Nebenformen der Lytoceratidae.
Dieselben sind auf die Kreide beschränkt, daselbst aber sehr häufig.
Von den oft ähnlichen Nebenformen der Aegoceratidae sind sie durch die
symmetrische Zertheilung der Loben unterschieden.
A. Die Schalenumgänge liegen in einer Ebene (Fig. 513, 514).
Hamites Park. (Fig. 513). Die Berippung der Schale wie bei
Costidiscus. Entweder ist nur die Wohnkammer von dem normal
gerollten, gekammerten Theile der Schale abgelöst und hakenförmig
zurückgekrümmt (Macroscaphites), oder die gekammerten Windungen sind
ebenfalls von einander gelöst und die Schale einmal (Hamulina) oder
mehrere Male (Hamites s. str.) hakenförmig umgebogen. Die Formen mit
Gyroceras-artiger Ausrollung und Lytoceras-artiger Verzierung werden
als Pictetia abgetrennt. Häufig in der Kreide.
Macroscaphites Ivanii d’Orb. } Oberes Neocom (Barrémien).
Hamulina Astieri d’Orb. } Westalpen, Karpathen.
Hamites attenuatus Sow. (Fig. 513). Gault. Mitteleuropa.
Hamites cylindraceus Dfr. Oberste Kreide. Mitteleuropa.
Pictetia Asteri d’Orb. Gault. Westalpen.
[Illustration: Fig. 513. Hamites attenuatus Sow. Gault. Restaurirte
Schale. ¹⁄₁.]
[Illustration: Fig. 514. Baculites anceps Lmk. Oberste Kreide
(Baculitenkreide). ¹⁄₁.]
[Illustration: Fig. 515. Turrilites catenulatus d’Orb. Gault.
Westalpen. ¹⁄₁.]
Baculites Lmk. (Fig. 514). Schale stabförmig gestreckt, im Querschnitt
oval, aber Bauch- (Siphonal-) Seite oft etwas zugeschärft. Mundrand
mit Trichterfortsatz. Oberfläche glatt oder mit flachen Falten.
Lobenlinie wenig stark zerschlitzt. Kreide, besonders häufig in den
jüngsten Schichten derselben (Senon und Danien -- »Baculitenkreide«)
in Europa, Nord- und Südamerika, Indien etc., vielleicht noch im Eocän
Nordamerikas.
B. (Ptychoceras) neocomiensis d’Orb. Neocom. Karpathen,
Südfrankreich.
B. baculoides d’Orb. Cenoman. }
B. incurvatus Duj. Unteres Senon. } Mitteleuropa.
B. Knorri Desm. Oberes Senon. }
B. anceps Lmk. (Fig. 514). Danien. Europa, Chili, Indien.
B. Die Umgänge sind schneckenförmig gewunden (Fig. 515).
Turrilites Lmk. (Fig. 515). Schale in der Form eines Schneckenhauses
meist links, seltener rechts gewunden. Die Windungen berühren sich,
oder sind ganz oder theilweise von einander gelöst. Oberfläche mit
einfachen oder geknoteten Rippen. Die beiden Hälften der Lobenlinie
unsymmetrisch, der unsymmetrischen Aufrollung der Schale entsprechend.
Wie Hamites zerfällt auch diese Gattung in mehrere Untergattungen.
Neocom -- Senon.
A. Alle Umgänge berühren sich.
T. catenatus d’Orb. (Fig. 515). }
} Gault. Mitteleuropa.
T. Bergeri Bgt. }
T. costatus Lmk. Cenoman. Europa, Nordafrika, Ostindien.
T. tuberculatus Bosc. Cenoman. Europa, Ostindien.
B. Die letzten Umgänge berühren sich nicht.
T. Reussi d’Orb. Oberes Turon, Norddeutschland.
T. polyplocus Rö. Oberes Senon. Norddeutschland, Südfrankreich.
[Illustration: Fig. 516. A, B Psiloceras planorbis Sow. Unterster
Lias (Psilonotenschichten). Württemberg. A Schale mit erhaltenem
Mundrande (e) und Anaptychus in situ (an). B Windungsquerschnitt. C
Ps. calliphyllum Neum. Unterster Lias. Nordalpen. Lobenlinie. Die
Sättel zeigen blattförmige Enden. Der zweite Seitenlobus ist mit den
Hilfsloben zu einem Suspensivlobus (su) vereinigt.]