1. Ordnung Ophiurae.

Die lebenden Ophiuren theilt man neuerdings nach der Beschaffenheit des

Hautskelets in 3 Familien:

A. Arme mit deutlichen Schildern, Scheibe zuweilen nackt.

a. Die Armstacheln sitzen auf dem Aussenrande der Seitenschilder und

liegen dem Arme mehr oder weniger an (Fig. 146 F st, G st)

Fam. Ophioglyphidae.

b. Die Armstacheln sitzen auf der Fläche der Seitenschilder und stehen

in einem beträchtlichen Winkel von den Armen ab

Fam. Amphiuridae.

B. Arme und Scheibe mit weicher Haut bekleidet Fam. Ophiomyxidae.

Fossile Vertreter sind nur von der Familie der Ophioglyphidae in

einiger Häufigkeit bekannt, namentlich aus Trias, Jura und Kreide.

Vielleicht existirte die Familie schon zur Devonzeit. Als Beispiele

führen wir folgende besser studirte Gattungen an.

Ophiocten Lym. (Fig. 147 A-H). Scheibe rund oder schwach fünfseitig,

Arme lang und dünn (A). Ober- und Unterseite (mit Ausnahme des

Mundskelets) mit kleinen, fossil schwer sichtbaren Kalktäfelchen

bedeckt.

Die Bursalschuppen erscheinen meist aus den einfachen, langgestreckten

Bursalspalten (J bs) herausgedrückt (B bl, J bl). Arme lang und

schlank (A), oben gekielt (F, H), Rückenschilder dachförmig (F r, G

r, H r), breiter als die Bauchschilder (E b), welch’ letztere nicht

durch die eingeschobenen Seitenschilder (s) von einander getrennt

werden. Die schuppenförmigen, auf Bauch- und Rückenseite etwa gleich

weit übergreifenden Seitenschilder (s) mit kurzen, anliegenden,

randständigen Stacheln (F st, G st). Ambulacralporen mit (1 oder ? 2)

Füsschenschuppen (E fs). Mundschilder längs oval (C m). Mundpapillen

5-7 auf jedes Mundeckstück (C me). Zahnpapillen vorhanden. Im Jura;

lebend in Tiefen von 20-100 Faden an der südamerikanischen Ostküste.

O. ferrugineum Böhm (Fig. 147 A-H). Oberer Dogger

(Ferrugineus-Sch.). Vögisheim, Baden.

Wahrscheinlich nur wenig von Ophiocten verschieden sind einige

als Geocoma d’Orb. aus Jura und Kreide bekannte Formen, wie:

G. elegans Hell. Callovien. La Voulte, Ardèche.

G. planata Qu. sp. (Fig. 147 I). Oberer Malm. Süddeutschland.

G. libanotica Kön. sp. Senon. Libanon.

[Illustration: Fig. 147. A-H Ophiocten ferrugineum Böhm. Oberer

Dogger (Ferrugineus-Sch.). Vögisheim, Breisgau. A Ansicht eines

vollständigen Stückes von der Unterseite; br = Arme. B die Scheibe

mit den inneren Armenden von unten; dieselbe ist eingesunken, so dass

die Bursalschuppen (bl) als Leisten neben den Armen hervorragen; p

= Ambulacralporen. C das Mundskelet von unten; mw = Mundwinkel; p =

Mundpapillen; me = Mundeckstücke. Die Zahnpapillen, welche die me z.

Th. bedecken, sind nicht gezeichnet. ms = Seitenmundschilder; m =

Mundschilder (Oralplatten); b = zweite Bauchplatte des Mundskelets;

rechts ist das erste echte Armglied sichtbar. D Scheibe mit Armansatz

von oben. Durch Eindrücken der Scheibe sind über den Armen in der Mitte

eingerissene Wülste, zwischen denselben Furchen und eine centrale,

abgesetzte, dem Mundskelet entsprechende Scheibe entstanden; r =

Rückenschild. E ein Stück des Armes von unten; b = Bauchschilder;

s = Seitenschilder; p = Ambulacralporen, grösstentheils von den

Füsschenschuppen (fs) verdeckt. F ein Stück des Armes von oben; r =

Rückenschilder; s = Seitenschilder; st = Stacheln. G derselbe von

der Seite. Bezeichnung wie bei F. H Querschnitt des Armes. I Geocoma

planata Qu. sp. Oberer Malm (Unteres Tithon). Kelheim, Bayern.

Die Scheibe von der Unterseite, die Körnelung (k) zeigend; bs =

Bursalspalten; bl = die aus denselben herausgedrückten Bursalschuppen.]

[Illustration: Fig. 148. Aspidura scutellata Blum. sp. Oberer

Muschelkalk. Waschbach, Württemberg. o = Oberseite. u = Unterseite.]

Aspidura Ag. (Fig. 148). Oberseite der Scheibe mit 16 grösseren,

regelmässig angeordneten Platten belegt, einer centralen, 5 radialen

(in der Richtung der Arme liegenden) und 10 sehr grossen interradialen.

Arme kurz, sich rasch zuspitzend. Bauch- und Rückenschilder sehr klein,

Seitenschilder sehr gross, an den Seiten sich vorwölbend, mit kurzen,

anliegenden Stacheln. Mundschilder klein. Diese Gattung ist ziemlich

häufig im deutschen Muschelkalke.

A. scutellata Blum. sp. (= Ophiura loricata Gf.) (Fig. 148). Unterer

und oberer Muschelkalk.

Elemente der Paläontologie · 第 89 / 606 题