Aus den Psilonoten bilden sich durch Zuschärfung der Aussenseite
gekielte Schalen mit ungespaltenen, geraden oder nach vorn
geschwungenen Rippen heraus. Häufig plattet sich die Aussenseite ab und
dann wird der Kiel in der Regel von 2 Furchen begleitet (Fig. 517 B f).
Die Schalen sind meist weit genabelt und von ovalem oder rechteckigem
Windungsquerschnitt. Knoten erscheinen nur ausnahmsweise am äusseren
Ende der Rippen. Nur 1 Hilfslobus vorhanden. Erster Seitensattel (ss₁)
höher als der Aussensattel (es) (Fig. 517 C). Diese Unterfamilie
(früher als Gruppe der »Arieten« bezeichnet) giebt wichtige Leitformen
für den Unteren Lias (α und β) in Europa und Südamerika ab. Einzige
Gattung
Arietites Waag. (Fig. 517) mit zahlreichen Untergattungen und Gruppen,
von denen folgende Erwähnung finden mögen.
[Illustration: Fig. 517. A, B Arietites Bucklandi Sow. Unterer Lias
(α). England. A von der Seite, B von vorn. k = Kiel, f = Furche der
Aussenseite. C Lobenlinie von Ar. bisulcatus Brug. Unterer Lias (α).
Württemberg. Lobenlinie.]
A. Aussenseite mit mehr oder minder deutlichem Kiel, aber ohne
Furchen, in der Jugend oft noch kiellos. Rippen nach vorn
geschwungen.
A. liasicus d’Orb. Angulatenschichten des unteren Lias. Mitteleuropa.
A. proaries Neum. } Megastomaschichten (obere Psilonotenschichten)
A. Seebachi Neum. } des nordalpinen Lias.
B. Aussenseite mit einfachem, schwachem Kiel. Rippen gerade und dick.
A. raricostatus Ziet. Zonenammonit für die obere Abtheilung des Lias
β in Europa.
C. Aussenseite mit Kiel und 2 Furchen. Umgänge niedrig, Nabel weit
(Fig. 517).
A. Bucklandi Sow. (Fig. 517 A, B). }
}
A. bisulcatus Brug. (Fig. 517 C). } Häufig in der oberen
} Abtheilung des Lias α:
A. rotiformis Sow. } »Arietenschichten«.
} Mitteleuropa.
A. semicostatus Y. & B. (= geometricus) Opp. }
}
A. Conybeari Sow. }
D. Aussenseite mit Kiel und 2 Furchen. Umgänge hoch. Nabel mehr oder
weniger verengt.
A. obtusus Sow. } Leitend für die untere Abtheilung des Lias β
A. stellaris Sow. } in Europa.
An Arietites schliessen wir eine kleine Gruppe liasischer Ammoniten
an, welche als Agassiceras Hy. abgetrennt wird. Die Schalen sind in
der Jugend glatt, später mit geraden Rippen und Kiel versehen, aber
ohne Furchen.
A. ? laevigatum Sow. }
A. striaries Qu. } Obere Abtheilung des Lias α. Mitteleuropa.
A. Scipioni d’Orb. }
Ob die Gruppe der Globosi (Cymbites Neum.), Formen mit gerundeten,
meist glatten Windungen, schwachem Kiele und schwach gezähnter
Lobenlinie hiermit zu vereinigen oder zu den Aegoceratinae (Polymorphi
-- p. 432) zu stellen sind, muss noch unentschieden bleiben.
C. globosus Ziet. Lias β. }
} Mitteleuropa.
C. centriglobus Opp. Mittlerer Lias. }