (ε).
England. Schale mit erhaltenem Mundrande. A von der Seite, B von vorn.]
[Illustration: Fig. 535. Perisphinctes polyplocus Rein. Kimmeridge
(Tenuilobatus-Sch.). Franken. Schale mit erhaltenem Mundrande und
Seitenohren.]
D. Davoëi Sow. Zonenammonit für die obere Abtheilung des Lias γ
(»Davoëi-Sch.«). Mitteleuropa.
D. commune Sow. (Fig. 534). }
} Oberer Lias (ε). Europa, Südamerika.
D. annulatum Sow. }
D. modestum Vac. Unterer Dogger (Opalinus-Sch.). Südalpen.
Perisphinctes Waag. (Fig. 535-537). Die formenreiche Gattung
schliesst sich an die vorhergehende sehr enge an. Ihre ältesten
Vertreter finden sich im mittleren Dogger und unterscheiden sich
von den Dactylioceraten nur durch den einspitzigen Innenlobus und
Schaleneinschnürungen. Der zweite Seitenlobus bildet in der Regel
mit den Hilfsloben einen stark zurückgreifenden Suspensivlobus (Fig.
536). Der Mundrand wird häufig mit kürzeren oder längeren Seitenohren
beobachtet (Fig. 535), die auf der Schale zuweilen als parabolische
Knoten bestehen bleiben. Die Rippen sind gerade oder schwach nach vorn
oder hinten gebogen, regelmässig oder unregelmässig gespalten und
vertheilt, nie geknotet, aber zuweilen auf der Aussenseite durch ein
glattes Band unterbrochen. Der Aptychus ist dünn, seine Oberfläche
gekörnelt. Die Hauptverbreitung dieser Gattung fällt in den Malm, wo
die zahlreichen, aber schwer zu unterscheidenden Arten in Europa, Asien
und Südamerika zu den häufigsten und bezeichnendsten Fossilien gehören.
Wenige Arten noch in der unteren Kreide.
[Illustration: Fig. 536. Perisphinctes funatus Opp. Unteres Callovien.
Württemberg. Ansicht der Septalfläche. Der Aussenlobus (el),
Innenlobus (il) und der erste Seitenlobus (sl₁) sind breit und tief,
der zweite Seitenlobus (sl₂) liegt zwar ausserhalb der Projection
des vorhergehenden Umganges (p), bildet aber mit den Hilfsloben (hl)
zusammen einen zurückgreifenden Suspensivlobus.]
[Illustration: Fig. 537. Perisphinctes Lothari Opp. Kimmeridge.
Abgewickelte Lobenlinie.]