HALLEMEIER _beim Fenster_ Sie werfen Pakete ab. Aha, die Post.
DOMIN Busman wartet ja schon darauf. Und Fabry wird uns die ersten
Nachrichten bringen. Weißt du, Helene, ich bin schrecklich neugierig,
wie das alte Europa da Ordnung gemacht hat.
HALLEMEIER Fabelhaft, Domin. Daß wir nicht dabei gewesen sind! _Wendet
sich vom Fenster ab._ Leute, soviel Post!
HELENE Harry!
DOMIN Was gibt's?
HELENE Reisen wir ab von hier!
DOMIN Jetzt, Helene? Aber geh!
HELENE Jetzt, so rasch als möglich! Wir alle, die wir da sind!
DOMIN Warum gerade jetzt?
HELENE Oh, frag' nicht! Ich bitte dich, Harry, ich bitte euch, Gall,
Hallemeier, Alquist, um Gottes willen bitte ich euch, schließt die
Fabrik und --
DOMIN Tut mir leid, Helene, Jetzt könnte keiner von uns abreisen.
HELENE Warum?
DOMIN Weil wir die Robotererzeugung erweitern wollen.
HELENE Oh, jetzt -- jetzt nach jener Revolte?
DOMIN Jawohl, eben nach der Revolte. Eben jetzt beginnen wir neue
Roboter zu erzeugen.
HELENE Was für?
DOMIN Es wird nicht mehr bloß eine Fabrik geben. Es wird nicht mehr
Universal Roboter geben. Wir werden in jedem Lande, in jedem Staat eine
Fabrik gründen, und diese neuen Fabriken werden -- weißt du schon was?
-- erzeugen.
HELENE Nein.
DOMIN Nationale Roboter.
HELENE Was bedeutet das?
DOMIN Das bedeutet, daß aus jeder Fabrik Roboter von andrer Farbe,
andren Borsten, andrer Sprache hervorgehen werden. Daß sie einander
fremd bleiben werden, fremd wie Steine; daß sie sich nie mehr werden
verständigen können; und daß wir, wir Menschen, sie so ein bisserl dazu
erziehen werden -- verstehst du? -- daß ein Roboter auf den Tod, bis
ins Grab, in alle Ewigkeit den Roboter von andrer Fabriksmarke hasse.
HALLEMEIER Potztausend, wir werden Neger-Roboter und Schweden-Roboter
und Italiener-Roboter und Chinesen-Roboter fabrizieren, und dann soll
ihnen jemand Organisation, Brüderlichkeit in die Kokosschädel bläuen
_verschluckt sich_ hup, pardon, Frau Helene, ich fülle mein Glas.
DR. GALL Lassen Sie das schon bleiben, Hallemeier.
HELENE Harry, das ist scheußlich!
HALLEMEIER _hebt das Glas_ Frau Helene, auf hundert neue Fabriken! _er
trinkt und sinkt in den Klubsessel zurück_ Hahahaha, National-Roboter!
Jungens, das ist ein Terno!
DOMIN Helene, nur noch hundert Jahre die Menschheit am Ruder erhalten
-- um jeden Preis! Ihr nur hundert Jahre lassen, damit sie reif werde
und erreiche, was sie jetzt endlich vermag -- Ich will hundert Jahre
für den neuen Menschen! Helene, hier geht es um zu große Dinge. Wir
können es nicht lassen.
HELENE Harry, ehe es zu spät wird -- schließ, schließ die Fabrik!
DOMIN Jetzt beginnen wir im großen.
_FABRY tritt ein._
DR. GALL Also was gibt's, Fabry?
DOMIN Wie schaut's aus, Menschenskind? Was war los?
HELENE _reicht Fabry die Hand_ Ich danke Ihnen, Fabry, für Ihr
Geschenk.
FABRY Eine Kleinigkeit, Frau Helene.
DOMIN Waren Sie beim Schiff? Was haben sie gesagt?
DR. GALL Flott, erzählen Sie!
FABRY _zieht ein bedrucktes Blatt aus der Tasche_ Lesen Sie das durch,
Domin.
DOMIN _öffnet das Blatt_ Ah!
HALLEMEIER _schläfrig_ Erzählen Sie etwas Hübsches.
FABRY Nun, es ist alles in Ordnung ... verhältnismäßig. Alles in allem
so, wie es sich erwarten ließ.
DR. GALL Sie haben sich prachtvoll gehalten, nicht wahr?
FABRY Wer denn?
DR. GALL Die Menschen.
FABRY Ah so. Allerdings. Das heißt ... Pardon, wir sollten uns über
etwas beraten.
HELENE Oh, Fabry, Sie haben schlimme Nachrichten?
FABRY Nein, nein, im Gegenteil. Ich meine nur, daß -- daß wir in die
Kanzlei gehen werden --
HELENE Bleiben Sie nur. In einer Viertelstunde erwarte ich die Herren
zum Frühstück.
HALLEMEIER Also hurra!
_HELENE ab._
DR. GALL Was ist geschehen?
DOMIN Verflucht!
FABRY Lesen Sie dies laut vor.