2. Unterordnung Articulata.

Fam. Ichthyocrinidae (Fig. 162).

Basis gewöhnlich klein, dicyclisch. Dorsalkapsel der Hauptsache nach

aus zahlreichen Radialia (r₁-r₄) und ihren Verzweigungen (Distichalia

-- d I, d II) gebildet. Zwischen denselben meist zahlreiche, aber

kleinere Interrad. (ir). Anzahl der Rad. selbst in den Armen desselben

Individuums wechselnd. Rad. unter einander durch Gelenkung, seitlich

durch Ligament verbunden. In Folge der gelenkigen Verbindung der

Interr. unter einander und mit den Rad. erscheinen die Interr.-Tafeln

meist eingesenkt und gegen einander verschoben. Freie Arme (br) meist

kurz, über dem Kelche zusammengekrüllt. Die Kelchplatten meist sehr

auffallend zweiseitig symmetrisch angeordnet. Pinnulae fehlen. Silur --

Carbon.

Taxocrinus Phill. (Fig. 162). Die Arme (br) überragen den Kelch nur

wenig, da sie zum grössten Theil mit in die Dorsalkapsel eingeschlossen

sind (r, d I, d II). Die Armtafeln sind breiter als hoch, unten mit

einem zahnartigen, zuweilen durch Naht getrennten Vorsprunge behufs

Gelenkung versehen (r₂-r₄). Die Axillartafeln besitzen auch oben einen

solchen (r₄). Die Interradialtafeln nehmen rasch an Grösse ab, nur ir₁

und ir₂ von erheblicher Grösse. Der Analinterradius (air) zeichnet

sich durch eine einfache Reihe grösserer Tafeln aus. a₁ sechseckig und

viel grösser als die 4 anderen fünfseitigen Parabasalia (pb). Die 3

ungleichen, niedrigen Infrabasalia (if) meist zwischen Kelch und Stiel

versteckt. Die Zwischenräume der Arme und die Oberseite mit zahlreichen

kleinen Täfelchen (t) gepflastert, die wahrscheinlich in einer

elastischen Membran gelegen waren und deshalb immer verdrückt sind.

In dem Bau der Arme documentirt sich eine augenfällige zweiseitige

Symmetrie (s-s = Symmetrieebene) durch die verschiedene Länge der

nicht correspondirenden und die gleiche Länge (bei wechselnder

Tafelzahl!) der correspondirenden Zweige. Stielglieder (st) zahlreich,

sehr niedrig, rund. Silur, Devon, besonders häufig im Subcarbon

(Nordamerikas).

T. tuberculatus Mill. sp. Obersilur. England.

T. juglandiformis Schultze (L. p., t. 27, Fig. 7). Mitteldevon.

Eifel.

T. multibrachiatus Ly. & Cass. (Fig. 162). Subcarbon. Vereinigte

Staaten von Nordamerika.

[Illustration: Fig. 162. Taxocrinus multibrachiatus Ly. & Cass.

Subcarbon. Crawfordsville, Indiana. Oben: Kelch mit Stiel (st) und den

freien Armen (br) von vorn, etwas ergänzt. Unten: zerlegter Kelch, die

in der oberen Figur nicht sichtbare Hinterseite ausgezeichnet. air =

Analinterradius; rh = rechter hinterer, lh = linker hinterer, vr =

vorderer rechter, vl = vorderer linker, vu = vorderer unpaarer Radius;

irh = rechter hinterer, ilh = linker hinterer, irv = rechter vorderer,

ilv = linker vorderer Interradius; if = Infrabasalia; pb = Parabasalia;

r₁-r₄ = Radialia; d I, d II= Distichalia erster und zweiter Ordnung; br

= Brachialia; a₁-a₅ = Analtafeln; ir₁-ir₃ = grössere Interradialtafeln;

t = kleinere Interradialtafeln; s-s = Symmetrieebene. NB. Die

Bezeichnungen rechts und links sind zu vertauschen, wenn man, wie

gebräuchlich, den Körper von hinten anstatt von vorn (wie in dieser

Figur) betrachtet.]

[Illustration: Fig. 163. Cupressocrinus abbreviatus Gf. Mitteldevon.

Eifel. A ein Exemplar mit Stiel (st) und Armen; pb = Parabasalia; r =

Radialia; I br = erste, II br = zweite Brachialia etc. B Ansicht des

Kelches ohne die Arme von oben, um die Lage des Consolidationsapparates

zu zeigen, der aus 5 Muskeltafeln (or) besteht; o = centrale Oeffnung;

a = Afteröffnung; am = Ambulacralöffnungen; mc = axiale Canäle. C Kelch

von unten mit der fünfeckigen Infrabasalplatte und dem viertheiligen

Centralcanal. D Querschnitt eines Armgliedes; p = die eingerollten

pinnulae; ps = ventrales Perisom der Armrinne; c = Dorsalcanal.]

Elemente der Paläontologie · 第 95 / 606 题