5. Fam. Melanidae.

Schale thurmförmig, mit langem, zugespitztem Gewinde. Mündung

rundlich oder eiförmig, ganz, seltener mit kurzem Ausguss oder Canal.

Aussenlippe scharf und gebogen. Innenlippe meist umgeschlagen, oft

verdickt. Die Schale ist mit dicker, dunkler Epidermis überzogen, das

Gewinde häufig angefressen. Kreide und Tertiär. Die zahlreichen (ca.

1000) recenten Formen leben im Süss-, seltener im Brackwasser der

wärmeren Regionen.

[Illustration: Fig. 356. Melania strombiformis v. Schl. sp. Untere

Kreide (Wälderthon). Neustadt a. R., Hannover. ¹⁄₁.]

[Illustration: Fig. 357. Melania inquinata Desh. Untereocän

(Soisson-St.). Rilly b. Rheims. i = Innenlippe; a = die etwas

ausgebogene Aussenlippe.]

Melania Lmk. (Fig. 356, 357). Schale hoch thurmförmig, ungenabelt,

meist mit spiralen, zuweilen auch mit queren Verzierungen, selten

glatt. Mündung ganz. Aussenlippe unten schwach ausgebogen (Fig. 357 a).

Spindel nicht abgestutzt, allmählich in die Aussenlippe verlaufend.

Fossil von der Kreide an, sehr häufig Lebend.

M. strombiformis v. Schl. sp. (Fig. 356). In der unteren Kreide

(Wealdenbildung) Englands und Norddeutschlands häufig.

M. inquinata Dfr. (Fig. 357). Häufig im Untereocän Frankreichs

und Englands.

M. alpina May. Obereocän. Thuner See.

M. Laurae Math. Obereocän. Oberes Rheinthal, Provence.

M. muricata Wood. Obereocän und Oligocän. England. Oligocän.

Norddeutschland.

M. Escheri Brgt. Miocän und Pliocän. Mitteleuropa.

Melanopsis Fér. (Fig. 358 A, B). Schale thurmförmig bis eiförmig,

Gewinde oft stark verkürzt. Spindel unten abgestutzt, die Mündung in

Folge dessen mit kurzem unterem Ausguss (c); zuweilen auch oben ein

Canal (B i). Spindelrand (A i) verdickt, oben meist schwielig (B i).

Neben dem Spindelrande trennt sich oft ein markirtes »Basalfeld« (b)

ab, welches gegen oben von einer kammartigen Erhöhung (A k) begrenzt

sein kann. Von der Kreide an, sehr häufig im Neogen, Lebend in den

Mittelmeerländern, Neu-Caledonien und Neu-Seeland.

[Illustration: Fig. 358. A Melanopsis galloprovincialis Math. Oberste

Kreide (Garonne-Stufe). Martigues bei Marseille. c = Ausguss; i =

Innenlippe; b = Basalfeld, nach oben durch einen Kamm (k) begrenzt. B

M. Martiniana Fér. Unterpliocän. Wiener Becken. Bezeichnung wie bei A.

Neben der schwielig verdickten Innenlippe (i) ist der obere Canal der

Mündung sichtbar.]

M. galloprovincialis Math. (Fig. 358 A). Oberste Kreide

(Garonne-Stufe). Südfrankreich.

M. citharella Mer. Untermiocän. Randen, Aargau.

M. aquensis Grat. Untermiocän. SW.-Frankreich. Pliocän. SO.-Europa.

M. Kleinii Kurr. Leitfossil für das Obermiocän in Mitteleuropa.

M. impressa Krauss. Miocän. Mitteleuropa. Pliocän. SO.-Europa.

M. Martiniana Fér. (Fig. 358 B). Unterpliocän. SO.-Europa.

M. acanthica Neum. und zahlreiche andere Arten in den pliocänen

Paludinenschichten SO.-Europas.

M. praerosa Lin. sp. Pliocän und Lebend. Mittelmeerländer.

Elemente der Paläontologie · 第 171 / 606 题