Von den etwa 20, zum Theil noch sehr unvollständig bekannten Gattungen
dürften folgende zur Illustration der Gruppe ausreichen.
[Illustration: Fig. 173. A-C Glyptosphaerites Leuchtenbergi Volb.
Untersilur. St. Petersburg. A Körper etwas von der Seite und von
oben gesehen. o = Mund; a = After; af = Ambulacralfurchen; f =
Facetten derselben; g = ? Ovarialöffnung; rh = rhombische Platte. B,
C vergrösserte Tafeln, um die Form und Stellung der Doppelporen zu
zeigen. NB. Die Vergrösserungszahlen von B und C sind zu vertauschen.]
Glyptosphaerites J. Müll. (Fig. 173 A-C). Der kugelige Körper haftet
an einem hohlen, gegliederten Stiel. Die Kelchtafeln sind sehr
zahlreich, meist sechs- oder siebeneckig und werden von zahlreichen
kleinen Doppelporen durchbohrt, die auf einer ovalen Erhöhung münden
(B). In der Mitte der Oberseite befindet sich der von 5 ungleichen
Klappen geschlossene Mund (o). An demselben entspringen 5 gebogene
Ambulacralfurchen, die sich über den halben Umfang der Schale ausdehnen
(af), wobei sie sich mehrere Male verzweigen und hie und da mit kleinen
Facetten (f) versehen sind. Von dem Munde entfernt liegt eine grosse
(ursprünglich wohl mit Klappenpyramide verschlossene) Afteröffnung
(a), dicht daneben eine kleinere, als Ovarialöffnung zu deutende (g).
Zwischen letzterer und dem Munde hebt sich eine drei- oder fünfeckige
poröse Platte (rh) heraus, die vielleicht die Functionen einer
Madreporenplatte versah. Im baltischen und schwedischen Untersilur,
auch als Diluvialgeschiebe in Norddeutschland.
Gl. Leuchtenbergi Volb. (Fig. 173 A-C).
Echinosphaerites Wahlb. (Fig. 174 A-D). Kugelförmig wie die vorige
Gattung. An der Basis mit einer kurzen, stielartigen Verlängerung (b),
die aus mehreren undurchbohrten Platten besteht. Die sechseckigen
Kelchplatten sind mit zahlreichen Porenrauten bedeckt (D p), derart,
dass die Tafelnähte (c) in die längere Diagonale der Raute fallen
und die Mitte der Tafeln frei bleibt. Die Porenrauten treten erst
durch Verwitterung (oder Anätzen oder Benetzung) deutlich hervor.
Die Mitte der Oberseite ist halsartig verlängert (A h). In der Mitte
des Auswuchses liegt die Mundöffnung (o), die bei guter Erhaltung
durch kleine Plättchen verdeckt wird. 2, 3 oder 4 Ambulacralfurchen,
ebenfalls durch Täfelchen bedeckt, strahlen vom Munde aus (B am) und
endigen in ganz schwach entwickelten Armen. In einiger Entfernung
vom Munde findet sich die durch eine Klappenpyramide geschlossene
Afteröffnung (A a, C); die Pyramide besteht aus 4-10 dreieckigen,
undurchbohrten Platten. Dem Munde mehr genähert, aber seitlich gelegen,
tritt eine kleine Oeffnung (A g) auf, die als Ovarialloch gedeutet
wird. Der Kelch zeigt eine ausgeprägt späthige Structur, oft wird
auch der innere Hohlraum von Calcitkrystallen in regelmässig radialer
Stellung ausgefüllt (sog. »Krystalläpfel«). Sehr häufig im baltischen
(und böhmischen) Untersilur, besonders in der oberen Abtheilung des
Vaginatenkalkes, des sog. Echinosphäritenkalkes.
[Illustration: Fig. 174. A-D Echinosphaerites aurantium His. sp.
Untersilur (Echinosphäritenkalk). Pulkowa bei St. Petersburg. A
Kelch von der Seite. b = stielartige Basis; a = Afterpyramide; g
= Ovarialöffnung; h = halsartige Verlängerung, an deren Ende die
Mundöffnung (o) steht. B die halsartige Verlängerung von oben gesehen
mit dreitheiliger, von kleinen Plättchen bedeckter Ambulacralfurche
(am), an deren Enden sich unvollständige Arme befinden. C
Klappenpyramide des Afters. D einige Kelchtafeln mit den Porenrauten
(p). c = Nähte der Tafeln.]
E. aurantium His. sp. (Fig. 174 A-D). Häufig in den Ostseeprovinzen
und Schweden. Als Diluvialgeschiebe in Norddeutschland weit verbreitet.
Im Obersilur findet sich nicht selten eine abweichend gestaltete
Gruppe von Eucystoideen, welche durch einen längeren Stiel, sowie
durch 2, 4 oder 5 breite, bis über die Kelchmitte hinabreichende
Ambulacralfelder ausgezeichnet ist. Der Kelch besteht aus einer
geringen Anzahl zu regelmässigen Kränzen angeordneter Tafeln, von
denen nur einige wenige mit Porenrauten versehen sind. Ein sehr
bekannter Repräsentant ist:
Lepadocrinus Hall. (= Pseudocrinus) (Leth. pal., t. 11, Fig. 7).
Obersilur. England und Nordamerika.
L. quadrifasciatus Pearce sp. Obersilur. England.