Schale durchgängig mit einfachen oder gespaltenen Rippen und meist
mit einer oder mehreren Reihen von Knoten verziert. Einschnürungen
und Varices fehlen. Wohnkammer ½-¾ Umgang einnehmend, selten von der
übrigen Schale abweichend. Lobenlinie unterzählig oder vollzählig,
z. Th. noch goniatitisch, meist nur mit gezähnten Loben, bei den
jüngeren Formen auch mit gezähnten Sätteln. Aussenlobus weniger tief
als der erste Seitenlobus. Mittelsattel klein und meist schmal.
Hilfsloben fehlend oder sparsam, wenn zahlreich, sehr klein. Die
Familie schliesst an die im Perm noch vorhandene Goniatiten-Gruppe der
Carbonarii (Gastrioceras -- p. 393) mit unterzähligen Loben an; sie ist
ausschliesslich triadisch.
a. Rippen und Knoten am Nabelrande am stärksten. Knotenreihen nie
zahlreich. Sättel fast nie zerschlitzt. Die beiden Aeste des
Aussenlobus meist ∧-förmig nach hinten divergirend (Fig. 482 B
el). Ceratitinae.
Dinarites Mojs. Schale scheibenförmig, weit genabelt. Die Querrippen
sind am Nabelrande am stärksten und dort häufig geknotet. Loben
unterzählig bis vollzählig, ganzrandig oder schwach gezähnt. Sättel
ganzrandig. Hilfsloben fehlen. In der ältesten Trias Nordsibiriens und
in der alpinen Trias (Werfener Schichten -- Karnische Stufe).
D. spiniplicatus Mojs. Unterste Trias. Olenekmündung.
D. Liccanus v. Hau. Werfener Schichten. Südalpen, Kroatien.
D. Avisianus Mojs. Norisch. }
} Südalpen
D. Eduardi Mojs. Karnisch. }
Ceratites d. Haan (Fig. 482, 483). Schale scheibenförmig mit mehr oder
weniger offenem Nabel. Skulptur meist stärker als bei der vorigen
Gattung: Spaltrippen und oft mehrere (2-3) Knotenreihen. Mundrand an
der Aussenseite vorgezogen. Loben vollzählig, mit wenigen, selten
zahlreichen und dann sehr kleinen Hilfsloben (Fig. 483 A). Loben mehr
oder weniger stark gezähnt. Sattelenden gerundet, ganzrandig, selten
fein gezähnt. Von der vorigen Gattung nicht scharf geschieden.
In der älteren Trias weit verbreitet. Nordsibirien, Kirgisensteppe,
Himalaya, Japan, Europa, Spitzbergen, in den Alpen und im germanischen
Triasbecken, hauptsächlich im Muschelkalk, seltener in der norischen
Stufe (Lettenkohle).
1. Mit wenigen Hilfsloben.
C. Middendorfi Keys. Unterste Trias. Olenekmündung.
C. laqueatus Lindstr. Muschelkalk. Spitzbergen.
C. binodosus Hau. (Fig. 482 B). Leitfossil für die untere Abtheilung
des südalpinen Muschelkalkes.
C. antecedens Beyr. Unterer Muschelkalk. Nord- und Süddeutschland.
C. trinodosus Mojs. (Fig. 482 A). Leitfossil für die obere Abtheilung
des Muschelkalkes in den Nord- und Südalpen, Bosnien.
C. Hantkeni Mojs. Norisch. Südalpen, Bakony.
2. Mit zahlreichen Hilfsloben.
C. nodosus d. Haan (Fig. 483). Leitend für die mittlere Abtheilung
des oberen Muschelkalkes (»Nodosuskalk«) des germanischen Triasbeckens.
C. semipartitus v. B. Nimmt im oberen Muschelkalk ein etwas höheres
Lager ein als C. nodosus (»Semipartitus-Schichten«).
C. Schmidi Zimm. Lettenkohle. Thüringen.
[Illustration: Fig. 482. A Ceratites trinodosus Mojs. Muschelkalk.
Bakony. Schale von der Seite. (Die dritte, nabelständige Knotenreihe
ist bei grossen Exemplaren verschwunden.) B C. binodosus Hau.
Lobenlinie, die geringe Zahl der Hilfsloben (hl) und den ∧-förmig
gespreizten Aussenlobus (el) zeigend.]
[Illustration: Fig. 483. Ceratites nodosus d. Haan. Oberer Muschelkalk.
Wolfenbüttel. A vollständige Schale von der Seite. Der Mundrand (mr)
ist auf der Aussenseite vorgezogen, gegen den Rücken zu ausgebuchtet.
rk = äussere Knotenreihe. B dieselbe von vorn. Die Sättel (ss, ss₁,
ss₂, hs) sind ganzrandig, die Loben (el, sl₁, sl₂, hl) gezähnt.]
[Illustration: Fig. 484. Arpadites Manzonii Ben. Norisch. Esino,
Lombardei. Schale von der Seite, mit eingezeichneter Lobenlinie.]
Arpadites Mojs. (Fig. 484). Von Ceratites wesentlich nur durch den
schmäleren Mündungsquerschnitt und die jederseits von einem Kiele
eingefasste Aussenfurche unterschieden, aber nicht scharf davon
getrennt. In der norischen Stufe der Südalpen, des Bakony und Japans;
seltener auch noch in der karnischen.
A. Arpadis Mojs. Norisch. Südalpen, Bakony.
A. Manzonii Ben. (Fig. 484). Norisch. Lombardei.
b. Rippen und Knoten gegen den Aussenrand besonders stark.
Knotenreihen oft zahlreich, Sättel oft ringsum gekerbt. Die
beiden Aeste des Aussenlobus convergiren meist ∨-förmig nach
hinten (Fig. 486 C el).
Tirolitinae.
Tirolites Mojs. (Fig. 485). Schale flach, weit genabelt. Die Rippen
gegen aussen am stärksten und dort oft mit Knoten versehen. Loben
unterzählig, goniatitisch oder schwach gezähnt. Sättel ganzrandig.
Alpine Trias, hauptsächlich in den Werfener Schichten, selten jünger
(Karnische Stufe).
T. Cassianus Qu. (Fig. 485). Werfener Schichten. Südeuropa,
Astrachan.
T. Smiriagini Auerb. Werfener Schichten. Südeuropa, Astrachan.
Trachyceras Laube (Fig. 486). Schale mässig weit oder eng genabelt.
Seiten gewölbt. Rippen meist gespalten und mit mehreren Knotenreihen
verziert. Aussenseite oft gefurcht. Loben vollzählig, zuweilen ein
Hilfslobus. Die Sättel bei den geologisch jüngeren Formen gekerbt.
Mittelsattel schmal. Leitend für die norische und karnische Stufe
(Alpen, Bakony, Spanien, Nevada).
[Illustration: Fig. 485. Tirolites Cassianus Qu. Werfener Schichten.
Campil, Dolomitalpen. A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie,
den schwach gezähnten Seitenlobus (sl₁) und den flachen Aussenlobus
(el) zeigend.]
Tr. Reitzi Boeckh. Leitend für die untere Abtheilung der norischen
Stufe. Südalpen, Bakony.
Tr. Archelaus Laube (Fig. 486). } Leitend für die obere Abtheilung
} der norischen Stufe. Südalpen,
Tr. doleriticum Mojs. } Bakony.
Tr. hispanicum Mojs. Norisch. Spanien.
Tr. Whitneyi Gabb. Norisch. Nevada.
Tr. Aon Mnstr. } Leitend für die untere Abtheilung der
} karnischen Stufe. Südalpen, Bukowina.
Tr. furcatum Mnstr. }
Tr. Basileus Mnstr. Karnisch (Cassianer Sch.). Südalpen.
Tr. Aonoides Mojs. Leitend für die obere Abtheilung der karnischen
Stufe in den Nord- und Südalpen.
c. Rippen meist über die Aussenseite fortsetzend. Lobenlinie nur
z. Th. gezähnt, meist goniatitisch. Kleine, weitgenabelte oder
ausgerollte, schnecken- oder stabförmige Schalen (Fig. 487).
Norische -- Rhätische Stufe der Alpen.
Clydonitinae.
Choristoceras Hau. (Fig. 487). Die letzte Windung von den früheren
abgelöst. Die einfachen Rippen an der Aussenkante geknotet. Seitenlobus
zweispitzig. Rhätische Stufe der Nordalpen.
Ch. Marshi Hau. (Fig. 487). } Rhätische Stufe. Nordalpen.
Ch. rhaeticum Gü. }
[Illustration: Fig. 486. Trachyceras Archelaus Laube. Norisch. Bakony.
A Schale von der Seite, B von vorn. C Lobenlinie mit 2 Seitenloben
(sl₁, sl₂), gekerbten Sätteln (es, ss₁) und schmalem Mittelsattel (ms).]
[Illustration: Fig. 487. Choristoceras Marshi Hau. Rhätische Stufe.
Salzkammergut. Die letzte Windung ist von den früheren abgelöst. ¹⁄₁.]