III. Lanceolatiformes.

Die Goniatiten-Gruppe der Lanceolati zeichnet sich durch

lanzettförmige Sättel und Loben aus, welch’ letztere bereits in der

Steinkohlenformation z. Th. zweispitzig zu werden beginnen (Pronorites

-- p. 395); der Windungsquerschnitt ist oval und die Oberfläche

unverziert oder nur quergestreift. Diese Charaktere finden sich bei den

alttriadischen Nachkommen bewahrt, nur die Lobenlinie hat eine stärkere

Zerschlitzung erfahren. Während der Trias differenzirt sich der Stamm

der Lanceolatiformes noch wenig, aber mit dem Beginn der Juraformation

treten uns 3, deutlich gesonderte Familien entgegen, welche im Jura und

in der Kreide sich zu grosser Mannigfaltigkeit der Formen entwickeln.

Diese sind:

8. Fam. Phylloceratidae. Schale meist sehr eng genabelt, mit

gerundeter Aussenseite. Verzierung fast ausschliesslich in

Querstreifen oder -Falten bestehend; zuweilen Querwülste auf der

Schale und besonders auf dem Steinkerne. Die Enden der Sättel

stets lancett- oder blattförmig. Hilfsloben meist zahlreich.

Loben überzählig, nach der Naht zu an Grösse allmählich

abnehmend. Trias -- Obere Kreide.

9. Fam. Lytoceratidae. Schale sehr weit genabelt, mit gerundeter

Aussenseite, glatt oder mit einfachen Querverzierungen.

Einschnürungen zuweilen vorhanden. Die zahlreichen Nebenformen

der Kreide zeichnen sich durch stärkere Berippung aus. Loben

vollzählig, Hilfsloben selten entwickelt. Die Sattelenden fein

zerschlitzt. Sättel fast durchgehends symmetrisch -- zweitheilig.

Jura und Kreide.

10. Fam. Aegoceratidae. Schale eng oder weit genabelt, sehr

verschiedenartig verziert. Aussenseite gerundet, abgeplattet,

zugeschärft, gekielt oder gefurcht. Mundrand häufig mit

Aussenfortsatz und Seitenohren. Loben voll-, selten unterzählig.

Sättel bei den ältesten Formen blattförmig endigend, später stets

fingerförmig zerschlitzt, oft zweitheilig aber nie symmetrisch.

Hilfsloben immer vorhanden, abgesehen von den Nebenformen.

Aptychus vorhanden. Rhätische Stufe -- Oberste Kreide.

Elemente der Paläontologie · 第 206 / 606 题