2. Unterfam. Harpoceratinae.

Schalen flach, meist hochmündig und engnabelig, seltener niedrigmündig

und weitgenabelt. Sichelförmige Streifen oder Rippen bedecken die

Seiten. Zuweilen verdicken sich die Rippen an der Aussen- oder

Innenkante oder auf der Flanke zu Knoten. In der Mitte der Seite

verläuft nicht selten eine Spiralfurche. Aussenseite mit meist

einfachem, seltener jederseits von einer Furche begleitetem, zuweilen

gezacktem Septalkiel. Mundrand mit Seitenohren und Trichterfortsatz.

Hilfsloben meist zahlreich. Gefalteter Aptychus häufig beobachtet.

Diese Unterfamilie entwickelt sich aus den Arietitinae im mittleren

Lias, ihre Hauptverbreitung fällt in den oberen Lias, den Dogger und

Malm; mit dem Ende der Juraformation verschwindet sie.

Harpoceras Waag. (Fig. 518, 519). Aussenseite der Schale (auch

auf der Wohnkammer) gekielt. Kiel zuweilen von Furchen begleitet.

Rippen sichelförmig, seltener geknotet. Aptychus gefaltet, dünn. Die

Hauptverbreitung dieser Gattung fällt in den oberen Lias und den

unteren Dogger; die letzten Vertreter im oberen Malm. Zahlreiche

Untergattungen und Gruppen. Als wichtigste Arten führen wir an:

H. Algovianum Opp. Mittlerer Lias. Nordalpen, Süddeutschland.

H. Normanni d’Orb. Mittlerer Lias. Mitteleuropa.

H. bifrons Brug. (Fig. 518). Zonenammonit des oberen Lias (ε).

Mitteleuropa.

H. Comense Buch. Oberer Lias. Nord- und Südalpen.

H. Lythense Y. & B. Oberer Lias (ε). }

} Mitteleuropa.

H. radians Schl. Oberer Lias (ζ). }

H. Aalense Ziet. }

} Oberer Lias (ζ). Mitteleuropa.

H. costula Rein. }

H. striatulum Sow. Oberer Lias und unterer Dogger. Mitteleuropa.

H. opalinum Rein. (Fig. 519). Leitfossil für die tiefsten Schichten

des Dogger (»Opalinusschichten«).

H. Murchisonae Sow. } Leitfossil für die »Murchisona«-Zone des unteren

} Dogger.

H. laeviusculum Sow. }

H. corrugatum Sow. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Zone).

H. pingue Rö. }

} Mittlerer Dogger (Humphriesi-Zone).

H. deltafalcatum Qu. }

H. hecticum Rein. Unteres Callovien.

H. lunula Ziet. }

} Oberes Callovien.

H. punctatum Stahl }

H. Arolicum Opp. }

H. hispidum Opp. } Unteres Oxford (Transversarius-Schichten).

H. canaliculatum Buch. }

H. trimarginatum Opp. }

} Unteres Oxford (Bimammatus-Schichten).

H. Maranti d’Orb. }

[Illustration: Fig. 518. Harpoceras bifrons Brug. Oberer Lias. Schale

von der Seite und von vorn. Aussenseite mit Kiel und 2 Furchen; auf der

Seite verläuft eine Spiralfurche. ¹⁄₁.]

[Illustration: Fig. 519. Harpoceras opalinum Rein. Unterer Dogger

(Opalinus-Sch.). Gundershofen, Unterelsass. Schale mit erhaltenem

Mundrande, von der Seite. Trichterfortsatz und Seitenohr sichtbar. ¹⁄₁.]

Oppelia Waag. (Fig. 520, 521). Aussenseite der Schale wenigstens

auf der Wohnkammer gerundet (oder abgeplattet) und ungekielt.

Rippen sichelförmig, häufig auf der Flanke oder an der Aussenkante

angeschwollen (Fig. 520) oder geknotet. Wohnkammer oft eingeknickt.

Mundrand mit Seitenohren. Lobenlinie fein zerschlitzt. Aptychus

gefaltet, ziemlich dick. Einrollung und Verzierung der Schale,

sowie die Gestalt des Mundrandes deuten auf einen genetischen

Zusammenhang mit Harpoceras hin, doch sind die vermittelnden Formen

noch nicht bekannt. Oppelia beginnt im unteren Dogger, ist bereits

im oberen Dogger und Callovien reichlich vertreten, erreicht ihre

Maximalentwickelung aber erst in den jüngeren Abtheilungen des Malm;

jünger nicht bekannt. Europa, Indien, Südamerika.

O. subradiata Sow. Mittlerer Dogger (Sowerbyi-Schichten).

O. fusca Qu. Oberer Dogger (Vesoul-Stufe).

O. aspidoides Opp. Leitend für die obersten Schichten des oberen

Dogger.

O. subcostaria Opp. Unteres Callovien.

O. bicostata Opp. }

} Oberes Callovien. (Ornaten-Schichten).

O. denticulata Ziet. }

O. Renggeri Opp. }

} Unteres Oxford.

O. crenata Brug. }

O. flexuosa Buch. Oxford.

O. tenuilobata Opp. (Fig. 520). Zonenammonit für das Untere

Kimmeridge (»Tenuilobatus-Sch.«).

O. compsa Opp. }

}

O. trachynota Opp. } Häufig im Kimmeridge, seltener im Tithon.

}

O. Holbeini Opp. }

O. lithographica Opp. (Fig. 521). Häufig im unteren Tithon, seltener

im oberen Kimmeridge.

[Illustration: Fig. 520. Oppelia tenuilobata Opp. Kimmeridge

(Tenuilobatus-Zone). Württemberg. Bis ans Ende gekammerte Schale.]

[Illustration: Fig. 521. Oppelia lithographica Opp. Unteres Tithon

(W. J. ζ). Solenhofen, Franken. Mit erhaltenem Aptychus (ap) und mit?

Haftbandlinie.]

[Illustration: Fig. 522. Haploceras Cadomense d’Orb. Mittlerer Dogger.

Bayeux, Calvados. Schale mit vollständig erhaltener, geknickter

Wohnkammer. Mundrand mit Seitenohren (o) und Einschnitten (e, i).]

Elemente der Paläontologie · 第 213 / 606 题