3. Monactinellidae.

Skelet aus einachsigen, sehr selten vierstrahligen Kieselnadeln oder

Kieselkugeln bestehend, welche entweder frei in der Sarkodine liegen

oder von Hornfaser umschlossen werden. Meist zerfällt das Skelet bei

der Verwesung in seine Nadelelemente, weshalb letztere meist isolirt

gefunden werden, wie bei den Tetractinellidae, und dann selbst

generisch kaum zu deuten sind. Solche vereinzelte Nadeln kennt man

aus fast allen Formationen, z. B. aus der Kreide (Fig. 31 A, B), aus

dem Kohlenkalk etc. Die stacheligen Einstrahler der Süsswassergattung

Spongilla werden in diluvialen Süsswasserbildungen gefunden (Fig. 32 A,

D). Die lebende Gattung Cliona (oder Vioa) bohrt sich in Muschelschalen

ein. Derartige Bohrgänge kommen in fossilen Muschelschalen vielfach vor.

Als Beispiel einer Monactinellide, deren Nadeln noch in ihrem

ursprünglichen Verbande uns erhalten geblieben sind, mag die Gattung

Climacospongia Hinde (Fig. 52) erwähnt werden. Die einfach

stabförmigen, unverzierten Nadeln sind zu einem aus Längs- und

Querzügen bestehenden Gitterwerk gruppirt. Die Nadeln waren

wahrscheinlich in Hornsubstanz eingeschlossen. Silur.

Cl. radiata Hinde (Fig. 52). Obersilur. Nordamerika.

Aehnliche Formen sind aus dem Carbon und der Kreide bekannt.

Die Mehrzahl der gegenwärtig lebenden Kieselschwämme gehört den

Monactinelliden an. Sie leben in geringen Meerestiefen, wenige Formen

auch im Süsswasser.

[Illustration: Fig. 52. Climacospongia radiata Hinde. Obersilur

(Niagara Gruppe). Tennessee, Nord-Amerika. Die Nadeln sind in ihrer

ursprünglichen Lagerung erhalten.]

Elemente der Paläontologie · 第 43 / 606 题