III. Nassellaria.

Das Skelet der Nassellaria besteht entweder aus einem einzelnen Ringe,

beziehungsweise aus mehreren zu einem lockeren Geflecht vereinigten

(Fig. 28 A) oder aus einer vollständigen Gitterschale, welche an einem

Ende eine (oft übergitterte) Mündung besitzt (Fig. 29 A-C).

Folgende Familien sind fossil wichtig:

Das Skelet besteht nur aus einem oder mehreren, durch Stacheln zu

einem lockeren Geflecht verbundenen Ringen (Fig. 28 A).

Fam. Stephidae.

Das Skelet { Gitterschale aus zwei gleichen seitlichen Hälften

bildet eine { zusammengesetzt, die durch einen verticalen Ring

meist gekammerte { zusammenhängen (Fig. 29 A). Fam. Spyridae.

Gitterschale { Gitterschale aus einer unten offenen, oder mehreren

(Fig. 29 A-C) { in der Richtung der Längsachse übereinander

{ gehäuften Kammern bestehend (Fig. 29 B, C).

{ Fam. Cyrtidae.

Fam. Stephidae.

Relativ selten trifft man die äusserst zarten Kieselringe dieser

Familie fossil. Ein Beispiel für das Vorkommen ist

Lithocubus (Fig. 28 A) aus den Koprolithen des Lias, welche in der

oberen Kreide von Ilsede bei Hannover auf secundärer Lagerstätte

vorkommen. Vertreter dieser Familie scheinen schon im Silur

(»Sphaerosomatites« Rothpl.) vorzukommen, falls sie nicht als

Phaeodaria (p. 44) zu deuten sind.

[Illustration: Fig. 28. A Lithocubus sp. Lias. Aus den in der Kreide

eingeschwemmten Phosphoriten von Ilsede, Hannover. B Dictyocha speculum

Ehrb. Miocän. Caltanissetta, Sicilien (p. 44).]

Fam. Spyridae.

Skelet mehr oder minder kugelig, aus zwei Hälften bestehend, die von

einem medianen Längsringe zusammengehalten werden (Fig. 29 A, l). Am

oberen Ende meist ein Gipfelstachel (Fig. 29 A, s), am unteren die

oft übergitterte und mit Stacheln bewehrte Mündung. Vertreter dieser

Familie sind bisher nur lebend und aus dem Tertiär bekannt.

Petalospyris Ehrb. (Fig. 29 A). Schale queroval, in der Mitte der

Länge nach deutlich eingeschnürt. Medianer Ring (l) mit einfachem

Gipfelstachel (s), Mündung fast von gleicher Weite wie die Schale, von

einem Ringe eingefasst, welcher mehr als fünf freie Stacheln trägt.

Miocän -- lebend.

P. corona Stöhr (Fig. 29). Miocän. Sicilien.

Fam. Cyrtidae.

Schale eiförmig oder kegelförmig, am unteren Ende mit einer freien oder

übergitterten Oeffnung, einkammerig, oder durch quere Einschnürungen

in 2, 3, 4 oder zahlreiche Kammern unvollständig abgetheilt. Diese

Familie ist die formenreichste unter den Nassellaria. Von den ungefähr

200 lebenden Gattungen findet man viele fossil im Jura, in der Kreide

und im Tertiär. Wohl die formenreichste und häufigste Gattung im

Mesozoicum ist:

Stichocapsa Haeck. (Fig. 29 B, C). Gitterschale mit mehr als drei

Einschnürungen. Die Mündung übergittert, ohne Stachelanhänge. Die

Kammern nehmen nach oben zu allmählich (B) oder plötzlich (C) an Weite

ab. In zahlreichen Arten, namentlich im Jura, auch in der Kreide,

tertiär und lebend.

[Illustration: Fig. 29. A Petalospyris corona Stöhr. Miocän.

Caltanisetta, Sicilien. s = Gipfelstachel; l = Mittelring. B

Stichocapsa decorata Rüst. Lias-Phosphorit aus der oberen Kreide von

Ilsede bei Hannover. C St. Grothi Rüst. Aus einem oberjurassischen

Hornsteine der Schweiz.]

St. devorata Rüst (Fig. 29 B). Lias. Auf secundärer Lagerstätte in

den Koprolithen der oberen Kreide von Ilsede bei Hannover. Im

oberjurassischen Jaspis der Schweiz.

St. Grothi Rüst (Fig. 29 C). Ebendaselbst. Schweiz.

Elemente der Paläontologie · 第 33 / 606 题