Diese Unterfamilie zweigt von denjenigen Aegoceraten des mittleren Lias
ab, deren Flanken mit einfachen, gegen aussen zu gespaltenen und mit
an der Spaltungsstelle geknoteten und über die gerundete Aussenseite
fortlaufenden Rippen verziert sind, wie Aeg. armatum Sow. etc. Aus
diesen weitgenabelten Schalen bilden sich bereits im mittleren und
oberen Lias, besonders aber im Dogger und in den tiefen Abtheilungen
des Malm, meist enggenabelte, breitmündige Formen heraus, deren Rippen
in der Nähe des Nabels oder auf der Flanke meist unter Knotenbildung
sich spalten und gewöhnlich ununterbrochen, seltener unter Bildung
einer Aussenfurche über die Aussenseite fortsetzen. Vielfach schnürt
sich die Wohnkammer aus (Fig. 529); die Loben werden bei den sehr
breitmündigen Formen zuweilen unterzählig. Aptychus ungefaltet (Fig.
529). In diese Unterfamilie fallen die früheren Gruppen der Coronarii
und Bullati. Mittlerer Lias -- Oxford.
A. Schale im Allgemeinen ohne Einschnürungen.
Coeloceras Hy. Schale weit genabelt; alle oder doch einige Rippen
gegen die Aussenseite gespalten und an der Spaltungsstelle geknotet.
Windungsquerschnitt etwa so hoch wie breit. Lobenlinie wenig stark
zerschlitzt. Mittlerer und Oberer Lias in Europa und Südamerika,
seltener im unteren Dogger der Südalpen.
C. pettos Qu. }
} Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa.
C. centaurus d’Orb. }
C. crassum Phill. }
}
C. mucronatum d’Orb. } Oberer Lias. Mitteleuropa.
}
C. subarmatum Y. & B. }
C. longalvum Vac. Unterer Dogger. Südtirol.
Stephanoceras Waag. (Fig. 529). Umgänge so breit oder (meist) breiter
als hoch. Die einfach beginnenden, geraden oder schwach gebogenen
Rippen gabeln sich meist dreifach unter Knoten- oder Kantenbildung auf
der Flanke. Nabel weit bis eng, aber niemals geschlossen. Die gerundete
Aussenseite schärft sich zuweilen im Alter etwas zu. Lobenlinie stark
zerschlitzt. Wohnkammer zuweilen ausgeschnürt. Unterer Dogger --
Oxford, in Europa und Südamerika, besonders häufig im mittleren Dogger
und im Callovien.
[Illustration: Fig. 529. Stephanoceras Humphriesi Sow. Mittlerer
Dogger. Schale von der Seite (links) und von vorn (rechts). Der
Mundrand mit breitem Aussenlappen.]
St. Brocchi Sow. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Schichten). Mitteleuropa.
St. Humphriesi Sow. (Fig. 529). Zonenammonit des mittleren Dogger in
Europa und Südamerika (»Humphriesi-Sch.«).
St. Braikenridgi Sow. } Obere Schichten des mittleren Dogger.
St. Baylei Opp. } Mitteleuropa.
St. Blagdeni Sow. Grenzschichten des mittleren und oberen Dogger in
Mitteleuropa.
St. Deslongchampsi Dfr. Oberer Dogger. Mitteleuropa und Alpengebiet.
St. modiolare d’Orb. }
St. coronatum Brug. } Unteres Callovien (Macrocephalenschichten).
St. sublaeve Sow. } Europa.
St. Elatmae Nik. Unteres Callovien. }
} Russland.
St. Milaschevici Nik. Mittleres Callovien. }
Sphaeroceras Bayle (Fig. 530, 531). Schale stark aufgebläht, oft fast
kugelig. Umgänge meist viel breiter als hoch. Nabel eng, aber im
späteren Wachsthumsstadium durch Ausschnürung der Wohnkammer meist
erweitert (Fig. 530 B). Rippen in der Nähe des Nabelrandes gespalten,
ungeknotet. Häufig vom mittleren Dogger bis ins Callovien. Europa,
Südamerika, Ostindien.
Sph. polyschides Waag. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Sch). Mitteleuropa.
Sph. Sauzei d’Orb. Mittlerer Dogger (»Sauzei-Sch.«). Europa,
Südamerika.
Sph. Gervillii Sow. Mittlerer Dogger (Humphriesi-Sch.). Mitteleuropa.
Sph. multiforme Gott. Mittlerer Dogger. Südamerika.
Sph. bullatum d’Orb. (Fig. 531). Unteres Callovien. Europa,
Südamerika, Ostindien.
Sph. microstoma d’Orb. (Fig. 530). Unteres Callovien. Europa.
[Illustration: Fig. 530. Sphaeroceras microstoma d’Orb. Unteres
Callovien. Württemberg. A Schale von der Seite mit erhaltenem Mundrande
(mr). wu = Wulst; e = Ausschnitt. B Querschnitt der Schale, um die
allmähliche Verengerung des Nabels (n) und die Ausschnürung der
Wohnkammer (w) zu zeigen.]
[Illustration: Fig. 531. Sphaeroceras bullatum d’Orb. Unteres
Callovien. Württemberg. Ansicht der Septalfläche von vorn. Die Loben
sind unterzählig [sl₂ innerhalb der Projectionslinie des vorhergehenden
Umganges (p)]. Die äusseren Hilfsloben (hl) im Vergleich zu den inneren
(ihl) stark reducirt.]
Macrocephalites Sut. (Fig. 532). Schale enggenabelt, mit scharfen,
regelmässigen, in der Nähe des Nabelrandes gespaltenen, ungeknoteten
Rippen bedeckt. Von Sphaeroceras durch die regelmässig eingerollte
Wohnkammer unterschieden. Sehr häufig und bezeichnend für das untere
Callovien (»Macrocephalen-Schichten«) in Europa, Ostindien und
Südamerika.
M. macrocephalus Schl. (Fig. 532). Europa, Ostindien, Südamerika.
M. tumidus Rein. } Europa,
M. Herveyi Sow. } Ostindien, Südamerika.
M. chrysoolithicus Waag. }
[Illustration: Fig. 532. Macrocephalites macrocephalus Schl. Unteres
Callovien. Ein Luftkammerstück gegen die Septalfläche gesehen. ¹⁄₁.]
B. Schale in der Regel mit Einschnürungen.
Reineckia Bayle (Fig. 533) umfasst meist weitnabelige,
Stephanoceras-artige Schalen, deren Rippen auf der Aussenseite durch
ein glattes Band unterbrochen werden. Die Berippung wird häufig
dadurch etwas unregelmässig, dass nur ein Theil der Hauptrippen
Knoten trägt und dass periodische Einschnürungen zwischen den Rippen
auftreten, welche ein bündelförmiges Zusammentreten derselben am
Nabelrande verursachen. Die Knoten verschwinden bei späterem Wachsthum
nicht selten vollständig. Häufig im Callovien Europas, Indiens und
Südamerikas, in Europa auch noch im mittleren und oberen Malm sowie im
Neocom.
R. anceps Rein. } Leitformen des Callovien, besonders
R. Brancoi Stmn. (Fig. 533). } des mittleren, in Europa, z. Th. auch
R. Greppini Opp. } in Indien und Südamerika.
R. Rehmanni Opp. }
R. pseudomutabilis Lor. Leitform des unteren Kimmeridge in Europa.
R. Eudoxus d’Qrb. }
} Leitformen des oberen Kimmeridge in Europa.
R. mutabilis Sow. }
R. fascicularis d’Orb. Neocom. Westalpen.
[Illustration: Fig. 533. Reineckia Brancoi Stmn. Oberes Callovien.
Caracoles, Wüste Atacama. Schale von der Seite und von vorn.]
Olcostephanus Neum. ist von Reineckia hauptsächlich durch das Fehlen
des glatten Bandes auf der Aussenseite und stärkere Involution
unterschieden. Die Rippen beginnen bündelförmig am Nabelrande und
setzen ununterbrochen über die Aussenseite fort. Knoten oft entwickelt.
Einschnürungen fehlen nur selten. Diese Gattung entwickelt sich aus
Reineckia im Oxford und gewinnt im Kimmeridge, Tithon und im Neocom
eine weite Verbreitung, namentlich in Europa und Asien. In Ostindien
und Südamerika auch noch in der oberen Kreide.
O. stephanoides Opp. }
O. trimerus Opp. } Unteres Kimmeridge in Mitteleuropa.
O. striolaris Qu. }
O. Gravesi d’Orb. } Im Portland von England, Frankreich und
O. Portlandicus Lor. } Norddeutschland.
O. Grotei Opp. Oberes Tithon. Europa, Tibet.
O. Decheni N. & U. }
} Neocom. Russland, Norddeutschland.
O. Grotriani N. & U. }
O. Astieri d’Orb. }
} Neocom. Europa.
O. bidichotomus Leym. }