Die Schalen sind in der Regel flach scheibenförmig und weit genabelt
mit ovalem Windungsquerschnitt oder enger genabelt mit stärker
gewölbten Flanken. Die Aussenseite ist fast ausnahmslos abgeplattet,
meist sogar rinnenförmig vertieft, und die Rippen endigen vor der
Mittelfurche correspondirend oder alternirend meist in Knoten oder
Stacheln (Fig. 528 kn’), in selteneren Fällen setzen sie über die
glatte Aussenseite fort. Auf der Flanke gabeln sich die Rippen und
tragen an der Gabelungsstelle häufig Knoten (Fig. 528 B kn). Aptychus
ungefaltet. Ob diese Familie von den Aegoceratinae direkt (Dumortieria)
oder von der Familie der Perisphinctinae (p. 441) abzweigt, ist noch
nicht festgestellt. Die ältesten, wahrscheinlich hierher zu rechnenden
Formen finden sich im unteren Dogger, die Hauptentwickelung fällt in
den oberen Dogger und das Callovien; die letzten Formen in der unteren
Kreide.
[Illustration: Fig. 528. Cosmoceras ornatum Schl. Oberes Callovien
(Ornatenthon). Schwaben. A Schale von der Seite, B von vorn. kn =
seitliche, kn’ = äussere Knotenreihe.]
A. Normal gerollte Formen.
Cosmoceras Waag. (Fig. 528). Schale seltener weit, meist ziemlich
eng genabelt. Rippen in der Regel gespalten und 1-3 Knoten- oder
Stachelreihen tragend. Windungsquerschnitt meist polygonal. Vielleicht
schon im unteren Dogger, mehrere Formen im oberen Dogger, zahlreiche
Vertreter im Callovien, die letzten im Neocom.
C.? scissum Ben. Unterer Dogger (Opalinus- und Murchisonae-Sch.).
Alpengebiet, Südfrankreich, Süddeutschland.
C. subfurcatum d’Orb. } Tiefste Schichten des oberen Doggers in
C. Garanti d’Orb. } Mitteleuropa (Bifurcaten-Schichten in
C. bifurcatum Ziet. } Schwaben).
C. Goweri Sow. Unteres Callovien. Mitteleuropa.
C. ornatum Schl. (Fig. 528). } Leitformen des oberen Callovien
C. Dunkani Sow. } (Ornatenthon) in Mitteleuropa.
C. Jason Rein. }
C. verrucosum d’Orb. Neocom. Südfrankreich.
Parkinsonia Bayle. Unter diesem Namen begreift man die mehr oder minder
scheibenförmigen, meist weit genabelten Schalen, deren Rippen ähnlich
wie bei Schlotheimia vor der Mittelfurche absetzen, aber höchstens in
der Jugend noch Knoten tragen. Sie zweigen von Cosmoceras Garanti und
Verwandten ab und gehören zu den bezeichnendsten Leitformen des oberen
Dogger in Mitteleuropa.
P. Parkinsoni Sow. Oberer Dogger.
P. ferruginea Opp. Ferrugineus-Schichten des oberen Dogger.
P. Neuffensis Opp. } Obere Abtheilung des oberen Dogger.
P. Württembergica Opp. } (Varians-Schichten.)
B. Nebenformen.
Aus den weitnabeligen Cosmoceraten des Doggers entwickeln sich
spiral gerollte bis stabförmig gestreckte Nebenformen, welche mit
ungespaltenen, aber durch 1 oder 2 Knotenreihen verzierten Rippen
versehen sind. Man fasst sie unter dem Namen Ancyloceras Neum. (früher
auch für cretacische Nebenformen gebraucht) zusammen. Sie finden sich
im oberen Dogger und Callovien, seltener im Oxford Mitteleuropas,
besonders in den sog. »Hamiten-Schichten« des schwäbischen Jura.
A. annulatum d’Orb. (= Hamites bifurcatus Qu.). Unterste Schichten
des oberen Dogger (Hamiten-Schichten).
A. Calloviense Morr. Callovien. Mitteleuropa.
Hieran schliessen sich vielleicht auch ganz glatte, stabförmige
Schalen mit reducirter, goniatitischer Lobenlinie, die als Leioceras
Hörn. bezeichnet werden.
L. acuarium Qu. (= Baculites Qu.). Oberes Callovien. Württemberg.