7. Klasse: Blastoidea.

Litteratur über Blastoidea.

Etheridge, R. jun., & P. H. Carpenter. Catalogue of the Blastoidea in

the geological department of the British Museum (Natural history) etc.

London 1886. Litteraturverzeichniss bis 1886.

Eine kleine, aberrante, ausschliesslich paläozoische Gruppe von

Echinodermen trägt den Namen Knospenstrahler oder Blastoidea, da der

Körper meist die Gestalt einer kurz gestielten Knospe besitzt (Fig. 182

C). Durch das Vorhandensein eines Stieles -- wodurch die Ventralseite

nach oben gekehrt wird -- und durch den Aufbau ihres Kelches aus

wenigen (13) grösseren Platten (Fig. 182 E) reihen sie sich an die

Crinoidea und Cystoidea an, unterscheiden sich aber hinlänglich durch

andere Merkmale von beiden, und zwar von den Crinoidea durch das Fehlen

freier Arme, von den Cystoidea durch die Beschränkung der Hydrospiren

auf die Radial- und Interradialtafeln (Fig. 181 A h) und durch die

Stellung der Hydrospirenschlitze, welche stets mit den Ambulacren

parallel verlaufen (Fig. 181 A h). Von 13 Tafeln, aus welchen sich

der Kelch unabänderlich aufbaut, entfallen 3 auf die Basis, 5 auf

einen Radialkranz und 5 auf einen Interradialkranz (Fig. 182 E b, r,

ir). Die scheinbar regelmässig fünfstrahlige Anordnung wird durch

die excentrische Lage des Afters im hinteren Interradius (Fig. 181

A a) und durch die geringere Grösse der einen Basaltafel (Fig. 181

E b) gestört, welch’ letztere stets im vorderen linken Interradius

gelegen ist (vgl. Platycrinus p. 160). In den mehr oder weniger stark

ausgeschnittenen Radialtafeln und seitlich noch von den Interradialien

begrenzt, befinden sich die 5 gleichen Ambulacralfelder (Fig. 181 ps;

Fig. 182 ps), von linearer, dreieckiger oder blattförmiger Gestalt,

welche mit seitlichen Anhängen (Pinnulae) besetzt sind (Fig. 182 C p).

Der Mund liegt central auf der Oberseite an der Vereinigungsstelle

der Ambulacren (Fig. 181 A o; Fig. 182 F c). Hydrospiren sind stets

vorhanden, aber nie an den Basaltafeln; ihre schlitzförmigen Oeffnungen

oft von aussen unsichtbar. Von den ca. 20 bis jetzt bekannten

Gattungen besitzen nur wenige eine grössere vertikale und horizontale

Verbreitung, nämlich:

Codonaster McCoy (Fig. 181 A-C). Die Seiten des kleinen Kelches werden

von den verlängerten Basalia (b) und den Radialia (st) eingenommen.

Die letzteren greifen auf die abgestutzte Oberseite nur mit einem

dreieckigen Zipfel über, in welchen das Ambulacrum (ps) einschneidet,

so dass die Oberseite fast ausschliesslich aus den sog. Deltoidtafeln

(dt) und den dieselben trennenden Ambulacren (ps) eingenommen wird.

Der hinteren Deltoidtafel fehlen die Hydrospirenschlitze und die

Mundstrahlen (k), mit welchen die übrigen 4 versehen sind; dagegen

wird sie von der grossen Afteröffnung (a) durchbohrt. 8 Hydrospiren

(h) bedecken die Oberseite. Jede derselben liegt zur Hälfte auf einer

Radial- (st), zur anderen Hälfte auf einer Deltoidtafel (dt). Die

Schlitze, wechselnd in ihrer Zahl, laufen ungefähr den Ambulacren

parallel. Die 4 paarigen Deltoidtafeln werden in radiärer Richtung von

je einem glatten, undurchbohrten Kalkkeil, dem sog. Mundstrahle (k),

durchzogen, welcher an der Nahtecke zweier Radialtafeln endigt und je

zwei benachbarte Hydrospiren theilt. Am centralen Munde (o) entspringen

die 5 gleichen Ambulacra (ps), anfangs seitlich von den Deltoidtafeln

begrenzt, gegen das Ende zu in den Einschnitten der Radialia liegend.

Jeder Strahl trennt ein Paar gleich orientirter Hydrospiren von

einander. Das Ambulacrum besteht aus einer lanzettförmigen, spitz

dreieckigen Tafel, die bis auf ein schmales, in der Mitte gefurchtes

Stück (das sog. Lanzettstück) von 2 Reihen randlicher, undurchbohrter

Seitentäfelchen verhüllt wird. Im Devon und Subcarbon, vielleicht auch

im Silur. Nordamerika und Europa.

[Illustration: Fig. 181. Codonaster trilobatus McCoy. Subcarbon.

England. A Kelch von oben. o = Mund; a = After; ps = Ambulacrum;

st = Seitentafeln (Radialia); dt = Deltoidtafeln (Interradialia),

4 derselben sind mit einem Hydrospirenpaar (h) und mit kantigen,

undurchbohrten interradialen Mundstrahlen (k) versehen. B Kelch von

unten. C von der Seite. b = Basalia.]

Elemente der Paläontologie · 第 106 / 606 题