Von sand verene (roth) [106b]

Verena diu edel meit,

als, uns daz puch von ir seit.

Die was ---- ----

und ez quam also,

Do der cheiser maximian [106c]

furt mauricium mit im dan

Her gen deutschen landen,

si begunde nach im belangen

So ser, daz si im fuor nach,

wanne vil gerne si in sach.

Verena was ein christenin,

und do si quam ze meilan in,

Die geuangen christen

die heimpt si an den vristen

Vnd bechlagt mit in ir not,

dar zue si in helfe pot

Mit trinchen und mit ezzen.

uerena, die vermezzen,

Si lie durch nieman daz

durch vorhte noch durch haz,

Swa die christen warn erslagen

und auch da si warn begraben,

Die staete suocht si alle tage

mit weinen vnd mit chlage.

Mit reinem leben was si sus

pei einem, der hiez, maximus.

Nu wart ir schir alda geseit,

daz mauricij schar preit

Durch got wer erslagen,

daz begunde die vrowe chlagen

Vnd wolde nicht leng'r da bestan,

si fuor ub'r die alben dan

Vnd ze einem wazzer si quam,

daz ist genant aram.

Alda vant si einen man,

der gevlohen was chomen dan

Der sagt ir die rechten maere,

wie ez mauricio ergangen waer.

Davon wolt si nicht furbaz,

in einer chlause si da saz

Mit chlage und mit leide.

da warn inne reine meide,

Der leben was also gestalt,

si waer iunc oder alt,

Daz si anders lebte nicht

wan chraut, arbaiz und anders nicht,

Des lebte si daz gantz iar; [106d]

daz quam auch von ier werch dar

Vnd des tages ein lutzel brot,

daz man igleicher pot.

Nu was dapei ein getwerch,

daz verchauft den meiden ir werch

Vnd chauft in da mit ettewaz,

daz die samenunge gaz

Anders lebten die vrowen nicht,

gab man in aber immer icht,

Des enpizzen si nimmer

und gabens durch got immer.

Sus was gestalt ir reines leben.

got hat verene den geist gegeben,

Daz man vber al daz lant

ir leben vil rein erchant,

Daz man sei het fur heilic gar,

daz auch si was furwar.

Wan got durch sei tet wunder

mit zeihen besunder.

Auzsetzig behaft macht si slecht,

plint, chrump macht si gerecht.

Solcher dinge tet si vil

mit got auff daz zil,

Daz man sei d'r meide muet'r nant

weiten uber al daz lant.

Nu was in der gegent da

ein richter sam anderswa,

Der het got gar verchorn.

dem was der meide leben zorn,

Vnd daz man ier so wol sprach;

mit zorn er daz an ier rach,

Wan er die vrowen vie,

dehein gut er ier nie geschehen lie.

Doch quam zaller zeit zu ir

ein liechter iungelinch fir[3],

Der pot ier guten trost,

si wurde schir da von erlost.

Doch vragt si in, wer er wer?

do sprach er offenwaer,

Er waer ir mag mauricius,

und mit der rede alsus

Quamen zu mauricio hin in [107a]

alle die gesellen sin

Und gruezten die vrowen schone,

damit schieden si davon.

Nu wart derselbe richter

vberladen mit sichtum swer,

Der gedacht rechte wider,

er lief hin und viel nider

Chlagunde für die reinen meit

und seinen sichtvm er ir chleit.

Doch pat si got umb in,

der richter gie gesunt hin

Vnd mit grozzer gedult

bat im vergeben sein schulde.

Daz was ysa getan,

die magt wart do leidich lan

Vnd gie zu iern swestern wider,

da si got diente sider.

Nu quamen die swest'r auch in not,

daz si ninder heten prot

Vnd grozzen hunger liten

doch mit dultichleichen siten.

Ier werches acht man nicht ein har,

wan ez was ein hunger iar.

Do verena die not ersach,

zu got von himel si do sprach:

Wan du deiner geschefte gist

ier leibnar zu rechter frist,

Jesu christ, du waist wol,

wez dein gesinde leben schol.

Do si daz vollen gesprach,

vor der chlause man ligen sach

Viertzig sekche mit mele vol.

er gedacht ir not da wol,

Wan daz prot wuchs in ier munde,

daz si lange vñ manic stunde

Heten da von ier leipnar,

des lobt got die rein schar.

Nu was verena, die genende,

chumen an ier lebens ende,

Vnd do si nu siech wart,

ier andacht sich nie verchart.

Da si vercheren scholt daz leben [107b]

und den geist widergeben,

Do quam unser vrowe dar

mit der hymelischen schar;

Vnd do verena sei ersach,

zu gotes mueter si do sprach:

Waz gernde han ich,

daz gotes mueter siechet mich?

Do sprach unser vrowe zu ier:

verena, volge mir,

Da hin, da du immer mer

vreude hast ane ser.

Mit der rede si verschied,

got ir sele da beriet

Der ewigen gnaden.

die vrowe wart begraben

In der chlause alda,

die noch haizzet z'rzyaca[4][Nachtrag 3],

Da got wol scheinen lie,

daz er sei minte hie.

Wand nieman wirt entwert,

der rechter dinge an sei gert.

Nu derhoret got dehein pet so gern,

so daz wir seiner hulden gern,

Dem gibt er, der die suohet,

vil gern, swer ir geruhet

Mit hertzen und mit andacht.

daz wir ze hulden in werden pracht,

Des helf uns maria

und ir dirne uerena. amen.

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Drei Gaugöttinnen · 第 16 / 23 题