1. Klasse: Bryozoa.

Litteratur über Bryozoa.

Busk, G. Monograph of the fossil Polyzoa of the Crag. Palaeontogr.

Society. 1857.

---- Report on the Polyzoa. Scient. Results of Challenger Voyage. Vol.

X (Chilostomata) 1884; vol. XVII (Cyclostomata) 1886.

Haime, J. Description des Bryozoaires de la formation jurassique. Mém.

soc. géol. France. 2ᵉ sér. t. V 1854.

Hincks, Th. History of the British marine Polyzoa. 2 vol. London 1880.

d’Orbigny, A. Paléontologie française; terr. crétac. t. V 1850-51.

Quenstedt, F. A. Petrefactenkunde Deutschlands. Bd. VI. Korallen.

Leipzig 1879.

Reuss, A. E., & A. Manzoni. Die Bryozoen des östr.-ungar. Miocäns.

Denk. d. Wiener Akad. d. W. Bd. 34, 37, 38. 1874-78.

[Illustration: Fig. 183. Eine lebende Bryozoe, Bugula avicularia Lmk.

a u. b = lebende, c = eine abgestorbene Zelle; a = mit ausgestreckten

(t), b = mit eingezogenen Tentakeln (t’); o = Mund; oe = Speiserohr;

md = Magen; d = Darm; a = After; ov = Eierzelle; zw = Zellwand; av =

Avicularien.]

Die incrustirenden, knolligen oder verästelten Colonien der Bryozoa,

oder Moosthierchen können einen beträchtlichen Durchmesser (0,3

m) erreichen, aber die Grösse der Einzelthiere schwankt stets nur

innerhalb weniger mm, so dass sie oft nur mit Hülfe der Lupe deutlich

von einander unterschieden werden können. Die Körperhaut sondert eine

hornige oder kalkige Hülle, Zelle genannt, ab, in welcher das Thier

festsitzt, aus welcher es aber seine Tentakel herausstrecken kann (Fig.

183 t). Durch die feste Verbindung der Einzelzellen erhält der Stock

seinen Zusammenhalt. Die Zelle besitzt stets eine grössere, oft mit

einem Deckel verschliessbare Oeffnung (Mündung). Die Form der Zelle ist

entweder verlängert: die Zelle gleicht einer Röhre, an deren einem Ende

die runde oder eckige Mündung von ungefähr demselben Durchmesser wie

die Zelle sich befindet (Cyclostomata -- Fig. 186 B); oder die Zelle

besitzt eine ei- oder krugförmige, auch wohl polygonale Gestalt und die

Mündung ist viel enger als der Durchmesser der Zelle, von ovalem oder

halbmondförmigem Umriss und seitlich gelegen (Chilostomata -- Fig. 191

B). Am Weichkörper des Thieres unterscheidet man den endständigen Mund

(Fig. 183 o), der von 8-80 Tentakeln (t) umstellt ist. Der Mund führt

in das Speiserohr (oe), dieses in den Magen (md). Die Entleerung des

Darmes findet durch eine in der Nähe des Mundes gelegene Afteröffnung

(a) statt. Im Grunde der Zelle befinden sich die Geschlechtsorgane

(ov). Die Weiterentwickelung der Eier geht zuweilen in besonders

umgebildeten Zellen, den sog. Ovicellen (Fig. 183 ov) vor sich, welche

oberhalb der normalen Zellen stehen. Eine zweite Art veränderter Zellen

sind die sog. Avicularien, welche als vogelschnabelähnliche Anhänge

der normalen Zellen zu Greiforganen umgestaltet sind. Eine dritte Art

veränderter Zellen, die Vibracularia, tragen peitschenförmige Borsten.

Fortpflanzung theils geschlechtlich, theils ungeschlechtlich durch

Knospung oder Keime. Die durch Knospung entstandenen Zellen einer

Colonie bleiben oft durch Canäle (sog. Sprossencanäle) mit einander

in Verbindung. Die Wände der Zellen sind zuweilen von feinen Poren

durchbrochen (Fig. 191 B). In seltenen Fällen werden die abgestorbenen

Theile der Zelle von unten herauf durch Querböden abgeschlossen,

wodurch die Skelete eine täuschende Aehnlichkeit mit denen der Tabulata

(p. 108) erhalten. Viele Tabulata (z. B. die Monticuliporiden) werden

von manchen Forschern deshalb zu den Bryozoa gestellt.

Alle Bryozoen leben im Wasser; die meisten sind Meeresbewohner und

finden sich in geringen oder mässigen, z. Th. auch in bedeutenden

Tiefen. Sie sind entweder mit einem kleinen Theile ihrer Unterseite auf

Muscheln, Steinen und dergl. festgeheftet oder überziehen als Krusten

fremde Gegenstände.

Die Ordnung der Gymnolaemata, ausgezeichnet durch das Fehlen eines

Deckels der Mundöffnung und durch die ausserhalb des Tentakelkranzes

befindliche Lage des Afters, umfasst die meisten lebenden und alle

fossilen Formen. Von den 3 Unterordnungen derselben sind 2 mit festen,

meist kalkigen Skeleten versehen und diese allein kommen für die

Paläontologie in Betracht. Es sind das folgende:

Zellen verlängert, röhrig. Zellmündung endständig, weit (Fig. 184 bis

187). Skelet fast immer kalkig 1. Cyclostomata.

Zellen eiförmig oder polygonal. Zellmündung seitenständig, viel enger

als der Querschnitt der Zelle, oval oder halbmondförmig (Fig.

188-191). Skelet hornig oder kalkig 2. Chilostomata.

Elemente der Paläontologie · 第 109 / 606 题