9. Fam. Lytoceratidae.

Die Lytoceratidae zeichnen sich im Gegensatz zu den Phylloceratidae

durch die Weite des Nabels und das vollständige oder nahezu

vollständige Fehlen der Hilfsloben aus. Die Schalen sind symmetrisch

eingerollt oder sie bilden haken-, schnecken- oder stabförmige

Nebenformen. Der Windungsquerschnitt schwankt zwischen dem kreisrunden

und ovalen. Mit der Ausbildung der Nebenformen entwickeln sich zumeist

einfache, selten gespaltene oder geknotete Rippen. Der Mundrand

zeigt nur bei den gerade gestreckten Nebenformen einen längeren

Trichterfortsatz, für gewöhnlich ist er gerade abgeschnitten und

zuweilen trompetenartig erweitert. Die Lobenlinie ist stark verästelt,

geht aber bei den Nebenformen zurück. Bezeichnend für dieselbe ist die

symmetrische Vertheilung der Loben nach einer Querlinie (Fig. 510 A

ss), die namentlich in der symmetrischen Theilung des Seitensattels

(ss₁) zum Ausdruck gelangt.

Die Familie ist im Jura und in der Kreide sehr häufig, in letzterer

Formation überwiegen die Nebenformen über die normal eingerollten. Die

triadischen Vorläufer sind noch nicht scharf ausgeschieden.

[Illustration: Fig. 510. A Septalfläche und B Lobenlinie von Lytoceras

fimbriatum Sow. Mittlerer Lias. Die Loben und Sättel sind fast

symmetrisch zu einer Querebene (s-s) gestellt. Der erste Seitensattel

(ss₁) symmetrisch getheilt, der zweite, gleichzeitig Innensattel, ist

wohl zweitheilig (x), aber nicht in Hilfsloben aufgelöst.]

[Illustration: Fig. 511. Lytoceras fimbriatum Sow. Mittlerer Lias (γ).

Charmouth, England. A Schale von der Seite, B von vorn. b = Querringe

(stehen gebliebene Mundränder), dazwischen die wellige Schalenstreifung

sichtbar.]

Lytoceras Suess (Fig. 510-512). Unter diesem Namen werden die normal

eingerollten Schalen begriffen. Die Umgänge umfassen sich nur wenig

oder berühren sich eben. Der zweite Seitensattel ist deshalb meist

gleichzeitig Innensattel; nur selten findet eine Zertheilung desselben

durch 1 oder 2 Hilfsloben statt. Die Schalenoberfläche ist glatt

oder mit feinen, oft zackigen Querlamellen und stehen gebliebenen

Mundrändern, in der Form von Ringen oder Einschnürungen versehen. Die

Länge der Wohnkammer beträgt ½-¾ Umgänge. Unterer Lias -- Oberste

Kreide.

a. Schale glatt oder mit welligen Streifen, zuweilen mit

ringförmigen Mundrändern oder Einschnürungen versehen.

Lias -- Danien.

L. fimbriatum Sow. (Fig. 510, 511). Mittlerer Lias (γ). Mitteleuropa.

L. cornucopiae Y. & B. Oberer Lias (ε). Mitteleuropa.

L. Germainei d’Orb. Oberer Lias (ζ). Mitteleuropa.

L. jurense Ziet. Leitfossil für den Lias ζ in Mitteleuropa.

L. tripartitum Rasp. (Fig. 512). Oberer alpiner Dogger.

L. Liebigi Opp. Tithon. Alpen und Südeuropa.

L. Honorati d’Orb. Neocom. Südeuropa.

[Illustration: Fig. 512. Lytoceras tripartitum Rasp. Oberer Dogger.

Dép. d. Basses-Alpes. A Schale von der Seite, B von vorn. f =

Querfurchen.]

b. Schale mit zahlreichen, oft wulstartig verbreiterten und dann

durch Furchen getrennten Rippen, z. Th. mit Knoten. Lias und

Dogger.

L. articulatum Sow. Unterer Lias. Alpengebiet.

L. torulosum Ziet. Leitfossil für die untersten Schichten des Dogger

in Mitteleuropa »Torulosus-Sch.«).

c. Schale mit einfachen, seltener gespaltenen oder geknoteten,

scharfen Rippen. Wohnkammer etwa 1 Umgang. Untere Kreide --

Costidiscus.

Elemente der Paläontologie · 第 208 / 606 题