I. Zoantharia rugosa (= Tetracoralla).

Einfache oder zusammengesetzte Korallenstöcke, den echten Korallen

im Habitus ähnlich. Sie besitzen niemals ein Cönenchym und ihre

Sternleisten lassen sich stets auf die Grundzahl vier (anstatt sechs

bei den echten Korallen) zurückführen, wobei ihre Anordnung entweder

eine radiäre (Fig. 98 B) oder eine zweiseitig symmetrische (Fig. 98

A) sein kann. Im ersteren Falle zeichnen sich die vier ersten Septen

durch ihre Grösse und Stärke nur wenig vor den später hinzutretenden

aus (Fig. 98 B), im anderen Falle unterscheiden sie sich von ihnen

durch viel schwächere oder stärkere Entwickelung (Fig. 98 A s, s’,

s’’, s’’). Der zweiseitig symmetrische Bau des Kelches tritt dann

besonders deutlich hervor, wenn die vier ersten Septen ungleich

entwickelt sind, wenn z. B. das eine (sog. Hauptseptum, Fig. 98 A

s) in einer Furche gelegen ist. Das gegenüberstehende Septum (Fig.

98 A s’) heisst dann Gegenseptum und die beiden seitlichen (Fig. 98

A s’’) Nebensepten. Auch diese können in Furchen gelegen sein. Die

Einschaltung weiterer Septen erfolgt nun derart, dass zunächst einige

wenige sich parallel mit dem Hauptseptum (s) stellen, dann aber die

Mehrzahl (s’’ 1-7) von den Nebensepten (s’’) an in der Richtung nach

dem Hauptseptum zu sich einschieben und dabei nicht eine radiäre,

sondern eine mit den Nebensepten nahezu parallele Stellung einnehmen,

woraus eine fiederstellige Anordnung derselben resultirt. In der

anderen Kelchhälfte (-- in welcher das Gegenseptum [s’] gelegen ist --)

beginnt die Einschiebung neuer Septen am Gegenseptum (s’) und schreitet

von dort nach den Nebensepten zu fort (s’ 1-7 s’’). Die Mehrzahl zeigt

eine radiäre, nur die zuletzt gebildeten eine den Seitensepten (s’’)

parallele Stellung. Die Fiederstellung der Septen ist bei manchen

Formen mit durchscheinender Wand auch äusserlich sichtbar (Fig. 104;

Fig. 108).

[Illustration: Fig. 98. A Kelch einer Rugose (Menophyllum) mit deutlich

zweiseitig symmetrischem Bau; s = Hauptseptum; s’ = Gegenseptum; (statt

s’ [rechts] lies s’’) s’’ = Nebensepten. Die übrigen Septen schalten

sich in der Reihenfolge der Zahlen 1-7 ein. B Kelch einer Rugose

(Lithostrotion) mit radiärem Baue, 28 nahezu gleichstark entwickelte

Septen zeigend.]

Der Kelch der Rugosa wird von einer Wand (Fig. 106 A w) eingeschlossen,

die mit einer Oberhaut (oder Epithek, Fig. 99 ep) bedeckt sein kann;

aus derselben sprossen zuweilen wurzelartige Fortsätze (Fig. 102 w).

Der von der Wand eingeschlossene Kelchraum wird entweder nur von

den Sternlamellen (oder Septen) erfüllt (Fig. 99 s’), welche leere

Interseptalräume (Fig. 99 is) zwischen sich lassen, oder es gesellt

sich noch ein centrales Säulchen hinzu (Fig. 99 c) [-- ein sog.

falsches Säulchen entsteht durch das Zusammenrollen der Septa in der

Kelchmitte --] Inexpleta. Oft aber füllen horizontale, geneigte oder

gewölbte Böden (tabulae) den centralen Theil des Kelches (unvollkommene

Böden, Fig. 103 t) oder auch den ganzen Kelch aus (vollkommene Böden)

-- Expleta. Durch eine accessorische Wand (sog. Innenwand -- Fig. 106 A

w’) wird der centrale Theil des Kelches häufig von dem peripherischen

geschieden. Ein blasiges Gewebe (Endothek) tritt entweder nur zwischen

der Aussen- und Innenwand auf (Fig. 103 e), oder dasselbe erfüllt

den ganzen Kelchraum, soweit er nicht mehr vom Thiere bewohnt wird

(Fig. 100), oder es fehlt gänzlich. Die Vermehrung der Kelche erfolgt

entweder durch Sprossung aus dem Kelche oder durch seitliche Sprossung

(Fig. 105 A).

[Illustration: Fig. 99. Rugosenkelch (Cyathaxonia) mit den Septen (s’),

den leeren Interseptalräumen (is) und der columella (c). ep = Epithek.

s = Septalfurche.]

[Illustration: Fig. 100. Rugosenkelch (Cystiphyllum vesiculosum Gf.

sp.) ganz mit Blasengewebe erfüllt.]

Es sind bis jetzt ca. 60 Gattungen der Rugosa bekannt, die nur in

paläozoischen Schichten -- mit Ausnahme der cambrischen -- angetroffen

werden. Die wichtigsten Familien unterscheiden sich nach F. Roemer

folgendermaassen:

A. Sternlamellen deutlich entwickelt (Fig. 98 B).

α) Böden und Endothek deutlich entwickelt (Fig. 103).

a) Die einzelnen Kelche des Stockes deutlich von einander getrennt

(Fig. 101; Fig. 105).

1. Säulchen fehlt (Fig. 101).

I. Ausgewachsene Kelche mit radiär angeordneten Septen (Fig.

105 B; Fig. 106 B) Cyathophyllidae.

II. Ausgewachsene Kelche mit deutlich zweiseitig angeordneten

Septen (Fig. 98 A) Zaphrentidae.

2. Mit Säulchen (Fig. 98 B) Axophyllidae.

b) Die Kelche des Stockes zusammenfliessend (Fig. 107)

Phillipsastraeidae.

β) Böden und Endothek fehlend (Fig. 99) Cyathaxonidae.

B. Sternlamellen rudimentär oder fehlend (Fig. 109).

α) Kelch rund, ohne Deckel. Kelchraum wenig tief (Fig. 100)

Cystiphyllidae.

β) Kelch meist eckig, mit Deckel. Kelchraum tief (Fig. 109)

Calceolidae.

Fam. Cyathophyllidae.

Korallenstock einfach (Fig. 102) oder zusammengesetzt (Fig. 101).

Sternlamellen deutlich radial angeordnet. Böden und Endothek vorhanden.

[Illustration: Fig. 101. Cyathophyllum helianthoides Gf. Mitteldevon.

Eifel. Ein zusammengesetzter Stock.]

[Illustration: Fig. 102. Omphyma subturbinata d’Orb. sp. Obersilur.

Insel Gothland. w = wurzelförmige Anhänge der Epithek.]

Cyathophyllum Gf. (Fig. 101). Einfache oder zusammengesetzte, oft sehr

grosse Korallenstöcke, mit zahlreichen, deutlich entwickelten, bis zur

Mitte des Kelches reichenden Septen. Der mittlere Raum des Kelches

wird von Böden, der peripherische von Endothek erfüllt (vgl. Fig.

103 -- Zaphrentis). Im Silur, Devon und in der Steinkohlenformation,

vorzüglich aber im Obersilur und Devon in zahlreichen Arten verbreitet

und dort ganze Schichtencomplexe erfüllend (Eifel).

C. articulatum Wahl. sp. Obersilur. Schweden, England.

C. helianthoides Gf. (Fig. 101) }

C. caespitosum Gf. } Mitteldevon der Eifel.

C. quadrigeminum Gf. }

Omphyma Raf. & Clif. (Fig. 102). Korallenstock einfach, kreiselförmig,

mit einer dünnen, in wurzelförmige Anhänge (w) sich verlängernden

Epithek. Böden sehr vollkommen. Septen zahlreich. Die vier primären

gleichen, in Furchen gelegen, die aber nicht alle immer deutlich

sichtbar. Obersilur Europas und Nordamerikas.

O. subturbinata d’Orb. sp. (Fig. 102) } Obersilur der Insel

O. turbinata Ed. & H. } Gothland und Englands.

Acervularia Schweiger (L. p., t. 10, Fig. 5). Korallenstock

zusammengesetzt. Vermehrung durch Kelchsprossung. Innere Wand deutlich

entwickelt oder nur angedeutet. Septen nur theilweise in den inneren

Kelchraum hineinragend. Böden schwach entwickelt. Zahlreiche Arten im

Obersilur und Devon.

A. ananas L. sp. Obersilur. Schweden, England.

A. Goldfussi d. V. & H. Oberdevon. Belgien, Deutschland.

Ptychophyllum E. & H. (L. p., p. 359, Fig. 75). Korallenstock

einfach, selten zusammengesetzt, aus einer Reihe trichterförmiger, in

einander geschachtelter Glieder bestehend. Septa zahlreich, wenig von

einander verschieden, in der Kelchmitte zu einem falschen Säulchen

zusammengedreht. Kelchrand umgeschlagen. Hauptsächlich im Silur,

seltener im Devon.

Pt. patellatum Schl. sp. Obersilur. England, Gothland. Als

Diluvialgeschiebe in Norddeutschland.

Fam. Zaphrentidae.

Korallenstock stets einfach. Sternlamellen deutlich bilateral

entwickelt (Fig. 98 A). Säulchen fehlend.

Zaphrentis Raf. & Clif. (Fig. 103; L. p., t. 39, Fig. 10). Der

einfache, meist gekrümmte Korallenstock ist kreiselförmig oder

cylindrisch. Epithek vollständig. Kelch tief, mit einer deutlichen

Septalfurche. Böden vollkommen oder nahezu vollkommen (t). Zuweilen

Endothek vorhanden (e). Septen fast bis zum Centrum reichend, nicht

gedreht, zahlreich. Vom Obersilur bis in die Steinkohlenformation;

hauptsächlich in letzterer durch zahlreiche Arten vertreten.

Z. cylindrica Mich. sp. (Fig. 103). Subcarbon. Grossbritannien,

Belgien.

Z. intermedia d. Kon. (L. p., t. 39, Fig. 10). Subcarbon. Belgien.

Die in der Steinkohlenformation weit verbreitete, auch schon im

Devon vorhandene Gattung Amplexus Sow. unterscheidet sich nur durch

schwächer entwickelte Sternlamellen von Zaphrentis. Eine häufige Art

im Subcarbon Europas und Nordamerikas ist A. coralloides Sow. (L. p.,

t. 39, Fig. 2).

[Illustration: Fig. 103. Zaphrentis cylindrica Mich. sp. Subcarbon.

Schottland. Längsschnitt, die fast vollständigen Böden (t) und die

Endothek (e) zeigend.]

Streptelasma Hall (Fig. 104; L. p., t. 3, Fig. 3). Einfache,

kreiselförmige, gekrümmte Kelche mit tiefer Höhle. Von den gegen

100 und mehr betragenden Sternlamellen rollen sich die längeren (--

die der ersten Ordnung --) zu einem falschen Säulchen zusammen. Auf

der von keiner Epithek bedeckten Aussenseite des Kelches sind die

vier Primärsepten (s, s’) und die fiedrig gestellten späteren meist

deutlich sichtbar. Böden vollkommen, dicht genähert. Im Silur und zwar

wahrscheinlich nur in der unteren Abtheilung desselben in Europa und

Nordamerika häufig.

St. Europaeum F. Rö. (Fig. 104; L. p., t. 3, Fig. 3). Im oberen

Untersilur Estlands und als Diluvialgeschiebe in Norddeutschland.

St. corniculum Hall. Im Untersilur Nordamerikas sehr häufig.

[Illustration: Fig. 104. Streptelasma europaeum F. Rö. Untersilur.

Diluvialgeschiebe. Schlesien. s = Hauptseptum. s’ = Seitenseptum.

Dazwischen fiederstellige Septen.]

Fam. Axophyllidae.

Korallenstock meist zusammengesetzt, seltener einfach. Kelche mit

Böden, Endothek und deutlich entwickeltem Säulchen. Diese Familie ist

auf die Steinkohlenformation beschränkt.

[Illustration: Fig. 105. Lithostrotion caespitosum Mart. sp. Subcarbon.

Belgien. A schwach. verkleinerte Ansicht eines Stockes. B vergrösserter

Querschnitt eines Kelches; w = Innenwand; e = Endothek; c = Säulchen.]

[Illustration: Fig. 106. A Lonsdaleia Bronni E. & H. Carbon. Russland.

Längsschnitt eines Kelches. B L. floriformis Flem. sp. Subcarbon.

Irland. Querschnitt zweier Kelche. w = Aussenwand; w’ = Innenwand; e =

Endothek; c = Säulchen.]

Lithostrotion Flem. (Fig. 105 A, B). Zusammengesetzte Korallenstöcke,

die sich durch seitliche Sprossung vermehren (A). Kelche polygonal

(wenn verwachsen) oder rund (wenn frei). Der Raum zwischen der

Aussenwand und der meist nur undeutlich entwickelten Innenwand (B

w’) mit Endothek (e), der centrale Raum mit Böden erfüllt. Säulchen

griffelförmig (c). Epithek vorhanden.

Diese Gattung gehört zu den häufigsten und bezeichnenden Formen der

Steinkohlenformation. Die wichtigsten der zahlreichen Arten sind:

L. junceum Flem. sp. } Grossbritannien, Belgien,

} Schlesien, Russland.

L. caespitosum Mart. sp. (Fig. 105 A, B) } Kelche getrennt.

L. basaltiforme Phill. sp. Europa, Australien. Kelche sich

berührend, polygonal.

Lonsdaleia M’Coy (Fig. 106 A, B). Korallenstock massig oder

bündelförmig. Kelche durchschnittlich weiter als bei Lithostrotion.

Innenwand deutlich entwickelt (B w’). Zwischen Aussen- (w) und

Innenwand (w’) Endothek (e). Septa die Aussenwand nicht erreichend.

Säulchen dick, cylindrisch, aus gedrehten Lamellen bestehend

(A c). Steinkohlenformation Belgiens, Deutschlands, Russlands,

Grossbritanniens und Australiens.

L. floriformis Flem. sp. (Fig. 106 B). Grossbritannien und

Russland.

L. rugosa M’Coy. Grossbritannien, Belgien, Deutschland.

L. Bronni E. & H. (Fig. 106 A). Russland.

Fam. Phillipsastraeidae.

Die Kelche des zusammengesetzten Stockes nicht scharf von einander

geschieden, indem die Sternlamellen der benachbarten Kelche in einander

verfliessen (Fig. 107). Auf Devon und Subcarbon beschränkt.

Phillipsastraea d’Orb. (Fig. 107). Der zusammengesetzte Korallenstock

ist massig, die Unterseite desselben mit Epithek bekleidet. Die

Oberfläche der Kelche eben, die Mitte eingesenkt. Sternlamellen

dünn, die längeren verbinden sich im Centrum des Kelches zu einem

falschen Säulchen. Böden schwach, Endothek stark entwickelt. Häufig

im Oberdevon, seltener im Mitteldevon und Subcarbon Europas und

Nordamerikas.

Ph. Hennahi Lonsd. sp. (Fig. 107). Oberes Mitteldevon und

Oberdevon. England, Harz, Schlesien, Ostalpen, Languedoc.

[Illustration: Fig. 107. Phillipsastraea Hennahi Lonsd. sp. Oberer

Devon. Ebersdorf, Schlesien. Querschnitt.]

Fam. Cyathaxonidae.

Korallenstöcke klein, einfach, frei. Böden und Endothek fehlend.

Säulchen meist vorhanden.

Cyathaxonia Mich. (Fig. 108 A). Der kleine einfache Kelch ist von einer

Epithek (ep) bekleidet. Die zahlreichen Septa (s’) meist bis zu dem

griffelförmigen Säulchen (c) reichend. Interseptalräume (is) leer,

d. h. ohne Böden oder Endothek. Eine schmale Septalfurche (s) an der

Convexseite. Steinkohlenformation.

C. cornu Mich. (Fig. 108 A). Belgien, England.

Die einzige Tetracoralle des europäischen Perm Polycoelia profunda

Germ. sp. (Zechstein Thüringens und Englands) schliesst sich an die

Cyathaxoniden an. Sie unterscheidet sich aber durch das Fehlen des

Säulchens und durch das Vorhandensein schwach entwickelter Böden.

Fam. Cystiphyllidae.

Sternlamellen und Böden fehlen. Ein endothekales Blasengewebe füllt den

ganzen Kelch aus (Fig. 108 B).

Cystiphyllum Lonsd. (Fig. 108 B). Korallenstock einfach, selten

zusammengesetzt. Sternlamellen nur in der Form radiärer Linien auf

dem Boden des Kelches angedeutet. Der Kelch mit Blasengewebe erfüllt.

Zahlreiche Arten im Obersilur und Devon.

C. siluriense Lonsd. Obersilur. England.

C. vesiculosum Gf. sp. (Fig. 108 B). Häufig im Mitteldevon der Eifel.

[Illustration: Fig. 108. A Cyathaxonia cornu Mich. Subcarbon. Belgien.

Ein aufgebrochener Kelch. s = Septalfurche; s’ = Sternlamellen;

c Säulchen; is = Interseptalräume; ep = Epithek. B Cystiphyllum

vesiculosum Gf. sp. Mitteldevon. Eifel. Ein der Länge nach

durchschnittener Kelch, das endothekale Blasengewebe und das Fehlen der

Sternlamellen, Böden und des Säulchens zeigend.]

[Illustration: Fig. 109. Calceola sandalina Lmk. Mitteldevon

(Calceola-Schichten). Eifel. Die obere Hälfte der Figur zeigt die

Innenseite des Deckels, die untere den Kelch mit den streifartigen,

fiederstelligen Sternlamellen.]

Fam. Calceolidae.

Zu dieser Familie gehören vier, im Silur und Devon gelegentlich häufig

auftretende Gattungen, welche wie die Cystiphyllen keine deutlich

entwickelten Sternlamellen und Böden, sondern nur ein Blasengewebe

besitzen. Sie sind noch besonders durch den Besitz eines kalkigen

Deckels ausgezeichnet. Die wichtigste Gattung ist:

Calceola Lmk. (Fig. 109). Ein einfacher, freier, dickwandiger,

pantoffelförmiger Kelch mit tief eingesenkter Kelchhöhlung.

Sternlamellen nur durch Linien oder Furchen angedeutet. Das

Hauptseptum in der Mitte des gewölbten (vorn Fig. 109), das Gegenseptum

-- eine Furche -- in der Mitte des flachen Theiles der Wand (hinten

Fig. 109) gelegen. Auf der gewölbten Seite wird durch das Anschleifen

die Fiederstellung der übrigen Sternlamellen sichtbar. Das Blasengewebe

im Boden des Kelches scheinbar dicht. Der flache, halbkreisförmige

Deckel besitzt auf seiner Innenseite eine mediane Leiste, welche die

Richtung vom Haupt- zum Gegenseptum andeutet, und ausserdem zahlreiche

feinere, welche je zwei gegenüberliegenden Sternlamellen entsprechen.

(Oberer Theil der Fig. 109). Devon.

C. sandalina Lmk. (Fig. 109). Leitfossil für das Mitteldevon,

speciell für die sog. Calceola-Schichten im Harz, in der Eifel, in

Westfalen, Belgien, England.

Eine ausserordentlich einfach gebaute Tetracoralle ist Petraia

radiata Mnstr., welche als Leitfossil für das deutsche Oberdevon

gelten kann. Der kreiselförmige Kelch ist mit schwach entwickelten

Sternlamellen versehen, enthält aber weder Böden, noch Endothek, noch

Säulchen.

Geologische Verbreitung der Tetracoralla.

Die Tetracoralla bauen im Verein mit den Tabulata und Stromatoporoidea

die paläozoischen Korallenriffe auf. Die ersten, noch spärlichen

Vertreter erscheinen im Untersilur, wo die Gattung Streptelasma

herrscht. Das Obersilur liefert zahlreiche Gattungen, wie

Cyathophyllum, Omphyma, Acervularia, Zaphrentis, Ptychophyllum,

Cystiphyllum etc. Im Devon sind besonders häufig: Cyathophyllum,

Acervularia, Zaphrentis, Phillipsastraea, Cystiphyllum, Calceola und

Petraia. Als bezeichnend für die Steinkohlenformation können gelten:

Lithostrotion, Lonsdaleia, Cyathaxonia; daneben finden sich häufig:

Zaphrentis und Amplexus. Die einzige permische Gattung ist Polycoelia.

Aus jüngeren Formationen sind keine Tetracoralla bekannt.

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| | Silur | Devon | Steinkohlenformation |

| | Unter | Ober | | |

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| Cyathophyllum | | † † | † † | † |

| Omphyma | | † † | | |

| Acervularia | | † † | † † | |

| Ptychophyllum | | † † | † | |

| Zaphrentis | | † | † | † † |

| Streptelasma | † † | ? | | |

| Lithostrotion | | | | † † |

| Lonsdaleia | | | | † † |

| Phillipsastraea| | | † † | † |

| Cyathaxonia | | | | † † |

| Cystiphyllum | | † | † † | |

| Calceola | | | † † | |

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Elemente der Paläontologie · 第 65 / 606 题