C. cretacea Rss. (Fig. 4 A) häufig in der Kreide.

Miliola Schltze. (Fig. 1; Fig. 3 A; Fig. 4 B-E). Schale anfangs

ungekammert und spiral in einer Ebene gewunden (Fig. 3 A), später

wie die Fäden eines um eine Achse gewickelten Knäuels oben und unten

geknickt (Fig. 3 A; Fig. 4 E) und an den Umbiegungsstellen durch je

eine Scheidewand in Kammern getheilt. Bleiben die früheren Umgänge

sichtbar und findet die Aufrollung der Schale in einer Ebene statt,

so bezeichnet man sie als Spiroloculina (Fig. 3 A), verbreitern sich

die Kammern seitlich derart, dass sie die früheren Umgänge verhüllen

-- bei gleicher Art der Aufrollung in einer Ebene --, so entsteht die

Untergattung Biloculina (Fig. 4 B); vollzieht sich die Aufwickelung

in 3 oder 5 Ebenen (Fig. 4 C a--a--a, D a--a--a--a--a), so entsteht

Miliolina [= Triloculina (Fig. 4 C) und Quinqueloculina (Fig. 4 D, E)].

Mündung meist durch eine Platte oder einen Zahn verengt, oft siebartig

(Fig. 4 E). Trias -- lebend.

[Illustration: Fig. 4. A Cornuspira cretacea Rss. Gault.

Braunschweig. B Biloculina. C Triloculina. D Quinqueloculina; a = die

Aufrollungsebenen. E Quinqueloc. saxorum d’Orb. Mitteleocän. Paris; a =

Mündung, siebartig durchbrochen (in der Zeichnung nicht angegeben); die

Punkte bedeuten Vertiefungen der Schalenoberfläche, keine Poren.]

Die Miliolen treten häufig und meist gesellig im Tertiär und in den

heutigen Meeren auf. Verwandte Gattungen schon in der oberen Kreide

gesteinbildend (Südfrankreich, Istrien).

Bil. ringens d’Orb. }

} Tertiär und lebend häufig.

Tril. trigonula d’Orb. }

Quinqueloc. saxorum d’Orb. tritt gesteinbildend im »Miliolidenkalke«

des pariser Mitteleocäns auf.

Orbitulites Lmk. (Fig. 5). Gehäuse scheibenförmig, kreisrund, schwach

biconcav (Fig. 5 B). Die ersten Umgänge spiral, ungekammert, wie bei

Cornuspira; später tritt cyclisches Wachsthum ein. Die einfach gebauten

Orbituliten bestehen nur aus einer Lage concentrischer Kammerringe

(Fig. 5 A, k), welch’ letztere durch einfache, oder in Verticalreihen

gehäufte Mündungen mit einander und mit der Aussenwelt in Verbindung

stehen (Fig. 5 A, p). Jeder Ring wird durch radiale Scheidewände (die

weissen Flächen Fig. 5 A links) in zahlreiche Kammern abgetheilt, die

mit einander durch symmetrisch gestellte Mündungen (p’) communiciren.

Bei den complicirter gebauten Orbituliten legen sich über und unter die

Hauptkammerlage (k) noch zahlreichere Ringe aus kleineren Nebenkammern

bestehend (k’). Letztere stehen nicht unter einander, sondern nur mit

der Hauptkammerlage, und zwar durch grosse Oeffnungen in Verbindung

(rechts oben). Lias -- lebend.

[Illustration: Fig. 5. Orbitulites. A Schema. Die Vorderfläche stellt

die mit reihenförmigen Mündungen (p) versehene Aussenseite der Schale

dar; links Radialschnitt mit den Mittelkammern (k), den radialen

Scheidewänden (die weissen Flächen) und den Verbindungsröhren zwischen

den Kammern desselben Ringes (p’); oben und unten die Ringe der kleinen

Deckzellen (k’), die nur mit den Mittelkammern durch weite Oeffnungen

(rechts oben) communiciren. B Orb. praecursor Gmb. Lias. Südtirol.

Flächenansicht und Querschnitt.]

[Illustration: Fig. 6. A Alveolina Bosci Dfr. Mitteleocän (Grobkalk).

Paris; a = die Mündungsporen. B Alveolina Quoii d’Orb. Lebend.

Neu-Holland. Steinkern, die Sarkode darstellend. Die dunklen Theile

bezeichnen die Schale. d = Septalfläche mit mehreren Reihen von

kreisrunden Mündungen; a = Sarkode der äussersten, b = der inneren

Kämmerchen, dazwischen die dunklen Kalkplättchen; c = die von Sarkode

eingenommenen Längsrinnen.]

Orb. praecursor Gmb. Südalpiner Lias (Graue Kalke) (Fig. 5 B).

Ob. macropora Lmk. Dänische Stufe der obersten Kreide. Mitteleuropa.

Orb. complanata Lmk. Mitteleocän Südeuropas und des Pariser Beckens,

Miocän, Pliocän in England, lebend nur noch in den wärmeren Meeren.

Alveolina Bosc. (Fig. 6). Schale spindel- bis eiförmig, selten kugelig

oder platt, in der Richtung der Windungsachse (in die Quere) ausgedehnt

(Fig. 6 A). Umgänge spiral, die älteren durch den letzten verdeckt.

Jeder Umgang zerfällt in eine mehr oder weniger grosse Zahl (etwa bis

12) von Längs- oder Hauptkammern durch Scheidewände, welche unter den

der Achse parallel laufenden Längsriefen der Schale auftreten. Den sehr

zahlreichen, feineren Querriefen der Schalenoberfläche entsprechen

senkrecht zur Achse gestellte secundäre Scheidewände, welche die

Hauptkammern in eine gleich grosse Anzahl von schmalen röhrenförmigen

Nebenkammern zerlegen. Auf jede Nebenkammer kommt eine gesonderte

Oeffnung auf der Septalfläche (A a). Da die secundären Scheidewände

nicht ganz an das Hauptseptum heranreichen, so bleibt hinter dem

letzteren eine von Sarkode erfüllte Längsrinne (B c), welche alle

Nebenkammern mit einander in Verbindung setzt. Während die meisten

fossilen Formen den erläuterten, relativ einfachen Schalenbau zeigen,

complicirt sich derselbe bei manchen lebenden noch dadurch, dass die

Nebenkammern durch Kalkplättchen, welche der Schalenoberfläche parallel

liegen, in mehrere übereinander liegende Kämmerchen zertheilt werden (B

b). Dieser weiteren Theilung entsprechend erscheinen mehrere Reihen von

Mündungen auf der Septalfläche (B d).

Tertiär und lebend. Im unteren Eocän (Pyrenäen, Alpen, libysche und

arabische Wüste, Indien) gewisse Schichten oft ganz erfüllend (sog.

Alveolinenkalke).

A. ovulum Stache }

} Untereocän. Südeuropa. Arabien.

A. oblonga d’Orb.}

A. Bosci Dfr. (Fig. 6) Mitteleocän. Pariser Becken.

A. melo F. & M. sp. Miocän bis lebend.

A. Quoii d’Orb. Lebend.

Fam. Saccaminidae.

Kammern einzeln oder stabförmig aneinander gereiht (Fig. 7 A). Schale

dick, sandig, kieselig, mit groben verzweigten Canälen (Fig. 7 B).

Saccamina Sars (Fig. 7 A, B). Charakter der Familie.

S. Cartieri Brady (Fig. 7 A, B) 3–5 mm grosse Kammern oft in grossen Mengen

zusammengehäuft. Subcarbon. England, Schottland, Belgien.

S. sphaerica Sars. Lebend (450 Faden) Norwegische Küste.

Fam. Lituolidae.

Schale agglutinirend, dicht oder von groben Porencanälen durchbohrt

(Fig. 3 D). Kammern symmetrisch, seltener schwach unsymmetrisch spiral

eingerollt, bei späterem Wachsthum oft in gerader Linie (Fig. 7 D).

Lituola Lmk. Schale aus groben, verkitteten Sandkörnern aufgebaut, bis

1 cm gross, bischofsstabförmig. Die ersten Kammern symmetrisch spiral

eingerollt, die späteren in gerader Linie stehend. Die niedrigen

Kammern werden durch secundäre Scheidewände in kleinere Kammern

zerlegt. Mündung siebförmig. Kreide.

Elemente der Paläontologie · 第 29 / 606 题