6. Fam. Pseudomelanidae.

Eine Anzahl ausgestorbener Gattungen von unsicherer Stellung werden

zweckmässiger Weise an die Melanidae angeschlossen. Ihre Gehäuse sind

thurmförmig, mit zahlreichen Windungen. Die Mündung ganz oder unten

schwach ausgebuchtet. Die Oberflächenverzierung besteht meist nur aus

Anwachs-, selten aus Spiralstreifen. In paläozoischen und mesozoischen

Formationen häufig, im Eocän aussterbend. Meeresbewohner.

Chemnitzia (= Pseudomelania) (Fig. 359). Umgänge eben oder nur ganz

schwach gewölbt. Letzter Umgang viel weniger hoch als das zugespitzte

Gewinde. Aussenlippe (a) scharf, Innenlippe (i) einfach, nicht

verdickt. Oberfläche mit schwach gebogenen Anwachsstreifen oder

Querrippen. Zickzackförmige Farbenstreifen nicht selten erhalten. Sehr

häufig im Mesozoicum, seltener im Tertiär.

Ch. scalata v. Schl. sp. Häufig im Muschelkalk, seltener im Keuper.

Deutschland.

Ch. Escheri Hörn. Norische Stufe (Esino-Sch.). Südalpen.

Ch. alpina Eichw. sp. Karnische Stufe (Raibler Sch.). Südalpen.

Ch. Zenkeni Dkr. sp. Unterer Lias (Angulatenschichten).

Norddeutschland, Lothringen, Schwaben.

Ch. lineata Sow. sp. Mittlerer Dogger. England, Frankreich,

Süddeutschland.

Ch. Heddingtonensis Sow. sp. (Fig. 359). Oxford. Mitteleuropa.

Ch. lactea Lmk. sp. Eocän. Pariser Becken.

[Illustration: Fig. 359. Chemnitzia Heddingtonensis Sow. sp. Oxford.

Frankreich. Die zickzackförmigen Farbenstreifen der Schalenoberfläche

erhalten. a = Aussen-, i = Innenlippe.]

[Illustration: Fig. 360. Macrochilus arculatus v. Schl. sp. Mitteldevon

(Stringocephalenkalk). Paffrath b. Cöln. Die Innenlippe ist unten

verdickt und zeigt eine undeutliche Falte.]

Loxonema Phill. lässt sich nicht scharf von Chemnitzia trennen. Die

Umgänge sind meist gewölbt und sehr zahlreich, die Aussenlippe oben

vorgezogen. Häufig im Paläozoicum, seltener in der Trias.

L. acuminatum Gf. sp. Subcarbon. Belgien, Rheinlande, Russland.

L. constrictum Mart. sp. Subcarbon. Grossbritannien, Belgien,

Kärnten.

? L. obsoletum v. Schl. sp. Häufig im deutschen Muschelkalke,

selten im Keuper.

Macrochilus Phill. (Fig. 360). Die letzte Windung höher als das

Gewinde. Innenlippe unten verdickt und mit einer undeutlichen Falte

versehen. Devon -- Trias.

M. arculatus v. Schl. sp. (Fig. 360). Mitteldevon. Rheinlande,

England, Ural.

Elemente der Paläontologie · 第 172 / 606 题